„Warum haben Sie geschwiegen?“: Geisel konfrontiert UN-Berichterstatterin

Eine ehemalige Geisel konfrontiert die UN-Sonderberichterstatterin für Gewalt gegen Frauen mit eigenen Erlebnissen. Diese bezweifelt die Berichte hartnäckig.
Von Israelnetz

GENF (inn) – Die ehemalige Gaza-Geisel Ilana Gritzewsky hat vor dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen gesprochen. Sie konfrontierte die UN-Sonderberichterstatterin für Gewalt gegen Frauen, Reem Alsalem, am Dienstag mit deren verharmlosender Darstellung sexueller Gewalt gegen Opfer des 7. Oktober 2023.

„Halb nackt und sieben Terroristen über mir“

Gritzewsky begann ihre Ansprache: „Ihr Bericht befasst sich mit Gewalt gegen Frauen. Warum wird die Hamas darin nicht erwähnt?“ Die 32-jährige Israelin schilderte ihre Erlebnisse während des Massakers vom 7. Oktober. Damals drangen Hamas-Terroristen in den Kibbuz Nir Os ein und misshandelten sie, bis sie das Bewusstsein verloren habe.

„Danach wachte ich halb nackt auf, während sieben Terroristen über mir standen. Dabei wusste ich nicht, was in den Augenblicken zuvor mit mir geschehen war“, sagte sie laut der Zeitung „Yediot Aharonot“. „Ich durchlebte Tage voller Schmerzen und Schrecken in der Gefangenschaft, und bis heute begleitet mich das Gefühl der Ohnmacht. Aus der Geiselhaft kehrte ich mit einer gebrochenen Hüfte, einem gebrochenen Kiefer und einer zutiefst verletzten Seele zurück.“ Bereits im August 2025 hatte Gritzewsky vor dem UN-Sicherheitsrat ihre Erlebnisse als Geisel geschildert.

Sonderberichterstatterin nennt Vorwürfe „Desinformation“

Alsalem hatte im November erklärt: „Keine unabhängige Untersuchung hat festgestellt, dass am 7. Oktober Vergewaltigungen stattgefunden haben.“ Zudem schrieb die Sonderberichterstatterin im Rahmen einer Debatte in Sozialen Medien über ein Gerichtsverfahren gegen Soldaten, denen sexueller Missbrauch eines palästinensischen Häftlings im Internierungslager Sde Teiman vorgeworfen wird: „Kein Palästinenser hat Vergewaltigungen in Gaza bejubelt.“

Im April bekräftigte sie ihre Haltung erneut und erklärte, die Vorwürfe massenhafter sexueller Gewalt gegen Israelis am 7. Oktober seien „Desinformation“. Diese dienten dazu, „den Völkermord an den Palästinensern zu rechtfertigen“. Dabei hatten selbst die Vereinten Nationen in einem Bericht im März 2024 den Einsatz sexueller Gewalt durch die Hamas während des Massakers dokumentiert.

„Ich bin der lebende Beweis für sexuelle Gewalt durch die Hamas“

Gritzewsky warf Alsalem vor, gegenüber jüdischen Opfern sexueller Gewalt während und nach dem 7. Oktober „Schweigen und Leugnung“ zu praktizieren.

Heute stehe Gritzewsky nicht „als Bericht oder Statistik“ hier, sondern „als eine Frau, die überlebt hat. Ich bin der lebende Beweis für sexuelle Gewalt durch die Hamas. Als ich und andere israelische Frauen darum flehten, nicht vergewaltigt zu werden – warum haben Sie geschwiegen?“

Die 50-jährige Alsalem ist seit 2021 als UN-Sonderberichterstatterin für Gewalt gegen Frauen und Mädchen sowie deren Ursachen und Folgen tätig. Kürzlich äußerte sie ihr Staunen darüber, wie schnell sich Fehlinformationen und Desinformation wie ein Lauffeuer verbreiten“, und dabei auf Äußerungen von Francesca Albanese, der UN-Sonderberichterstatterin für die palästinensischen Gebiete, verwiesen. Albanese hatte erklärt, die israelische Armee habe ihre Vorwürfe gegen die Hamas, darunter Behauptungen über Enthauptungen und Vergewaltigungen, nicht belegen können.

Die in Ägypten geborene Alsalem lebt in Jordanien. Sie ist ausgebildete Juristin und arbeitete bereits zuvor für die Vereinten Nationen. Zu Beginn der Sitzung am Dienstag berichtete sie über einen Besuch in Kuwait, bei dem sie die Fortschritte bei den Frauenrechten im Land untersucht habe. Ihrer Einschätzung nach leiste Kuwait „hervorragende Arbeit“ auf diesem Gebiet. Etwaige Verbrechen durch die Terror-Organisation Hamas nannte sie nicht.

Medienberichten zufolge ging Alsalem auf die Schilderungen Gritzewskys nicht ein, sondern verließ den Raum mit gesenktem Kopf.

Bereits im Dezember vergangenen Jahres forderten mehrere Hundert jüdische Führungspersonen die Absetzung der Jordanierin.

UN-Kommission wirft Israel gezielte Angriffe auf palästinensische Kinder vor

Zudem wirft eine Untersuchungskommission der Vereinten Nationen den israelischen Behörden und Sicherheitskräften vor, palästinensische Kinder im Gazastreifen gezielt angegriffen zu haben. Laut einem aktuellen Bericht habe dies zu Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie Kriegsverbrechen geführt. Darüber hinaus dokumentiert die Kommission auch mutmaßliche Kriegsverbrechen im Westjordanland.

Die Untersuchung wurde von der Unabhängigen Internationalen Untersuchungskommission der UN für die besetzten palästinensischen Gebiete, einschließlich Ost-Jerusalems, und Israel durchgeführt. Sie analysierte mögliche Verstöße gegen die Rechte palästinensischer Kinder seit Beginn des Krieges zwischen Israel und der Hamas im Oktober 2023. Gemäß dem Bericht handele es sich bei einem Drittel aller Todesopfer im Gazastreifen um Kinder. Dies berichtet die israelische Zeitung „Times of Israel.“

Ein Bericht mit ähnlichem Inhalt hatte die UN bereits im vergangenen September veröffentlicht.

Die israelische Vertretung in Genf wies den aktuellen Bericht scharf zurück und bezeichnete ihn als den „zweiten verleumderischen Bericht der Kommission mit politischer Agenda‘“. (mh)

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12 Kommentare

  1. SCHANDE! UNO schändlich und diese UN Sonderberichterstatterin. Stellt sich gegen Opfer von Hamas Bestien. Möge diese “ Frau“ irgendwann bestraft werden. Der EWIGE sieht.

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    1. Ich würde sofort austreten und jede weitere Zusammenarbeit mit den zu großen Teilen antisemitisch verseuchten UN verweigern, insbesondere mit den sogenannten Sonderberichterstattern, die nichts als Sonderlügner und Verleugner sind.
      SHALOM

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  2. Alsalem und Albanese passen sehr gut zusammen und auch sehr gut zur UN.
    „Alsalem ging auf die Schilderungen Gritzewskys nicht ein, sondern verließ den Raum mit gesenktem Kopf.“
    Recht so. Eine gesenkte Kopfhaltung signalisiert in der Körpersprache meist Unsicherheit, Unterwürfigkeit, Scham oder Resignation. Wer den Kopf nach unten neigt, macht sich nonverbal kleiner, um Schutz zu suchen oder Konflikten auszuweichen. Auch Nachdenklichkeit kann sich so äußern. Könnte es sein, dass Alsalem nachdenkt? Ich wünsche es ihr.
    Und Ilana Gritzewsky wünsche ich von Herzen Heilung an Körper und Seele.

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  3. Ich bin echt geschockt. Und das von einer Frau. So werden die Opfer nochmals erniedrigt. Gerade bei solch einem Thema. Desinformation!😤😡😱 Wenn ich mir jetzt was wünschen dürfte……

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  4. Sie hat sich nicht getraut, der jungen Israelin in die Augen zu sehen. Mehrfach hat diese zu ihr gesagt, „sehen Sie mich an“. Für diese Leute sind Israelis keine Menschen. Keine Beweise, echt jetzt , die Hamas-Terroristen haben ihre Verbrechen gefilmt, damit die Mama daheim – Stichwort : unschuldige Zivilisten – ihre Freude hat. Ich kann’s einfach nicht mehr hören oder lesen.

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  5. Keiner von uns, die hier kommentieren, war persönlich dabei in Gaza und bei dem Massaker am 7. Oktober. Wir haben also zu entscheiden, wem wir eher vertrauen können, den Zeugen, die das alles persönlich durchlitten haben, oder oder einer UN, von Israels Feinden dominiert wird. Tut mir (nicht wirklich) leid für die UN, aber das würde selbst vor jedem ernst zu nehmenden Gericht zugunsten der Opfer und Zeugen ausgehen.

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  6. Es wäre besser, sie würde sich verantworten und zugeben, dass sie falsch gehandelt hat. Denn ein Nichtwissen gab es nicht nach dem 7.10.23. Nur vorsätzliche Lügen. Und dafür sollte sie die Verantwortung übernehmen.

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  7. Wahrheiten werden bewusst verdreht und sollen nicht gehört werden!
    Lügen dafür als Wahrheit verkauft und werden gehört!
    Wir leben in einer schlimmen Zeit!
    Ohne den Glauben an Gott, als Fundament, verliert man den Boden unter den Füssen und viele den Verstand! Siehe Artikel.

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  8. Mein Herz und Gebete gehören den tapferen Opfern.
    Die Tränen und das Leid wird ihnen weggewischt werden und sie werden unvorstellbar getröstet werden und im Reigen tanzen…
    Die UN ist am Ende. Dämonisch. Teuflisch.

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