Die Hohen Feiertage stehen bevor. In diesem Jahr feiern Juden und Jüdinnen vom 11. bis 13. September Rosch HaSchana, das jüdische Neujahrsfest. Der „Kopf des Jahres“, so die wörtliche Übersetzung, erinnert auch an die Schöpfung der Welt.
Vorbereitungen und innerliche Einstimmung beginnen bereits am Anfang des Monats Elul. Als letzter Monat des Jahres ist der Elul traditionell eine Zeit für Einkehr und der persönlichen Überprüfung – eine Zeit, um seine Taten und nicht geleisteten Taten sowie die eigenen spirituellen Fortschritte des vergangenen Jahres noch einmal Revue passieren zu lassen. Eine Zeitspanne, um sich spirituell auf die kommenden „Jamim Nora’im“, wörtlich: „schreckliche Tage“ von Rosch HaSchana bis Jom Kippur einzustimmen.
Die Monatsnamen des jüdischen Kalenders sind babylonischen Ursprungs, Elul kommt vom akkadischen elūlu. Elul ist der zwölfte und letzte Monat des bürgerlichen jüdischen Kalenders und der sechste gemäß der Zählung im biblischen Kalender. Er hat 29 Tage und fällt im gregorianischen Kalender in die Zeit von August und September. Das Jahr „Null“ ist nach jüdischem Glauben das Jahr, in dem G-tt die Welt erschaffen haben soll – so steht es in den jüdischen Schriften. Gemäß dem weltlichen Kalender war dies 3.761 Jahre vor Christi Geburt. An Rosch HaSchana 2026 beginnt laut jüdischer Zeitrechnung das Jahr 5787.
Oft mystische Bedeutung
In theologischen und philosophischen Werken sowie der Kabbala wird ihnen oft auch eine mystische Bedeutung beigemessen. Bezüglich der Bedeutung von Elul kursieren eine Reihe von Erklärungen und Deutungen: Die wohl bekannteste sieht im Namen Elul ein Akronym für den Satz aus dem Buch „Lied der Lieder“ (Hoheslied) – „Schir HaSchirim“: „Ani Ledodi Wedodi Li“ – deutsch: „Ich zu meinem Liebhaber und mein Liebhaber zu mir.“ Demnach ist der Monat Elul eine Zeit der Liebe zwischen G-tt und seinem Volk Israel.
Anderen Quellen zufolge bedeutet Elul übersetzt so viel wie „Suche“, denn der Mensch soll sich in dieser Zeit auf die bevorstehenden Tage des Gerichts und der Versöhnung einstellen.
Als Monat der g-ttlichen Gnade und Vergebung ist Elul eine gebotene Zeit für „Tschuwa“, zur „Umkehr“ zu G-tt: Gebet, Zedaka – wörtlich: Gerechtigkeit im Sinne der jüdischen Wohlfahrt und Armenfürsorge – und dem Anwachsen von Ahawat Israel, der Liebe zu Israel – verbunden mit dem Streben nach Selbstverbesserung und der Annäherung an G-tt.
Der Prophet Jeremia mahnte (31,21–22):
Stell dir Wegweiser auf, setz dir Wegmarken, / achte genau auf die Straße, / auf den Weg, den du gegangen bist! Kehr um, Jungfrau Israel, / kehr zurück in diese deine Städte! Wie lange noch willst du dich sträuben, / du abtrünnige Tochter? Denn der HERR erschafft Neues im Land: / Die Frau wird den Mann umgeben.
Rabbi Schneor Salman von Liadi (1745–1812 ), Schüler von Israel Ben Elieser, war Oberhaupt der chassidischen Bewegung in Weißrussland. Er ist auch bekannt als Baal Schem Tov (Träger des guten Namens) und Begründer des Chassidismus. Rabbi Schneor, sein Vorname bedeutet „zwei Lichter“, vergleicht den Monat Elul mit einer Zeit, wenn „der König im Feld ist“. Im Gegensatz zu der Situation, wenn der König im Palast ist,– hat jeder und jede im Monat Elul die Möglichkeit, G´tt zu begegnen.
Sein Name Schneor wurde auf seine zwei Hauptwerke bezogen, Schulchan Aruch HaRav und Das Buch Tanja zur Kabbala. Sein Vater Baruch war ein Nachkomme des Prager Rabbiners und Philosophen Judah Löw.
Ruf zur Umkehr
Besondere minhagim (Bräuche), für Elul schließen das tägliche Blasen des Schofar, als Ruf zur Umkehr, ein. Der Baal Schem Tov etablierte den Brauch, jeden Tag drei zusätzliche Psalmen zu rezitieren: Vom 1. Elul bis Jom Kippur, dem Versöhnungstag werden die verbleibenden 36 Psalmen rezitiert, womit das ganze Buch komplettiert wird.
Im Monat Elul sprechen gläubige Juden und Jüdinnen die Slichot, die Bußgebete, dazu üblicherweise auch an allen Fastentagen, mit Ausnahme von Tischa beAw. Der Beginn der Slichot-Rezitation hängt davon ab, welcher Tradition man folgt.
Sefardische Jüdinnen und Juden beginnen am Anfang des Monats Elul und stehen bereits vor dem Morgengrauen auf, um die Slichot zu sprechen. So lesen wir es im Shulchan Aruch (Orach Chajim 581,1), wörtlich „gedeckter Tisch“. Diese autoritative Zusammenfassung religiöser Vorschriften des Judentums wurde im 16. Jahrhundert von Josef Karo (1488–1575) verfasst und in der Folgezeit von mehreren Rabbinergenerationen überarbeitet.
Die aschkenasischen Juden beginnen mit den Slichot Samstagnacht nach der Hawdala des Schabbats, der Rosch HaSchana vorangeht, präzise gesagt: zur halachischen Mitternacht. Das ist der Zeitpunkt, der genau zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang liegt. Würde die Sonne um 20 Uhr untergehen und um sieben Uhr wieder aufgehen, wäre dies folglich gegen halb zwei nachts.
Schon der Machsor von Vitry – ein liturgisches Werk für die Hohen Feiertage, das im 11. Jahrhundert in Frankreich verfasst wurde – kennt den Brauch, „in der Nacht nach dem Schabbat vor Rosch HaSchana früh vor Sonnenaufgang aufzustehen und um Gnade zu bitten“. An den folgenden Tagen reiche es aus, die Slichot vor dem Morgengebet zu sprechen. Diese Praxis hat sich in vielen Gemeinden durchgesetzt, auch, um den Biorhythmus nicht völlig durcheinanderzubringen.
Im Schulchan Aruch wiederum steht: „Es ist üblich, während der ‚Aschmoret‘-Zeit, somit dem letzten Drittel der Nacht, aufzustehen, um Slichot und Bittgebete vom Anfang des Monats Elul bis zum Jom Kippur zu rezitieren.“
Unterschiedliche Bräuche
Rabbi Moses Isserles (1530–1572) bestimmte die Halacha für den aschkenasischen Raum. Das hebräische Wort heißt „der Weg“ oder „das Gehen“. Die Halacha ist das jüdische Religionsgesetz, welches die Gesamtheit aller religiösen Gebote und Verbote sowie Regeln für das tägliche Leben, die Ethik und das Ritual umfasst.
Isserles fügte folgenden Kommentar hinzu: „Der Brauch der ashkenasischen Juden ist nicht wie oben erwähnt, sondern vielmehr – während des Monats Elul –, den Schofar nach dem Morgengebet zu blasen … und am Sonntag vor Rosch HaSchana während Aschmoret aufzuwachen. In dem Fall, dass Rosch HaSchana auf einen Montag oder Dienstag fällt, beginnen wir mit dem Sonntag der vorherigen Woche.“
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In gewisser Weise ist die aschkenasische Praxis eine Erweiterung des Brauchs, der von Maimonides, dem Rambam (1135–1204) in Hilchot Teshuwa (3, Halacha 4) erwähnt wird: „Es ist jedermanns Brauch, in der Nacht während der zehn Tage, zwischen Rosch HaSchana und Jom Kippur, zu erwachen und Bittgebete und Worte des Erwachens bis zum Einbruch des Tageslichts zu beten.“
Die aschkenasische Praxis fügt mindestens vier Tage hinzu. Diese vier Tage sind, wie die Mischna Brura erklärt, dazu gedacht, die vier Tage zwischen Rosch HaSchana und Jom Kippur, in denen wir nicht fasten dürfen, zu ersetzen. Denn es ist Brauch, während der Aseret Jemei Teshuwa, der zehn Bußtage, zu fasten.
Sefardische Jüdinnen und Juden rezitieren hingegen während des gesamten Monats Elul Bußgebete als Vorbereitung auf Rosch HaSchana. Das Fasten an den Tagen, an denen Slichot gesagt werden, ist heute nicht mehr weit verbreitet: es erklärt jedoch, warum die Slichot als Gebete der Fastentage in dieser Zeit gesprochen werden.
Die Eigenschaften G-ttes
Den Kern der Slichot bilden die „schlosch essre middot“ – die „13 Eigenschaften“ G-ttes – sie werden im 2. Buch Mose 34,6–7 genannt:
Und der HERR ging vor seinem Angesicht vorüber und rief]: Herr, Herr, Gott, barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und reich an Gnade und Treue], der Gnade bewahrt an Tausenden ⟨von Generationen⟩, der Schuld, Vergehen und Sünde vergibt, aber keineswegs ungestraft lässt, ⟨sondern⟩ die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern und Kindeskindern, an der dritten und vierten ⟨Generation⟩.
Der Talmud (Rosch HaSchana 17b) kennt das Sprechen der 13 Eigenschaften bereits und erzählt, G-tt selbst habe sie Mose gelehrt.
Rabbi Jochanan Ben Sakai war ein bedeutender jüdischer Weiser der späten Zeit des Zweiten Tempels und der erste jüdische Weise, dem in der Mischna der Titel „Rabbi“ zugeschrieben wurde. Er berichtet Folgendes: Nach der Episode mit dem Goldenen Kalb habe Mosche gefühlt, dass die Sünde des Volkes so groß war, dass er selbst für Israel eintreten musste. Da habe ihn G-tt die 13 Eigenschaften gelehrt und gesagt: „Wann immer Israel sündigt, lass es dies in der richtigen Reihenfolge sprechen, und ich werde ihnen vergeben.“
Rabbi Jochanan nennt dies einen Bund mit G-tt. Er garantiere dem jüdischen Volk, dass der Weg zur Vergebung offensteht. Die persönliche Tschuva, die „Umkehr“, ersetzt der Bund jedoch nicht. Großbritanniens ehemaliger Oberrabbiner Jonathan Sacks (1948–2020) nannte die 13 Eigenschaften eine „Selbstdefinition“ G-ttes.
Schon der Talmud schlägt den Bogen von den 13 Eigenschaften zu Buße und Umkehr, wie sie zu den Hohen Feiertagen von den Menschen gefordert werden: „G-tt legte sich einen Tallit an wie ein Vorbeter und lehrte Mosche die Ordnung des Gebets. Sooft Israel sündigt, soll es vor mir nach dieser Ordnung beten, und ich vergebe ihm seine Sünden.“
Weniger als 13 Attribute
Wer die Attribute der Auflistung zählt,wird bemerken, dass es weniger als dreizehn Eigenschaften sind. Diese Unstimmigkeit ist auch den jüdischen Weisen aufgefallen, auch, dass ein Teil des Toratextes nicht gesagt wird, er lautet: „Doch straflos hingegen lässt er nicht; er ahndet die Schuld der Väter an Kindern und Kindeskindern, an der dritten und der vierten Generation.“
Die Erklärung lautet: Die aufgezählten Eigenschaften beziehen sich nicht nur auf die im Text genannten Adjektive, sondern vielmehr auf den gesamten Text und somit auch auf die doppelte Nennung des G-ttesnamens. Einmal stehe G-ttes Name für das Mitgefühl vor einer Sünde – so lautet eine Interpretation – und ein andermal stehe Sein Name für das Mitgefühl nach der Sünde.
Der Monat Elul verbunden mit der Rezitation der Slichot ist eine sehr ernste Zeit im jüdischen Kalender: Die Slichot sollen ein Erwachen zur Tschuva, zur „Umkehr“ und somit zur Reue, sein.Sie erinnern uns daran, dass wir uns – wenn wir gesündigt haben – in einer „Nachtzeit des Lebens“ befinden, G-tt anrufen müssen, dass Er uns leite und uns bei der Umkehr zu Ihm beistehen möge. Das jüdische Neujahrsfest Rosch haShana wird auch als Tag des g-ttlichen Gerichts bezeichnet. Wenn der Mensch seine Sünden erkennt und umkehrt, dann ist ihm mit den Schlosch Esrei Middot Vergebung zugesagt.
Der Elul begann in diesem Jahr am Abend des 13. August. Das Neujahrsfest beginnt am Abend des 11. September. Jom Kippur ist am 10. Tag des jüdischen Jahres.
29 Kommentare
In einigen Bundesländern in Deutschland wurde der Buss- und Bettag zur Finanzierung des Arbeiteranteils der Pflegeversicherung gestrichen.
Mit anderen Worten, haben wir gesündigt, leben wir nicht mehr richtig, haben wir das Leben zu einer Farce pervertiert und uns selber einen Makel angeklebt, so daß uns nur eine umfassende Buße, die nicht über einen Vermittler, also einen Priester oder Beichtvater wie im Christentum, sondern direkt vor dem Ewigen abgelegt wird, wieder in das richtige, echte Leben zurückführen kann. Tun wir das nicht, legen wir keine umfassende Buße ab wird diese Schuld bis in die folgenden Generationen weitergetragen, je nach Schwere des Vergehens . Ist das so in etwa zu verstehen ?
Danach wäre Rosh ha Shanah für jeden persönlich so etwas ähnliches wie ein kleines Jüngstes Gericht am Ende eines jeden Jahres.
Sehe ich das richtig?
Obwohl ich nicht praktiziere, also dem säkularen Judentum angehöre, interessiert mich diese Frage dennoch.
SHALOM
Klaus, durch den Sündenfall Adams hat jeder Mensch ein ererbte, sündige Natur, die uns gefangen hält und unweigerlich zum Tod führt. Sünde bricht immer die Gemeinschaft mit Gott ab, sie passt nicht zu Gottes Heiligkeit, denn das Sündenproblem ist ein tiefer, existenzieller Bruch , der nicht durch Reue oder moralische Anstrengung gelöst werden kann. Das ist die Wahrheit, die viele Menschen nicht hören wollen. Sie ist schwer auszuhalten und wer die Wahrheit sagt, braucht ein gut gesatteltes Pferd. Wir können für jede Sünde Vergebung erhalten, ein Leben lang, das ist einzig durch das Werk Jesu Christi am Kreuz möglich geworden und das ist auch meine Rettung. Ich darf meine Verfehlungen in seinem reinen, sündlosen Blut waschen lassen. Für diese Wahrheit werden Christen und messianische Juden verfolgt. Ausgerechnet diese Verfolgungen beweisen, dass die Gläubigen auf der Seite der Wahrheit stehen. Jesus weist niemand zurück. Jeder darf kommen. Mein Leben gehört Jesus Christus. Wer auf Erden nicht mit Gott leben will, wird auch nach dem Tod in ewiger Trennung leben. Wer seine Schuld nicht an Jesus abgeben will, muss selbst die Konsequenzen für sein Verderben und Gottesferne tragen. Alles ist freiwillig.
Liebe Marita,
Sie schreiben…durch den Sündenfall Adams hat jeder Mensch eine ererbte, sündige Natur, die uns gefangen hält…..
Erlauben Sie mir folgende Anmerkungen:
Weder das Judentum noch der Islam kennen das Konzept der Erbsünde.
Auch im Buddhismus gibt es weder einen schuldhaften Sündenfall am Anfang der Menschheit noch eine angeborene moralische Schuld, das Leben basiert auf dem Prinzip von Ursache und Wirkung.
Im Hinduismus gilt das Konzept der Eigenverantwortung, auch der Bahaií Glaube lehrt keine Erbsünde. Auch im Jesidentum kommt jeder Mensch frei von Sünde auf die Welt. Um nur einige zu nennen.
Herzliche Grüße aus Jerusalem.
Gundula Madeleine Tegtmeyer
Liebe @Frau Tegtmeyer
Das haben Sie sooo schön und liebevoll geschrieben. Und Marita ist eine ganz wundervolle Foristin hier. Ich mag sie sehr. Aber manchmal denke ich auch,wir Christen sind zu eifrig und verstehen das Judentum nicht wirklich. Und dabei,ohne Judentum hätten wir kein Christentum. Wir müssen als Christen lernen,das dies im Judentum anders ist. Ich erinnere immer gerne an den alten Bund. Vielen lieben Dank für Ihren Bericht. Der war sehr informativ für mich. Auch die zusätzliche Erklärung von @Am Israel chai an Klaus. Ich bin sehr an dem ursprünglichen Christentum interessiert. Und da gelten auch bestimmte Feiertage und natürlich der Shabbat. Die wir halten sollen.
Ich danke Ihnen und wünsche Ihnen eine schöne und gesegnete Woche.
Liebe Grüße Manu 🇮🇱🇮🇱🇮🇱🇮🇱🇮🇱🙏🙏🙏🙏
Liebe Gundula, ich schicke einen Dankesgruss an Sie zurück. Bitte lesen Sie Römer 5 :: Durch einen Menschen–Adam– ist die Sünde in die Welt gekommen. Adam hat mit seiner Sünde das ganze Menschengeschlecht in Tod und Verdammnis geführt. Von der Erbsünde Adams sind alle betroffen. Das Gesetz in Israel hat mit der Sündenfrage nichts zu tun, denn Sünde war schon immer da, wenngleich sie noch nicht als Schuld erkannt wurde. Adam brachte die Welt in die Stellung von Sündern. Christus bringt alle Glaubenden in die Stellung von Gerechten. Womit ? Durch das Blut am Kreuz.
Liebe Marita,
Im Judentum bedeutet Sünde, das Ziel zu verfehlen und gegen Go`ttes Gebote aus der Torah zu verstoßen. Es gibt im Judentum keine Erbsünde: Jeder Mensch wird rein geboren und hat den freien Willen, sich zwischen Gut und Böse zu entscheiden. Durch Reue, Wiedergutmachung und Vergebung kann der Mensch seine Schuld immer wieder bereinigen. Im Judentum ist Jeder und Jede alleinverantwortlich für sein/ihr Tun und die Dinge, die wir unterlassen haben zu tun.
Ich verweise auf Kol Nidre und meinen Artikel, über Arnold Schönberg, in dem ich explizit auf die Bedeutung von Kol Nidre eingehe. Schönberg hat das Kol Nidre vertont.
https://www.israelnetz.com/die-gleichberechtigung-der-toene/
Das Konzept der „Erbsünde“ ist unvereinbar mit dem Judentum, es ist eine christliche Lesart der Bibel. Ich verweise auch gerne auf Chabad.org/Ausgemerzte Sünde
https://de.chabad.org/library/article_cdo/aid/4921/jewish/Ausgemerzte-Snde.htm
und
Jewish Virtual Libary
Judaism´s rejection of Original Sin
https://jewishvirtuallibrary.org/judaism-s-rejection-of-original-sin
Meine Zeilen teile ich in Respekt vor Ihnen und auch in Akzeptanz unterschiedlicher Konzepte und Interpretationen im Christentum hisichtlich des Konzepts der Erbsünde, die wir im Judentum nicht kennen, vielmehr: Wir lehnen das Konzept des Erbsünde ab.
Herzliche Grüße aus Jerusalem.
Gundula Madeleine Tegtmeyer
Liebe@Marita
Für das Judentum ist der Römerbrief-wie das gesamte Neue Testament-kein Teil der heiligen Schriften oder religiösen Gesetzgebung. Schaue mal im Internet nach.
Ich grüße dich ganz lieb und wünsche dir eine gesegneten Woche.
Manu🇮🇱🇮🇱😘🙏🙏🌺🌻
Liebe Manu, das ist mir nicht neu. Dir auch eine behütete Zeit. Herzliche Grüsse 🌹
Es fällt mir sehr schwer Ihre Frage zu beantworten, weil sie sehr kompliziert formuliert ist. Die Frage spiegelt ihr hohes geistiges Niveau wider. Ich denke, dass eine direkte Beichte beim Ewigen genauso wirksam ist, wie die bei einem Beichtvater. Eigentlich bin ich evangelisch getauft, komme aber mit meiner Kirche nicht zurecht, weil sie für mich zu verweltlicht ist. Das man manchmal für die Süden seiner Vorfahren bezahlen muss, was im Alten Testament drinsteht, das kommt mir manchmal so vor. Es kann aber auch sein, dass ich mir dies nur einbilde.
Ja, richtig. Wir strenge Katholiken haben so was nicht.
@nicht immer Deutschland schlecht reden, auch wenn ich als Christ das auch sehr schade finde, aber ich könnte jetzt erwidern, dass die radikalen Siedler auch dringend Buße tun sollten.
Das sehen ja viele Foristen, bei aller Liebe zu Israel siche ebenso, deshalb will ich jetzt keine hitzige Diskussion anzetteln. Verstehen sie bitte richtig.
Reinhard @ ich habe zwar nicht genau verstanden, worauf sich ihr Kommentar bezieht (Klaus ?) , aber ich bin erleichtert, dass ich nicht die Einzige bin, die das ständige Deutschland-Bashing einiger, nicht aller, Foristen aufregt. Es liegt meiner Ansicht auch daran, dass so manch eine(r) nicht über den Tellerrand schaut. Meine jüdischen Freunde hier, alles kluge Leute, halten die Massnahmen gegen Antisemitismus in Deutschland für vorbildlich…vor allem verglichen mit Frankreich , Grossbritannien oder Trumps USA.
@ Klaus. Rosch ha- Shana unsere Zeit der Reue. 10 Tg. später Versöhnung mit Jom Kippur. In der Synagoge hören wir das Widderhorn/ Schofar. G’TT öffnet die Bücher des Lebens, in denen sich unser Schicksal befindet für das kommende Jahr. Wir schenken uns Apfel/ Honig. So wünsche ich dir ein süßes Jahr.
Le- schana towe tikatewu. ✡️🇮🇱
Nachtrag: Ich war mal zu Rosch ha Schana in Auschwitz- Birkenau. Wohnte direkt gegenüber Parkplatz/ Eingang. Papas erste Frau wurde dort ermordet im KZ. Mit dem kath. Priester im Hotel hatte ich Vollzoff. Der sagte, Juden bilden sich ein, das auserwählte Volk zu sein. ( Idiot) Ich weiß nicht, ob dem EWIGEN meinen Streit mit dem Typen gefallen hat, denn bereut habe ich es nicht….du verstehst das sicher.Und der EWIGE kennt uns. ….Shalom
Am Israel chai
Danke für deine Zusatzerklärung an Klaus. Und auch danke für deinen Kommentar an mich. Denn eigentlich geht’s ja in dem Bericht um Rosch ha-Shanah. Das hat für mich nichts mit Buss-und Bettag zu tun. Zwei paar Schuhe.
O.T. Meiner Schwester geht’s nach dem 2. Durchgang von Chemo gut. Keine Übelkeit. Eine Mitpatientin,die da auch war(Meine Schwester kann nach Chemo nach Hause) meinte,es geht ihr selbst auch gut. Der Haarausfall fing nach dem 3. Durchgang an. Aber sonst ginge es ihr gut. Mal abwarten.
Liebe Grüße Manu 😘😘🇮🇱🇮🇱🇮🇱🇮🇱
Liebe Manu, die Medikamente haben sich in den letzten Jahren verbessert, aber jeder reagiert halt doch unterschiedlich darauf. Aber schön, dass deine Schwester es verträgt. Beten wir, dass es anschlägt, euch beiden alles Gute.
@Christin
Ich danke dir. Ja,vieles hat sich verbessert und wird besser vertragen. Ich hoffe,es geht ihr lange gut.
Liebe Grüße Manu 🙏🙏🙏💊💉
@Ute Engels
Der Buss-und Bettag hat aber nichts mit RoschHaSchana zu tun.
Nein, Manu. Grundverschieden. Shalom
Ja, Sie haben vollkommen Recht.
Danke für den lehrreichen Artikel und die inspirierenden Kommentare.
Danke für diese überaus interessante Erklärung, liebe Frau Tegtmeyer.
Auch wir nehmen uns an Neujahr immer wieder vor, bessere Menschen zu werden. Aber Buße bedeutet nicht Besserung. Sie führt eher zu einer Sinnesänderung, einer Überzeugung, die Gott mir ins Herz legt, damit ich erkenne, dass ich den Erlöser brauche. Diese Einladung zur Umkehr gilt für mich an jedem Tag des Jahres.
Interessant finde ich den Aspekt Zedaka – wörtlich: Gerechtigkeit im Sinne der jüdischen Wohlfahrt und Armenfürsorge.
Zur Abschaffung unseres Buß-und Bettages sagte Wolfgang Schäuble einmal:
„Selten schauen wir auf diejenigen, die weniger haben als wir selbst. Wir müssen aufpassen, sonst verliert unsere Gesellschaft die Gemeinwohlorientierung und zerfällt. Der Wert eines Tages, an dem Umkehr gefordert wird, lässt sich in einer volkswirtschaftlichen Rechnung nicht abbilden. Deswegen brauchen wir einen lebendigen Bezug zu Gott.“
Gute Entscheidung der Juden, die Zeit der Buße und Umkehr bewusst zu begehen.
Danke Frau Tegtmeyer. Ich freue mich immer über solche Einblicke.
Liebe Gundula, gerne lese ich weiterhin Ihre Texte und schätze Sie sehr. Dass wir im geistlichen Verständnis meilenweit voneinander entfernt sind , konnte ich nicht ahnen. Das hat mich kalt erwischt. 🥲 In der Tat sind die 3 Hauptdogmen Erbsünde, das Kommen Jesu und die Versöhnung durch den Tod Jesu die grosse Trennung zwischen Judentum und Christentum. Für meine Person ist halt das christliche Menschenbild maßgeblich. 1.Mose 17/2 : …an dem Tag, an dem du davon isst, wirst du des Todes sterben. Für mich ist Gottes Vergebung das allerhöchste Privileg und die jüdische Interpretation undenkbar. Offen bleibt, weshalb dann Mose, einer der höchsten jüdischen Propheten, Gott nicht begegnen konnte. 2.Mose 33 :: Mein Angesicht kannst du nicht sehen, denn kein Mensch wird leben, der mich sieht. Ich bin sehr gespannt, wie Gott das löst . Meine Beziehung liegt in Christus allein. Ihnen Gottes Segen !
@Marita
Ich finde es ganz toll, dass du und Frau Tegtmeyer euch so respektvoll und akzeptierend trotz unterschiedlicher Ansicht austauscht. Dazu erst einmal großes Lob und Danke. Aber das hätte ich mir bei euch beiden auch nicht anders vorstellen können. Wir anderen Foristen können uns davon eine Scheibe abschneiden.
Wir wissen ja, dass die Juden es anders sehen als wir. Trotzdem finde ich die christlichen Belehrungen (nicht von dir) oft unangebracht. Ich bin da ganz auf deiner Linie. Wäre ich nicht als Sünder geboren, bräuchte ich nicht auf den Erlöser, den Messias setzen.
Auch wenn dich die jüd. Meinung „kalt erwischt“ hat, kommen wir in der Liebe Gottes wieder zusammen. Da bin ich froh.
Ganz liebe Grüße Ella 💝🫶
Danke, Du liebe Ella für Deine warmen und so fürsorglichen Worte, die mir ein echter Trost sind. 😍💞🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹
Du bist tief in meinem Herzen. Wir sind Erben desselben Segensbundes , den Gott Abraham gegeben hat. Dein lieber Mann wird wissen, was er für eine Perle geheiratet hat. Gundulas Ausführungen sind für mich ebenfalls hochinteressant und ich lerne so Manches, was ich auf der Bibelschule nicht gelernt habe. Ich grüsse Dich herzlich mit Gal.3/29 :: Wenn ihr aber Christus angehört, dann seid ihr Abrahams Erben, kraft der Verheissung ! Damit ist alles gesagt ! Daran hängen wir uns ! Wir können immer im Gebet füreinander einstehen, auch länderübergreifend, und das wird auch nötig sein.
@Marita
Dankeschön 🫂💝
Die Ausführungen von Frau Tegtmeier sollte unser Freund Dobat mal lesen. Sein Kommentar dazu dürfte wohl wieder interessant ausfallen.
Insbesondere das Konzept von freiem Willen bei der Wahl des Weges, das fehlende Konzept der Erbsünde, die Eigenverantwortlichkeit für sein Handeln, und das nicht festgeschmiedete Schicksal dürften ihn auf den Plan rufen. Darüber hinaus gibt es im Judentum kein Paradies und auch keine Hölle in christlichem Sinne, sondern nach Jehoshafat den Wiederaufbau der Welt mit Hilfe aller gutwilligen Überlebenden von Armageddon. Die übrigen, so würde ein SF-Autor es wohl bezeichnen, verwehen im Nichts, oder im, was immer das sein mag, Hyperraum.
Aber das ist nur meine Lesart.
SHALOM
Was den Teufel, also Urian betrifft, so wird er auf seinem Posten verbleiben, als fortgesetzte Buße für seine Rebellion und im Auftrag des Ewigen als Vertreter alles Bösen und als Verführer, bis zum Tag der entgültigen Vernichtung des Universums durch den Ewigen. Danach wird er wohl in die Reihen der Engel des Ewigen zurückkehren und ohne Bosheit wieder ganz klein beginnen……bei der nächsten Bereshit, der nächsten Genesis. Wer dann den Part des Bösen übernimmt, wer kann es wissen? Da gibt es nur EINEN.
Aber auch das ist nur meine Lesart, nur meine.
SHALOM