JERUSALEM (inn) – Die ehemalige Geisel Guy Gilboa Dalal hat von sexuellen Übergriffen während der Gefangenschaft im Gazastreifen erzählt. Das Interview führte die Ehefrau von Staatspräsident Jizchak Herzog, Michal Herzog. Anlass war der Internationale Tag für die Beseitigung sexualisierter Gewalt in Konflikten, der am 19. Juni begangen wird.
Michal Herzog wies in dem Gespräch darauf hin, dass UN-Generalsekretär António Guterres im Mai Israel auf die Schwarze Liste der Länder gesetzt hat, die sexuelle Gewalt in Konflikten anwenden. Am meisten mache ihr die Äußerung zu schaffen, die Vereinten Nationen könnten Behauptungen ehemaliger Geiseln wegen sexueller Übergriffe durch Terroristen nicht verifizieren. Dagegen wolle der junge Israeli seine Stimme erheben, was sie begrüße.
Guy Gilboa Dalal wurde am 7. Oktober 2023 vom Nova-Festival in den Gazastreifen verschleppt. Am 13. Oktober 2025 kam er mit den letzten lebenden Geiseln frei.
Terrorist wollte Pornofilm drehen
In dem Gespräch erzählte der 25-Jährige auf Englisch, wie während der zweiten Feuerpause Anfang 2025 ein Terrorist ihn aus dem Raum der Geiseln im Tunnel holte. Er habe ihm die Augen verbunden und behauptet, er wolle ihn verhören. Denn ein Mitarbeiter des israelischen Inlandsgeheimdienstes Schabak sehe ihm ähnlich, habe aber eine Tätowierung am Bein.
Gilboa Dalal musste sich völlig entkleiden. Eine Tätowierung wurde nicht gefunden. Doch der Terrorist forderte ihn auf, mit ihm zusammen einen Pornofilm zu drehen: „Du hast lange Zeit keine Mädchen gesehen.“ Der Jude versuchte, mit dem Islam dagegen zu argumentieren, weil solches Verhalten Muslimen nicht erlaubt ist.
Daraufhin habe der Terrorist von hinten überall seinen Körper berührt. Er habe ihn am Nacken und am Rücken geküsst, während seine Augen weiter verbunden waren. Die ehemalige Geisel fühlte sich nach eigener Aussage ausgeliefert, war ohnehin geschwächt. Schließlich ließ der Palästinenser von dem Israeli ab und bedrohte ihn mit einem Messer: Wenn er jemandem davon erzähle, werde er getötet.
Als Gilboa Dalal zu seinen Kameraden zurückgebracht wurde, erkannten sie an seinem Zustand, dass etwas passiert war. Doch er habe nur gesagt, dass er hungrig sei. Denn die Geiseln wurden 24 Stunden am Tag von einer Kamera gefilmt – und er wusste nicht, ob sie auch Tonaufnahmen machte.
Sexueller Missbrauch nach Dusche
Ein paar Tage später brachte ihn der Terrorist demnach in die Dusche. Vorher wurden die Geiseln jedoch geschlagen – weil der israelische Polizeiminister Itamar Ben-Gvir (Jüdische Stärke) die palästinensischen Häftlinge schlecht behandele. Nach der Dusche durfte sich Gilboa Dalal nicht wieder anziehen. Der Terrorist habe ihn auf ein Sofa geworfen, ihm den Kopf weggedrückt und seine Genitalien an ihm gerieben.
Wie lange diese Tortur dauerte, weiß der Israeli nicht. Er habe abgeschaltet, jede Sekunde sei ihm vorgekommen wie ein ganzes Leben. Er habe sich noch machtloser gefühlt als vorher.
Danach habe ihn der Terrorist geschlagen, auf den Boden geworfen und wieder aufgehoben: „Er spielte einfach mit mir.“ Auch diesmal habe er gedroht, ihn zu töten, wenn er davon erzähle. Dabei habe er ihn zu einer Liebeserklärung gezwungen. Den Rest des Tages konnte Gilboa Dalal nach eigenen Angaben nicht sprechen, er fühlte sich verloren.
Wenn die Vereinten Nationen den Geiseln nicht glauben, dass sie sexuelle Übergriffe erlebt haben, verschließen sie aus seiner Sicht die Augen vor der Wirklichkeit. „Man kann sehen, was am 7. Oktober geschah“, sagte er. Die Täter seien dieselben Leute gewesen, in deren Gewalt er sich dann befand.
Einen besonderen Augenblick der Freude erlebte Gilboa Dalal immerhin während der Gefangenschaft: Nach einem Jahr und sieben Monaten zeigten die Terroristen ihm und den anderen Geiseln Bilder aus Israel. Darauf sah er seinen Bruder Gal, der ebenfalls auf dem Nova-Festival gewesen war – und wusste nun, dass dieser überlebt hatte. Außerdem war er einen großen Teil der Zeit im Gazastreifen mit seinem Kindheitsfreund Evjatar David zusammen.
Nicht in Selbstmitleid versinken
Auf die Frage, warum er von den Gewalterfahrungen erzähle, antwortete Gilboa Dalal: Es sei natürlich hart, die Momente noch einmal zu erleben. Aber er habe einen Auftrag für sich erkannt: Seine Stimme zu nutzen, um andere Opfer sexueller Gewalt zu stärken. „Sie sollen wissen, dass sie nicht allein sind.“
Er selbst habe Gedanken gehabt wie: „vielleicht ist es meine Schuld“. Aber es sei weder seine Schuld noch die eines anderen Opfers. „Es ist leicht, in Selbstmitleid zu ertrinken“, fügte der Israeli hinzu. Doch er wolle seine Stimme auch nutzen, um Antisemitismus zu bekämpfen. Über seine Erlebnisse schreibe er deshalb ein Buch. (eh)
15 Kommentare
Der Mensch ohne EL kennt keine Grenzen! Shalom, einfach nur fürchterlich! leider wieder mal nichts in den öffentlichen Sendern zu hören von solchem leid!
Perverse Hamas-Terroristen leiden unter selbst auferlegter sexueller Unterdrückung und suchten (7. Oktober) und suchen Opfer in Israel oder unter Israelis, sagt meine Ehefrau, 4 Semester Psychologie.
Wow, da muss man erst einmal tief Luft holen nach der Lektüre dieses Artikels. Die Terroristen haben offensichtlich ihre eigene sexuelle Frustration an den Geiseln – Männern wie Frauen – ausgetobt. In einer Gesellschaft, die Frauen verschleiert und möglichst aus dem öffentlichen Leben verbannt und Homosexualität mit dem Tod bestraft…
„Doch er wolle seine Stimme auch nutzen, um Antisemitismus zu bekämpfen. Über seine Erlebnisse schreibe er deshalb ein Buch.“ Gilboa Dalal ist ein Held. Gerade weil so leiden musste, will er anderen helfen. Gott lasse es ihm gelingen!
Ach Guy, und all ihr anderen, die ihr so etwas widerwärtiges erleben musstet. Es ist gut darüber zu sprechen, wenn es euch gelingt oder darüber zu schreiben. Ihr werft Ballast ab, den ihr seit Gaza mit euch herumschleppt. Deine Geschichte ähnelt der von Rom und anderen. Sie haben eure Schwäche und Hilflosigkeit ausgenutzt und euch geschlagen, dabei gehören sie geschlagen. Perversion macht vor keiner Nation Halt, auch nicht vor Islamisten.
Ich wünsche euch, dass der Mann der Schmerzen euch berührt und heilt.
Aus dem Lied von Albert Frey:
Dein Weg ist manchmal einsam
Gepflastert auch mit Schmerz
Dein Himmel schwarz und tränenvoll dein Herz.
Dann schrei zu Jesus, schrei zu Jesus,
schrei zu Jesus und leb.
Ella 🛐🙏🇮🇱💙
Hab mich dermaßen aufgeregt, obwohl wir von sex. Übergriffen von Hamas wissen.
Diese Terroristen sind einfach nur Bestien.
In arab. Ländern würden sie als Schwule aufgehängt. Schande über UNO und Staatenführer. Leugnen den Schmerz unserer Geiseln. Leugnen, dass Israel sich verteidigen muss. Ich weiß nicht, ob man das schreiben darf, ADONAI, bitte strafe sie, diese Heuchler. Strafe Diejenigen, die DEIN VOLK angreifen. Auch die Schweigenden. Baruch HaShem.
@Am Israel chai
Bestien? Nein, mehr als das: dabei denken wir, meine Ehefrau und ich selbst, an unsere Katze, die beste Katze von allen, denn diese extreme Perversion von Hamas-Terroristen haben Tiere nicht.
Nun, zumindest vor der islamischen Version des Ewigen wird er seine perversen Neigungen nicht verbergen können, und vielleicht ist er ja auch schon tot, dieser Terrorist, von Allah gestraft mittels der Hand des Feindes. Denn die Werkzeuge für seine Tat waren Gewalt und Schrecken, gegen den Willen seines wehr-und hilflosen Opfers.
SHALOM
Sie haben hier einmal wieder vollkommen Recht, wie so oft mit ihren Aussagen in diesem Forum.
Es ist so furchtbar das zu lesen. Und wie die Vereinten Nationen das noch abstreiten können! Das denkt sich doch niemand aus. Dann haben die Geiseln alle gelogen? Sie wurden in die Tunnel eingeladen zu Kaffee und Kuchen? Was denken solche Menschen sich dabei,wenn sie das abstreiten? Die wissen doch ganz genau,das es anders war. Ich mache aus dem Apfel keine Birne, egal wie oft ich das auch erzähle! Fakten sind Fakten. Man wird ja wohl nicht behaupten wollen,die ehemaligen Geiseln hätten sich zusammen getan,um Fake-News zu verbreiten. Das ist ja wohl mehr als bewiesen,wie brutal und abscheulich sie behandelt wurden. Ich kann das nicht begreifen,sorry.
Liebe Manu, solche Dinge haben immer einen dämonischen Ursprung. Der Teufel ist ein Meister im Verdrehen und Darstellen . Die Bibel nennt ihn den Vater der Lüge. Er weist immer weg von sich und beschuldigt den Anderen. Der wars, nicht ich ! Etwas weiter oben schreibt Klaus interessanterweise von „der islamischen Version des Ewigen“, von Perversion usw. Diese islamische Version des Ewigen existiert nicht. Es gibt keinen helfenden und segnenden Allah. Diese Erfindung stammt vom Teufel, der sich selbst anbietet. Es gibt Beispiele in der Seelsorge: Geschlechtsverkehr mit Dämonen. Diese Menschen werden Tag und Nacht gequält. Man sieht viele Ansätze im Islam. Wir wissen nicht, was Frauen im Islam erleben, mit Männern , die diesen teuflischen Machenschaften Raum geben. Was Kinder erleben. Was in England unter der Decke gehalten wird. Nur die Spitze des Eisbergs ist bekannt. Die Welt braucht Gebet und wir tun gut daran, in Gottes Nähe zu bleiben. Liebe Grüsse zu Dir und Deinen Tieren. Der Herr segne Dich, Deinen Mann und Sohn ! 🐿🦫🐦🦅🕊
Ach wie schlimm dieses Leid der Geiseln! Wenn es für die Leser der geschilderten Erfahrungen schon kaum auszuhalten ist, wie fürchterlich muss es für die betroffenen Opfer der Hamas Grausamkeiten sein. Wohin mit dem Schmerz, mit der Demütigung, der Ohnmacht und der ganzen Wut? Sie an die Täter zu adressieren fällt schwer wenn man am liebsten gar nicht mehr an sie denken möchte. Oft verschließt der betroffene Mensch alle Gefühle in sich selbst, oder er adressiert die Verantwortung für das Geschehen an Menschen in seinem Umfeld vor denen er keine Angst haben muss wenn er sie beschuldigt. Verständlich, aber nur die Täter sind die Täter und schuldig. Nur sie haben die Wut die geballte Wut verdient.
Wo steckt eigentlich Schneemann? In einem anderen Beitrag behauptet er, dass es gelogen ist, dass man Israelis nicht med. geholfen hat. Passt der Artikel nicht in das Bild von Hamasfreunden?
Christin, der Schneemann hat mit der Hitze zu kämpfen. 🤣
Die Gräueltaten der Hamas und des IJ zu leugnen ist ein weiteres Verbrechen, das eine Anklage und ein entsprechendes Urteil erfordert.
Den ehemaligen israelischen Geiseln, die solange unter katastrophalen, bestialischen Bedingungen in den Tunneln mißhandelt, mißbraucht, ausgehungert, gefoltert wurden, ihre „schweren Traumata“ abzusprechen, ist „pure, abgrundtiefe Bosheit“, und im schlimmsten Fall „Re-Traumatsierend“. Damit wird versucht, die Betroffenen „auszuhebeln“, um sie ein weiteres Mal in den Abgrund zu stürzen.
Wir wissen, dass sie meist nur zu einem „Bruchteil der Wahrheit“ fähig sind, diese Grausamkeiten überhaupt zu äußern. Die erlebten „Folterqualen“ sind unerträglich.
Ich hoffe und bete, dass der G’tt Israels sue durch diese Qualen hindurch trägt, soweit wie irgend möglich ins LEBEN zurück holt. HERR schütze und segne du sie mit all deiner Kraft und deinem ganzen Herzen.