MAINZ (inn) – Mit drei israelischen Fußballerinnen im Kader hat das Frauenteam des FSV Mainz 05 am Sonntag den Aufstieg in die erste Bundesliga geschafft. Durch den 5:0-Sieg über den Tabellenletzten VfR Warbeyen sicherte sich das Team Platz 2 hinter dem VfB Stuttgart.
Tore für den Aufstieg
Erheblichen Anteil am Erfolg der Mainzer hat Vital Kats: Die 26-jährige Israelin wurde mit 22 Treffern in 20 Spielen Torschützenkönigin der zweiten Liga. Mit insgesamt 77 Treffern hatte der FSV die zweitbeste Offensive der Liga hinter dem VfB mit 81 Treffern.
Kats spielt seit 2024 für Mainz und war vom damaligen israelischen Meister Kiriat Gat nach Deutschland gewechselt. Die in Netanja geborene Mittelfeldspielerin lief 2020 erstmals auch für das israelische Nationalteam auf und kommt bislang auf 13 Einsätze. Mit dem Fußballspielen begann sie in Kanada, wo sie als Kind mit ihrer Familie hinzog.
Ebenfalls seit 2024 spielt die Stürmerin Tamar Goren für die Mainzer. Die 18-Jährige verzeichnet 19 Einsätze und zwei Tore. Die Israelin wurde bereits in den Kader der Nationalmannschaft berufen, kam aber noch nicht zum Einsatz. Ihre Ausbildung erhielt sie in der Jugend von Eintracht Frankfurt.
Im vergangenen Sommer stieß Tal Faingezicht zu dem Team, kam allerdings nur auf einen Einsatz. Zuvor spielte die 25-Jährige ebenfalls bei Kiriat Gat sowie bei diversen College-Teams in den USA. Im Dezember 2023 gab die beidfüßige Verteidigerin ihr Debüt für das Nationalteam. Nach Ende dieser Saison verlässt sie den Verein wieder.
Fanklub in Israel
Der FSV Mainz 05 hat auch einen Fanklub in Israel. Gegründet wurde er von Ramit Avidan. Sie hatte 2002 und 2003 in Mainz studiert, besuchte alle Heimspiele des FSV, erlebte dabei die beiden „Nichtaufstiege“ der Männer unter Jürgen Klopp und schloss den Klub in ihr Herz.
Nach den ersten Freilassungen von Geiseln der Terror-Organisation Hamas im Oktober 2023 zeigte die Mainzer Ultragruppierung „Wildes Gebilde“ ein Banner im Stadion mit dem Gruß „Welcome Home“. Der Fanklub bedankte sich für die Geste.
Bei einem Besuch des Fanklubs im vergangenen Dezember waren unter den Mitreisenden auch Nachkommen des ehemaligen Spielers Willy Holzmann. Der Jude spielte bis 1926 sechs Jahre lang für den FSV, 1933 emigrierte er nach Frankreich.
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Schub nach Sieg gegen Stuttgart
Zum Aufstieg der Frauen beglückwünschte der Fanklub das Team und schrieb auf der Plattform Instagram: „Israel ist stolz und aufgeregt, und freut sich schon, in der kommenden Saison die Spiele von der Tribüne aus anzufeuern.“
Der Fanklub sieht den 4:2-Sieg am 21. März über den späteren Zweitliga-Meister VfB Stuttgart als entscheidenden Schub für die restlichen Spiele. „Seitdem hat Mainz wirklich angefangen, an das ‚Bundesliga-Wunder‘ zu glauben.“
Bei der Partie am 20. von insgesamt 26 Spieltagen hatte der VfB sein Heimspiel ausnahmsweise in der MHP-Arena anstatt auf einem der kleineren Felder neben dem Stadion ausgetragen. Das Spiel besuchten 31.000 Zuschauer, ein Rekordwert für die zweite Liga. Die Stuttgarter zeigten sich allerdings nervös, die Mainzer spielten souverän. Kats erzielte drei Treffer.
Bereits das Hinspiel in Mainz zwischen beiden Teams war bemerkenswert, allerdings mit glücklichem Ausgang für die Stuttgarter: Die Mainzer führten bereits 4:0, Stuttgart gelang aber eine Aufholjagd und erzielte den 4:5-Siegtreffer in der Nachspielzeit.
Sowohl Stuttgart wie auch Mainz gelang ein Durchmarsch in die erste Liga; beide spielten in der Saison zuvor noch in ihren jeweiligen Regionalligen. Mainz befand sich die Saison über bis kurz vor dem Ende nie auf einem der beiden Aufstiegsplätze. Erst am vorletzten Spieltag konnte das Team den SC Sand (aus Willstätt bei Straßburg) überholen. (df)