Wie sich das Wetter auf israelische Namen auswirkt

Viele Vornamen in Israel beziehen sich auf Wetterphänomene. Bei den beliebtesten Namen für Neugeborene kommen sie allerdings nicht vor.
Von Israelnetz
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Foto: Pixabay

Der hebräische Blitz ist sowohl bei Vor- als auch bei Nachnamen beliebt

JERUSALEM (inn) – Viele Menschen in Israel tragen Vornamen, die mit dem Winter oder allgemein mit dem Wetter zu tun haben. Am weitesten verbreitet ist Barak, das bedeutet „Blitz“. So heißen insgesamt 5.059 Israelis, wie die Bevölkerungs- und Einwanderungsbehörde Ende November bekanntgab.

Den zweiten Platz belegt der Name Sa’ar (Sturm) mit landesweit 2.413 Vertretern. Darauf folgen Raviv (altes Wort für Regen) mit 635 Namensträgern, Keschet (Regenbogen) mit 520 und Matar (Tau) mit 511. Die englische Bezeichnung für Regen, Rain, haben 370 Menschen als Vornamen. 169 Israelis heißen Sufa (heftiger Sturm).

Ferner sind 73 Personen mit dem Vornamen Ra’am (Donner) registriert. Die Behörde hat außerdem 19 Einwohner namens Scheleg (Schnee), 14 mit dem Namen Geschem (Regen) und sieben namens Barad (Hagel) ausgemacht. Direkt nach dem Winter sind zwei Israelis benannt, sie heißen Choref. Davon berichtet die Zeitung „Ma’ariv“.

Hinzu kommen Familiennamen, die durch das Wetter inspiriert sind. Barak und Raviv treten besonders häufig auf. Ein bekannter Vertreter des Nachnamens „Blitz“ ist ein früherer Premierminister. Er wurde 1942 als Ehud Brug im Kibbutz Mischmar HaScharon geboren. Während des Militärdienstes änderte er seinen Namen in „Barak“. Von 1999 bis 2001 war er israelischer Regierungschef.

Muhammad beliebtester Jungenname

Der Trend allerdings wendet sich vom Wetter weg: Der häufigste Name für Neugeborene in Israel bleibt Muhammad. Im Jahr 2020 wurden 2.394 Babys so genannt. Bei den Mädchen belegte Maja mit 1.133 Neugeborenen den ersten Platz. Der Name ist zwar vor allem bei Juden beliebt, aber auch Nichtjuden vergaben ihn.

Bei den jüdischen Jungen führt David die Statistik an. So heißen 1.536 Kinder, die 2020 geboren wurden. Darauf folgen Lavi und Ariel. Den ersten Platz der jüdischen Mädchennamen belegte zum vierten Mal in Folge Tamar, 1.116 Babys wurden so genannt. Am zweithäufigsten kam Abigail vor, am dritthäufigsten No’a. Auf Muhammad folgen bei den muslimischen Jungen Ahmed und Adam. Der beliebteste Mädchenname ist hier Marjam.

Unkonventionelle Anfragen

Wer seinen Vor- oder Nachnamen ändern möchte, muss einen Antrag bei der Bevölkerungs- und Einwanderungsbehörde stellen. Der Gesetzgeber ermöglicht das jedem Israeli einmal in sieben Jahren. Abgelehnt wird die Anfrage im Fall von Verletzung öffentlicher Gefühle oder Irreführung der Öffentlichkeit.

„Die Verleihung eines Namens oder seine Änderung ist ein bedeutsamer Vorgang. Deshalb bezieht sich das Namensgesetz mit vollem Ernst auf das Thema“, zitiert die Zeitung „Yediot Aharonot“ die Behörde. Doch nicht immer herrsche dieser Ernst: „Im Laufe der Jahre stießen wir auf nicht wenige Fälle, die ein Lächeln auf die Gesichter der Mitarbeiter zauberten, sei es wegen der Originalität des Antrages oder wegen der unkonventionellen Anfragen, auf die sie mitunter stoßen. So oder so werden die Anträge im Einklang mit den Regeln überprüft – und möglichst angenommen.“

Gelächelt haben die Mitarbeiter unter anderem, als ein Mann seinen Namen in Arnav ändern wollte. Es ist das hebräische Wort für „Hase“. Ein Bewohner aus Südisrael schrieb in einem ausführlichen Brief, er wolle 23 Namen aus dem Tanach (der Hebräischen Bibel) übernehmen. Denn er habe in der Nacht geträumt, dass er das tun solle.

Ein anderer Mann wünschte, dass sich die Liebe zu zwei Haustieren in seinen Namen widerspiegele. Zuerst beantragte er statt seines Familiennamens den Namen der Katze. Dem wurde stattgegeben. Einige Zeit später wollte er sich beim Vornamen an dem Hund orientieren.

Aus Kishont wurde Kishon

Neueinwanderer ändern häufig ihren Namen. Besonders bekannt ist die Episode, wie der 2005 verstorbene Satiriker Ephraim Kishon zu seinem hebräischen Namen kam: Geboren wurde er 1924 als Ferenc Hoffmann. Doch wegen der Kommunisten benannte er sich nach dem Zweiten Weltkrieg um in Kishont, das bedeutet auf Ungarisch „Kleiner Hont“. Einen Schriftsteller namens Hont gab es nämlich schon.

Der Satiriker erzählt weiter, dass der Einwanderungsbeamte in Israel mit der Kombination Ferenc Kishont nichts anfangen konnte. Das T am Ende habe er weggelassen und aus dem Vornamen schlicht Ephraim gemacht. Auf diese Weise sei er zu dem Namen gekommen, unter dem er auch in Deutschland bekannt wurde. Kishon hat sich nach eigenen Angaben deshalb auf Satire verlegt: „Das war der Augenblick, in dem wir, der Staat Israel und ich, den Entschluss fassten gemeinsam humoristische Geschichten zu schreiben. Nach einem solchen Beginn konnte es ja gar nicht anders weitergehen.“ (eh)

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Eine Antwort

  1. Bitze haben doch nichts mit dem Wetter zu tun. Sie entstehen wenn der HERR zornig ist, weil jemand etwas nicht Koscheres getan hat.

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