WASHINGTON (inn) – Der libanesische Präsident Joseph Aun (parteilos) hat bei einem Besuch im Weißen Haus seine Absicht bekräftigt, die Feindseligkeiten mit Israel „ein für alle Mal“ zu beenden. An US-Präsident Donald Trump (Republikaner) gewandt sagte er am Dienstag: „Das wird Ihr Vermächtnis sein. Zusammen werden wir dieses Ziel erreichen. Es ist höchste Zeit für den Libanon und die Region, stabil und sicher zu sein.“
Aun ist der erste libanesische Präsident seit 17 Jahren, der das Weiße Haus besucht. Zuletzt hatte der damalige US-Präsident Barack Obama (2009–2017) den libanesischen Präsidenten Michel Suleiman (2008–1014) in Washington empfangen.
Der Libanon und Israel haben sich Ende Juni unter Vermittlung der USA auf ein Rahmenabkommen geeinigt. Erklärtes Ziel ist es, einen dauerhaften Frieden zu erreichen.
Pilotzonen in Kraft
Das Abkommen sieht auch einen schrittweisen Rückzug der Armee aus dem Libanon vor. Die Israelis halten derzeit ihre Präsenz im Libanon aufrecht, um die vom Iran unterstützte Terrormiliz Hisbollah zu entwaffnen. Die israelische Regierung hatte wiederholt betont, dass sie keine Gebietsansprüche im Libanon hat.
Bereits am Dienstag gab das US-Außenministerium den Start zweier so genannter Pilotzonen bekannt, die im Rahmenabkommen vereinbart wurden. Es handelt sich um Gebiete, die die israelische Armee demilitarisiert hat. Die libanesische Armee übernimmt dort die Kontrolle. Sie soll nun dafür sorgen, dass diese Zonen dauerhaft frei von bewaffneten Gruppen bleiben.
Dieses Ziel besteht für den gesamten Südlibanon seit 2006. Die von den Vereinten Nationen eingesetzte Truppe UNIFIL sollte diesen Prozess unterstützen, scheiterte dabei aber. Im August 2025 beschloss der Weltsicherheitsrat das Ende des Mandats. Der Abzug der UNIFIL-Truppen soll bis Ende des Jahres erfolgen.
Laut einer Umfrage vom Mai meinen 59 Prozent der Libanesen, dass die Präsenz der Hisbollah der libanesischen Sicherheit schade. Entsprechend befürworten 58 Prozent die Entwaffnungsbemühungen des Staatspräsidenten mit dem Ziel, dass alle bewaffneten Kräfte unter der Autorität der Regierung agieren. Die Umfrage führte das Institut YouGov im Auftrag der Organisation „Rat für ein sicheres Amerika“ durch.
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Direktflüge anvisiert
Trump erklärte bei dem Treffen, er werde mit Aun besprechen, wie die USA die libanesische Armee bei ihrer Aufgabe helfen könnten. Außerdem erklärte er, dass er die Flugbehörde angewiesen habe, amerikanischen Fluggesellschaften wieder Direktflüge in den Libanon zu erlauben.
Im Jahr 1985 hatte der damalige US-Präsident Ronald Reagan (1911–2004) Direktflüge verboten. Damit reagierte der Republikaner auf die 17-tägige Entführung des Fluges TWA 847 von Athen nach Rom.
Die Terroristen mit Verbindungen zur Hisbollah töteten damals den amerikanischen Marinetaucher Robert Stethem. Sie forderten die Freilassung hunderter Sicherheitsgefangener in israelischer Haft. Die Entführung endete, nachdem ein Teil ihrer Forderungen erfüllt wurde. (df)
4 Kommentare
Die Botschaft hör‘ ich wohl, allein, mir fehlt der Glaube.
Präsident Aun betont seinen Friedenswillen. Das glauben wir ihm gern, aber sein Volk ist durch und durch israelfeindlich.
Es wäre zu schön um wahr zu sein. Der libanesische Präsident muss erst Hisbollah entwaffnen lassen duch seine Armee, was fehl schlagen wird. Sitzen die Terroristen nicht auch in der Regierung?
Das beste, was Aun in dieser Situation tun könnte, ist, auf Israel zuzugehen und baldige direkte Gespräche mit Herzog oder dem (hoffentlich) neuen PM Israels anzubieten. Auf den Ergebnissen dieser Gespräche könnte man aufbauen. Der Wille dazu ist auf libanesischer Seite sicher vorhanden, allein es mangelt an
den Fähigkeiten.
Ich wäre nicht bereit hinzuschmeissen, ehe man es nicht wenigstens versucht hat, das gilt für beide Staaten, nicht für Hizbollah. Die sind nämlich nicht der Libanon, die sind der Iran, und somit die wahren Invasoren.
SHALOM