Westlich von Tekuma, rund fünf Kilometer vom Gazastreifen entfernt, steht sie, die Automauer. Mehr als 1.500 ausgebrannte, zerschossene Fahrzeuge wurden in den Tagen nach dem 7. Oktober 2023 hierhergebracht. Ursprünglich ging es darum, die Straßen wieder freizubekommen, allen voran die Route 232, die für zahlreiche Festivalbesucher zur tödlichen Falle wurde. Heute ist die Mauer ein Denkmal für die fast 400 Ermordeten der Nova-Party.
Adam, dessen vollständiger Name hier nicht genannt werden soll, erzählt davon, wie er diesen Ort zum ersten Mal aufsuchte. Als er am Samstagmorgen vor drei Jahren davon hörte, dass palästinensische Terroristen ins Land eingedrungen sind, meldete sich der Reservist umgehend bei der Armee. Er wollte helfen, erzählt Adam, und da dienen, wo er gebraucht wurde.
Suche nach menschlichen Überresten
So kam er zum Autofriedhof. Dort sah er, wie die Fahrzeuge abgesaugt wurden. Es habe einen Moment gedauert, bis er begriffen habe, was da eigentlich vor sich gehe, erzählt Adam. Doch als er es verstanden habe, sei ihm zunächst übel geworden: Die Staubsauger sammelten alles ein, was menschliche Überreste hätten sein können.
Monatelang arbeitete eine Spezialeinheit der Armee zusammen mit Mitarbeitern der Israelischen Altertumsbehörde daran, die Opfer zu identifizieren. Damit Angehörige endlich Gewissheit haben konnten. Aber auch, um die Ermordeten zu bestatten. Deshalb die Staubsauger. Nicht das kleinste Knochenfragment durfte verloren gehen.
Später begannen die Mitarbeiter, die Geschichten der Fahrzeuge und ihrer Besitzer zu rekonstruieren. Das sei nicht bei allen gelungen, sagt Adam, doch bei manchen eben schon.
Helden des 7. Oktobers
Ben Schimoni etwa rettete dreizehn Menschen das Leben, indem er mit seinem Seat Cupra zwei Mal zum Festivalgelände zurückkehrte. Bei seiner letzten Fahrt wurde der 31-Jährige von den Terroristen gestoppt, die ihn und eine Mitfahrerin sofort ermordeten. Zwei weitere verschleppte die Hamas als Geiseln in den Gazastreifen. Unter ihnen war Romi Gonen, die im Januar 2025 nach 471 Tagen Gefangenschaft im Rahmen eines Geiseldeals freikam.
Er greife die Geschichte von Schimoni deshalb heraus, weil sie ihn persönlich betreffe, sagt Adam. Er kenne die Menschen, die heute um ihn trauern. Doch die Wahrheit sei: es habe noch hunderte solcher Helden gegeben, die oft unter Einsatz ihres Lebens für andere einstanden.
Wie Aner Schapira zum Beispiel, der am Eingang eines Bunkers sieben Granaten der Hamas abfing und wieder zurückwarf. Bis ihn die achte schließlich zerfetzte. Oder Jussef Siadna, der 31 fliehende Menschen in seinen Minibus packte und in Sicherheit brachte. Für seinen Mut wurde der Beduine mit einer Medaille für Zivilcourage ausgezeichnet. (mw)
3 Kommentare
Unser Volk trauert! EWIGER, bitte halte Dein Volk. Ich kann all den Schmerz des 7. Oktober nicht fassen. Immer wieder sehe ich die Biba Babys vor mir, die Opfer, die Geiseln. Und die Schande weltweit wie Islamisten feierten, in Berlin Süßigkeiten verteilten, die Hamas Anhänger, Rechte und Linke. Ich fliege Morgen für 4 Tage Ffm./ MZ. Danke an alle im Forum, die heute mit uns trauern- aber auch immer wieder Hoffnung spüren. “ Tröstet tröstet mein Volk.“ Liebe Grüsse. Shalom.🇮🇱✡️💙
Boker Tov, Foristen .
Ich war gegen Ende Mai letzten Jahres mit meinen Leuten an der ,,Wall“. Erschreckend, was sich damals auf der ,,Straße des Todes“,der 232 abgespielt hat am Tag der Schande, am 07.10.23, dem schwarzen Shabbat. Die Verluste wären damals noch weit schlimmer gewesen, hätte es nicht diese zahllosen Beispiele selbstloser Heldenhaftigkeit gegeben.
Ich verneige mich in tiefer Ehrfurcht vor jenen Helden und den Opfern dieses barbarischen Überfalls. Mögen diese Menschen ewig in Erinnerung bleiben, auch als Mahnung und als Warnung. Ich weiß nicht, ob ich an diesem Tage solchen Heldenmut aufgebracht hätte, mit meinen Leuten in diese Hölle zu fahren, um zu retten und zu helfen, wäre ich dort gewesen.
Ich weiß es nicht.
SHALOM
Bin heute in Gedanken bei allen Angehörigen der Opfern des Massakers vom 7.10.23. Auch bei der Mutter der Carolin Bohl, einzige Ermordete Deutsche, die mit Israel gar nichts zu tun hatte, nur auf einer Reise dort war. Die Bibas-Kinder und all die anderen Ermordeten und ihre Liebsten, bringe ich vor Gott. Für die überlebenden Geiseln und ihre Not bis heute erbitte ich Heilung und für die vielen Helfer, die immernoch das Gesehene verarbeiten müssen. Heute bin ich traurigfroh. Froh, dass es so viele geschafft haben, sich und andere aus dieser Hölle zu retten. 🙏🇮🇱💙🎗