Berichterstattung für stärkere Beziehungen

Christliche Medienmacher aus aller Welt kommen derzeit in Jerusalem zusammen. Sie wollen die Beziehungen untereinander und zum jüdischen Staat stärken.
Von Israelnetz

Foto: Israelnetz/mh

Pastor Robert Stearns (l.) und Rabbiner David Rosen diskutieren die Beziehungen von Juden und Christen

JERUSALEM (inn) ­– Zum sechsten Mal findet dieser Tage in Jerusalem der Christliche Mediengipfel statt. Dazu sind etwa 150 Journalisten, Diplomaten und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen aus 28 Nationen angereist. Organisiert wird der mehrtägige Kongress vom Pressebüro der israelischen Regierung (GPO).

Zum Auftakt der Konferenz am Sonntag betonte GPO-Direktor Nitzan Chen: „In dieser Zeit gibt es nicht viele, die für die Wahrheit einstehen. Wir hoffen und beten, dass die Medienschaffenden, die an dieser Konferenz teilnehmen, als Israels Botschafter zurück in ihre Länder gehen. Denn die Wahrheit ist auf unserer Seite.“ Die Veranstalter erklärten, dass es oft die Christen seien, die an einer umfänglichen Berichterstattung interessiert seien. „Ihre Berichte gehen weit über die Konflikte und Probleme hinaus.“

Schriftstudium so wichtig wie Gebet

In einer Podiumsdiskussion thematisierten der US-Rabbiner David Rosen und der evangelikale US-Pastor Robert Stearns den Interreligiösen Dialog. Dieser beruhe auf klaren Glaubensbekenntnissen und setze eine echte Bereitschaft zum Zuhören voraus. Rosen betonte, dass das Schriftstudium für Juden ebenso wichtig sei wie das Gebet. Ihn und seine Glaubensgeschwister beschleiche manchmal ein seltsames Gefühl, wenn Christen kämen und als erstes sagten: „Lass uns zusammen beten!“

Stearn rief seine jüdischen Gesprächspartner dazu auf, ihre Erwählung anzuerkennen: „Um die Welt zu heilen, ist es nötig, dass ihr euch dazu bekennt, dass Gott euch auserwählt hat.“ Mit seiner Organisation „Adlers Flügel“ habe er bisher bereits mehr als 500 junge amerikanische Pastoren nach Israel gebracht. „Wir bringen sie als Touristen hierher, doch sie gehen als Zionisten zurück.“

Sorgenvoller Blick auf angehende Regierung

Als Gastsprecher war zur Eröffnung am Sonntagabend auch Likud-Chef Benjamin Netanjahu eingeplant. Wegen der aktuellen Koalitionsverhandlungen sagte er zwar in letzter Minute ab, doch überraschend viele Teilnehmer zeigten dafür Verständnis: „Er braucht zur Zeit jede Minute“, sagte ein Teilnehmer nach dem Ende der Veranstaltung. „Wenn seine Absage dazu dient, eine stabile Koalition zu bilden, dann ist es mehr als gerechtfertigt. Wir müssen für ihn beten.“

Beim Mediengipfel im Jahr 2018 hatte Netanjahu als damaliger Premierminister gesagt: „Israel hat keine besseren Freunde als die Christen in der ganzen Welt.“ Dass um diese Freundschaft gerungen werden muss, rief Jürgen Bühler nun in einer Rede in Erinnerung. Der Direktor der Internationalen Christlichen Botschaft (ICEJ) verlieh der Sorge vieler Christen mit Blick auf die Regierungsbeteiligung umstrittener Politiker wie Itamar Ben-Gvir Ausdruck: „Wir hoffen, dass Herr Netanjahu seinen ganzen Einfluss nutzt, dass es in dieser kommenden Legislaturperiode nicht darum geht, neue Streitigkeiten und Mauern aufzubauen, sondern dass es eine Zeit wird, in der jüdisch-christliche Partnerschaften und Beziehungen immer stärker werden.“

Um einen Eindruck von der schwierigen Sicherheitslage im Land zu bekommen, sind die Medienmacher neben zahlreichen Vorträgen auch zu einer Tour an die Grenze des Gazastreifens eingeladen. Dort treffen sie mit Bewohnern und Sicherheitsleuten zusammen. Am Mittwoch ist ein Treffen mit Knessetabgeordneten im Parlament geplant. (mh)

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5 Antworten

  1. Also noch mehr Hasbara statt ehrlicher Berichterstattung?

    „Denn die Wahrheit ist auf unserer Seite.“

    Niemand hat die Wahrheit für sich gepachtet.

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  2. Was ich sehr auf diesem „Christlichen Mediengipfel“ vermisse, dass „Evangelikale Christen“, zur biblischen Wahrheit stehen, dass sie Gottes Wort in seiner Fülle, lieben und dazu stehen. Dazu gehört selbstverständlich auch Joh. 14,6: „Jesus sprach zu ihm: Ich der Weg, und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich.“
    Lieber Gruß, Martin

    2
  3. Liebe Karin was für eine Seite sprichst Du da an? Und doch, die Wahrheit hat jemand gepachtet, der von sich sagen konnte: Ich bin der Weg die WAHRHEIT und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich. Weisst Du wer diese Worte ausgesprochen hat?

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    1. Mir ist egal wer so etwas von sich gegeben hat. Ich bin zu meinen Vater immer ganz von alleine gekommen, also stimmt diese Aussage schon mal nicht.

      0
    2. Karin hat niemand gezwungen hier zu lesen, ebenso Björn, Audifan etc. Christen die Juden als ältere Geschwister ansehen und Israelnetz und andere Seiten finanzieren, Sendungen auf Bibel TV gar Christen wie Johannes Gerloff und Referenten der ICEJ in die Gemeinden einladen sind ein Stachel im Fleisch mancher Leute, die eine Berichterstattung wie diese als „Propaganda“ bezeichnen. Bezeichnend ist jedoch dass man das hier als Meinungsäußerung akzeptiert.

      0

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