JERUSALEM (inn) – Der Inselstaat Nauru hat am Montag seine Botschaft in Jerusalem eröffnet. Vizepräsident und Außenminister Lionel Aingimea führte aus, wie sehr das kleine Land im Südpazifik Israel bei den Vereinten Nationen unterstütze.
„Die Vereinigten Staaten stehen bei 93 Prozent der Voten, was die Unterstützung Israels angeht“, sagte Aingimea laut einer Mitteilung des israelischen Außenministeriums. Mikronesien komme auf 88 und Nauru auf 71 Prozent. „Merken Sie sich meine Worte: Diese 71 Prozent werden sehr schnell wachsen.“
Gegen Israel gerichtete Resolutionen abgelehnt
In der Tat hat sich Nauru immer wieder durch ein pro-israelisches Abstimmungsverhalten hervorgetan. So lehnte es im Dezember 2018 sechs gegen den jüdischen Staat gerichtete Resolutionen der UN-Generalversammlung ab. Außer dem Inselstaat stimmten Australien, Israel, Kanada, die Marshallinseln, Mikronesien und die USA gegen alle sechs Resolutionen.
Im September 2025 sprach sich die Vollversammlung der Vereinten Nationen für die „New Yorker Erklärung“ aus. Diese sieht die Schaffung eines Palästinenserstaates neben Israel vor. 142 Mitgliedstaaten stimmten für die Erklärung. Zehn Staaten votierten bei zwölf Enthaltungen dagegen. Eine Gegenstimme kam von Nauru.
Bereits im Jahr 2003 lehnte der Inselstaat eine Resolution ab, mit der die UN-Generalversammlung den Bau der israelischen Sperranlage vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag bringen wollte. Den Antrag nahmen 90 Länder an, 74 enthielten sich und sieben weitere stimmten dagegen. Die Sperranlage dient dazu, palästinensischen Terror einzudämmen.
„Wahre Freunde bleiben beständig“
Aingimea sagte weiter, jahrelang sei keine Rede davon gewesen, dass Nauru dieses Jahr eine Botschaft in Jerusalem eröffnen würde. Die Frage, warum sich dies geändert habe, beantworte er so: „Das Vorhaben wurde in Diskussionen zwischen mir und Außenminister Gideon Sa’ar in Fidschi geboren. Ich brachte es ins Kabinett ein, und das Kabinett bewilligte es. Das war eine leichte Entscheidung.“
Der Vizepräsident ergänzte: „Wahre Freunde bleiben beständig in guten Zeiten und harten Prüfungen, und so jemand ist Nauru für Israel. Wir sehen die Eröffnung einer Botschaft hier in Jerusalem nicht nur als Stärkung unserer Beziehungen mit Israel, sondern auch als Botschaft in die Welt von dort, wo wir stehen. Dies ist vor allem eine geopolitische Entscheidung. Dass wir unsere Botschaft in Jerusalem ansiedeln, dient als endgültige Anerkennung unserer Haltung zu Israel.“
Israels Außenminister Sa’ar wies darauf hin, dass von nunmehr neun Ländern mit Botschaften in Jerusalem sich drei im Südpazifik befänden. Außer Nauru sind das Fidschi und Papua-Neuguinea. Israels Beziehungen zu der Region schritten schnell voran, sagte der Vorsitzende der Partei „Neue Hoffnung“.
Konkret sprach Sa’ar einen Plan an, nach dem israelische Notärzte in Nauru mit dortigen Kollegen arbeiten sollen, um örtliche medizinische Fähigkeiten zu stärken. „Israel wird medizinische Ausrüstung, einschließlich der für Herzultraschall, zur Verfügung stellen, ebenso wie Trinkwasseraufbereitungsanlagen, die täglich Zehntausende Liter sauberes Wasser produzieren können.“
When I met my friend Lionel Aingimea, Vice President and Minister for Foreign Affairs of Naoero, in Fiji in May, I suggested that his country open their embassy in Jerusalem, our eternal capital.
— Gideon Sa'ar | גדעון סער (@gidonsaar) September 7, 2026
Thanks to his determination and efficiency, and to the steadfast friendship between… pic.twitter.com/6PO2H2GzXM
Namensgebung der Länder als verbindendes Element
Indes sieht der israelische Minister eine besondere Verbindung zwischen den beiden Ländern: „Ihr Land hat sich entschieden, seinen ursprünglichen Namen anzunehmen: Nauru. Es liegt eine große Kraft darin, wenn ein Volk darauf besteht, dass die Welt sein Heimatland mit dem Eigennamen bezeichnet.“
Das jüdische Volk habe das gut verstanden: „Wir sind ebenfalls die Ureinwohner dieses Landes, des Landes Israel. Juden heißen Juden, weil sie aus Judäa stammen! Jerusalem, Judäa und Samaria sind keine modernen politischen Erfindungen. Dies sind die alten Namen, die biblischen Namen, der Orte, wo unsere Geschichte geboren wurde. Dies ist die Wiege unserer Nation.“ Heute stünden zwei uralte Völker zusammen in Jerusalem – „stolz auf unsere Identität, unser Erbe und unsere Freundschaft“.
Nauru liegt östlich von Papua-Neuguinea. Es hat etwa 12.000 Einwohner, von denen 93 bis 95 Prozent christlichen Konfessionen angehören. Die Hauptstadt ist Yaren, Amtssprachen sind Englisch und Nauruisch. Die Gesamtfläche beträgt 21 Quadratkilometer, die Küste des Inselstaates erstreckt sich über insgesamt 30 Kilometer. Diese Landmasse entspricht etwa der Größe der Insel Amrum. Israel ist in Nauru durch einen Botschafter vertreten, der im südöstlich gelegenen Fidschi residiert.
Außer den drei Ländern im Südpazifik haben bislang die USA, Guatemala, Honduras, der Kosovo, Paraguay und Somaliland Botschaften in der israelischen Hauptstadt. Sa’ar sagte, weitere Länder würden folgen. Die Eröffnung der kolumbianischen Botschaft sei Anfang Oktober geplant. Zudem haben die Demokratische Republik Kongo und Argentinien einen solchen Schritt angekündigt. (eh)
3 Kommentare
12.000 Einwohner für Israel. 1, 4 Milliarden (Rotchinesen) gegen Israel. Man kann nicht alles haben.
Es ist interessant zu sehen, dass, abgesehen von USA, gerade kleine Staaten den Mut und den Anstand haben, ihre Botschaften in Jerusalem einzurichten. Nauru, Fidji, Guatemala, Honduras; etc fürchten sich offenbar nicht vor Boykott und Terrordrohungen. A méditer.
Max Jean sagt:
Es lebe Nauru, von mir aus der Schweiz. Kleines Land mit Charakter, alle Achtung !!