LUZERN (inn) – Der Iran und die USA haben sich am Sonntag auf einen gemeinsamen Fahrplan für Verhandlungen geeinigt. Die erste Gesprächsrunde zwischen Vertretern der beteiligten Länder fand nach Angaben der Vermittlerstaaten Katar und Pakistan in einer „positiven und konstruktiven Atmosphäre“ statt. Die Delegationen waren in einem Luxushotel auf dem Berg Bürgenstock bei Luzern zusammengekommen.
Innerhalb von 60 Tagen soll ein finales Abkommen stehen, hieß es in der am Montag veröffentlichten Vereinbarung. Ist der Montag der Startpunkt, dann ist das Ende der Verhandlungen für den 21. August anvisiert.
Zu den vereinbarten Punkten gehört außerdem die Einrichtung eines Hohen Ausschusses für die politische Aufsicht der Verhandlungen. Die Chefunterhändler werden diesem regelmäßig berichten. Arbeitsgruppen befassen sich unter anderem mit dem Atomprogramm und den Sanktionen sowie mit der Vermittlung bei Streitigkeiten.
Zusätzlich wird ein Kommunikationsdraht für die Dauer der Verhandlungen eingerichtet. Dieser soll dazu dienen, „Vorfälle und Missverständnisse“ mit Blick auf die Straße von Hormus zu vermeiden.
Libanon im Fokus
Der Text thematisiert auch den Libanon: Demnach haben sich die Länder darauf geeinigt, eine Koordinierungsstelle zur Konfliktbeilegung zu schaffen. Ziel sei die „Einhaltung der Einstellung militärischer Operationen im Libanon gemäß der Absichtserklärung“. Die am Mittwoch unterzeichnete Absichtserklärung betont in ihrem ersten Absatz die „dauerhafte Beilegung militärischer Operationen an allen Fronten, einschließlich im Libanon“.
Der iranische Außenminister Abbas Aragschi erklärte, die geplante Koordinierungsstelle sei „der erste wirkliche Test“ der Vereinbarung. Am Sonntag hatte der Iran noch erklärt, die Straße von Hormus wegen der anhaltenden Kampfhandlungen im Libanon nicht zu öffnen. Am Montag meldeten Beobachter aber eine Zunahme des Schiffsverkehrs in der Meerenge.
Die Verhandlungen am Sonntag drohten wegen des Libanon-Aspekts zu scheitern. US-Präsident Donald Trump (Republikaner) schrieb in den Sozialen Medien mit Blick auf die Terrormiliz Hisbollah, der Iran müsse seine bezahlten Gruppen im Libanon davon abhalten, für Störungen zu sorgen.
Laut iranischen Staatsmedien verließen die Vertreter des Regimes daraufhin kurzzeitig die Verhandlungen. Die Vertreter der USA wiegelten jedoch ab und erklärten, die Iraner müssten der Bevölkerung zeigen, dass sie hart verhandelten.
Israelischer Vertreter: Symbolischer Rückzug steht in Erwägung
Laut einem am Montag veröffentlichten CNN-Bericht ist Israel zu einem Abzug aus kleineren Gebieten im Südlibanon bereit. Der amerikanische Sender beruft sich auf eine ungenannte israelische Quelle. Der Schritt soll eine Geste an die libanesische Regierung sein und vor allem Symbolwert haben.
Indes strebt Israel an, die zentralen Stellungen im Südlibanon beizubehalten, um weiter gegen die Terrormiliz Hisbollah vorzugehen. So betonte Verteidigungsminister Israel Katz (Likud) am Sonntag, das Militär werde sich nicht von der Burg Beaufort zurückziehen, die Israel vor gut drei Wochen eingenommen hatte.
Harte Kämpfe
Am Samstag und Sonntag meldete die Armee den Tod jeweils eines Soldaten im Südlibanon. Bereits in der Nacht zum Freitag waren vier Soldaten dort gefallen.
Am Sonntag gab die Armee zudem die Entdeckung eines Terrortunnels der Hisbollah bekannt. Er befindet sich demnach unter dem Dorf Madschdal Sun, rund sechs Kilometer nördlich der Grenze. Die Hisbollah habe 20 Jahre lang daran gebaut. Der Tunnel weise vier Startvorrichtungen für Raketen auf und zwölf Wohnunterkünfte. Die Soldaten fanden dort hunderte gelagerte Waffen.
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JD Vance: Israel hat Recht, sich zu verteidigen
US-Vizepräsident JD Vance, der die amerikanische Delegation in der Schweiz anführte, erklärte in einer Pressekonferenz am Montag, Israel habe das Recht, sich zu verteidigen. Allerdings soll die Koordinierungsstelle dazu dienen, dass die Konfliktparteien im Gespräch bleiben, um Eskalationen zu verhindern.
Vance betonte weiter, es gehe nun aber um einen Prozess, an dessen Ende es möglich sein soll, dass sowohl die territoriale Unverletzlichkeit wie auch israelische Sicherheitsansprüche gewahrt bleiben.
Der Iran hat nach den Worten des US-Vizepräsidenten Beobachter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zu Inspektionen eingeladen. Dies sei ein „großer Meilenstein für das amerikanische Volk“ und ein erster Schritt, das Atomwaffenprogramm zu beenden.
Vance sprach zunächst von einer „De-Nuklearisierung“ des Iran, korrigierte sich aber umgehend und nannte nur noch das Atomwaffenprogramm. Dies deutet auf die Bereitschaft der USA hin, dem Iran die Anreicherung von Uran zuzugestehen; zuvor hatte Washington dies abgelehnt. (df)
8 Kommentare
Libanon im Fokus, warum? Libanon, die 32. Provinz des Iran? Iran und USA einigen sich, auf Kosten Israels.
Alberto und Gattin, Israel ist nicht Vertragspartei des Abkommens. Der Iran und USA haben nichts zu diktieren.
Grüsse in die schöne Toskana
In diesem ganzen hin und her wird nicht beachtet von USA, EU usw., dass Iran Hisbollah im Libanon hochrüsteten gegen Israel. Tunnels bauten, gestern wieder entdeckt mit Waffen. Greifen tagtäglich Israels Norden an. FAZIT: Solange IL bombardiert schliessen wir Hormus. Mullahs/ Revolutionsgarden verwirrt? Ja.
Lassen Juden ermorden und Israel soll sich nicht wehren. Katar bei Verhandlungen. Die finanzierten Hamas. Frage? Terrorunterstützer 💀💀die Verhandler?😱😱 Wie schizophren ist das denn?
Ella @ Libanons Präsident Aoun hat klargestellt, dass er für sein Land verhandelt und niemand sonst. Was von diesem plötzlichen Ausbruch von Souveränitätsbestreben zu denken ist, wird die Zukunft zeigen. Auch, ob die Iraner wirklich ernst machen und echte Kontrollen der Atombehörde zulassen. Ich habe da so meine Zweifel.
Schlussfolgerungen:
Die Verantwortlichen der US-Regierung erkennen somit gegenwärtig an, dass der Libanon eine Kolonie des Verbrecherstaats Iran ist.
Die Anführer der Hisbollah-Terroristen werden der israelischen Regierung als gleichsam gleichberechtigt gegenübergestellt (tatsächlich bestimmen bzw. dominieren sie ja die libanesische Politik seit vielen Jahren).
—–
Kommentar? Dazu sehe ich mich außerstande, denn ich befürchte, ich würde den Rahmen des Sachlich-Distanzierten verlassen. Ein Wort vielleicht? Schändlich.
So, so. USA gestatten dem Iran jetzt doch die Anreicherung von Uran. Ein weiterer Verrat Trumps?
Israel darf sich unter keinen Umständen aus dem Libanon ganu zurückziehen. Das gefundene Waffenarsenal im Tunnel bei Majdal Zoun mit 50 voll intakten iranischen Drohnen mit Reichweite von 500km und 8 kg Sprengstoff, nur 6km von Israel entfernt, ist der Beweis. Ich glaube das nicht, dass der Iran die Hisbollah zurückpfeift. Israel sei wachsam! Danke an die IDF, die jeden Tag für ihr Land Kopf und Kragen riskiert.
🇮🇱💙🙏
Im Oktober 2023 musste Israel aufwachen und seine Strategie gegenüber seinen Feinden ändern.
Im Juni 2026 musste Israel aufwachen und seine Strategie gegenüber seinen Freunden ändern.
Was wir für ein auf gemeinsamen Werten gegründetes Bündnis hielten, entpuppte sich als ein von Interessen geleitetes.
Dies sollte Kenner der biblischen Prophetie nicht überraschen. Israel hat die Unterstützung von Nationen stets geschätzt, doch unser tiefstes Vertrauen galt nie Fürsten oder Regierungen.
„Verlasst euch nicht auf Fürsten,
Auf ein Menschenkind, bei dem keine Rettung ist!“
(Psalm 146:3)
Nationen handeln nach ihren Interessen. Gott handelt gemäß seinem Bund mit Israel.
Und auch wenn Freunde enttäuschen und Allianzen sich verschieben, bleibt der Gott Israels für immer treu.
(Amir Tsarfati)
So sehe auch ich es. Gott wird zu seinem Volk stehen, egal was die Feinde Israels schmieden und welche Fallen sie aufstellen mögen.
Am Israel Chai!
Mein Vorschlag:
Die Vertreter der US-amerikanischen Verhandlungsdelegation sollten umgehend ersetzt werden durch die härtesten Cops der USA, die aus langjähriger Erfahrung wissen, wie mit Massenmördern, Terroristen, kurzum: mit Schwerverbrechern verhandelt werden muss. Diese Cops sollten sich sowohl in der Politik als auch in der Verhaltensforschung am Menschen überdurchschnittlich gut auskennen.
Diese neuen Verhandlungsführer sollten gleich zu Beginn eine rote Linie aufzeigen: Wer auch immer in der Verhandlung das Wort „Libanon“ in den Mund nimmt, wird sofort gefeuert. Die weiteren Verhandlungen finden ohne ihn statt.