Vier Verletzte in Tel Aviv nach iranischem Raketenfeuer

Israelische Zivilisten stehen weiter unter Beschuss des Iran. Die Armee setzt ihre Angriffe auf Ziele des Regimes fort. Der Libanon weist den iranischen Botschafter aus.
Von Israelnetz
Die Feuerwehr musste anrücken, um Flammen zu löschen, die der Einschlag der iranischen Rakete verursacht hatte

TEL AVIV (inn) – Eine iranische Rakete mit einem Gefechtskopf von 100 Kilogramm hat in Tel Aviv erheblichen Schaden verursacht. Durch den direkten Treffer am Dienstagmorgen wurden drei Wohnhäuser beschädigt, Autos gingen in Flammen auf. Vier Personen erlitten Verletzungen, mussten aber nicht ins Krankenhaus.

Seit Mitternacht hatte der Iran wieder mehrere Salven auf Israel abgefeuert. Israelis mussten daher immer wieder die Schutzräume aufsuchen. In einem Vorort von Haifa wurde ein Mensch verletzt.

Auch die Terrormiliz Hisbollah feuert weiter Raketen auf Israel ab. Am Vormittag fing die Raketenabwehr eine Salve von 30 Geschossen ab, die in Richtung Haifa flogen.

Armee: Bislang mehr als 3.000 Ziele angegriffen

Israel und die USA setzten indes ihre Angriffe auf Ziele des Regimes fort. Die israelische Armee gab bekannt, dass sie am Montag mehrere Kommandoposten der Revolutionsgarde, Waffenlager, Luftabwehrstellungen und Raketenstartrampen ins Visier genommen hat. Seit Beginn der Operation am 28. Februar habe sie mehr als 3.000 Ziele attackiert, also im Durchschnitt 125 Ziele pro Tag.

Das für die Region zuständige Zentralkommando des US-Militärs (CENTCOM) erklärte seinerseits, die amerikanischen Streitkräfte hätten bislang mehr als 9.000 Ziele angegriffen. Dazu gehörten Fabriken, die Drohnen- und Raketenteile herstellen. Ein erklärtes Ziel der USA ist es, die industrielle Basis für Rüstungsgüter zu zerstören.

Frist verlängert

Unterdessen erklärte Trump Montag, er habe die Frist für einen Angriff auf Kraftwerke bis Freitag verlängert. Mit der Androhung derartiger Angriffe hatte der US-Präsident freie Fahrt für alle Schiffe in der Straße von Hormus gefordert.

Grund für die Verlängerung ist nach den Worten Trumps die Möglichkeit einer Einigung mit dem Iran. Die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner hätten „sehr gute“ Gespräche mit Führungskräften im Iran geführt. Es habe „große Übereinstimmungen“ gegeben.

Mit wem genau die Gespräche stattfanden, sagte Trump nicht. Manche Beobachter vermuten, dass es ihm zunächst nur darum gehe, Chaos innerhalb der iranischen Führung zu säen. Denn dort sei aufgrund der vagen Formulierung nicht klar, wer die Gespräche geführt hat.

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Bodentruppen als Option

Ein weiterer Grund könnte der Versuch sein, Zeit zu gewinnen. Aktuell sind weitere amerikanische Einheiten auf dem Weg in die Region. Sie sollen am Freitag im Zuständigkeitsbereich des Zentralkommandos eintreffen.

In den vergangenen Tagen hatte es Spekulationen um einen Einsatz von Bodentruppen gegeben. Diese könnten durch die Besetzung kleiner Inseln im Persischen Golf die Straße von Hormus sichern. Denkbar ist auch der Versuch, hochangereichertes Uran in amerikanische Hände zu bringen. In jedem Fall würde es um gezielte Kurzeinsatze und keine breite Bodenoffensive gehen, berichtete der amerikanische Sender NBC.

Der Einsatz von Bodentruppen ist erheblich risikoreicher als Luftangriffe. Eine Entscheidung ist in dieser Frage nach Angaben des Weißen Hauses noch nicht gefällt.

Libanon weist iranischen Botschafter aus

Unterdessen sieht sich der Iran weiter an der diplomatischen Front herausgefordert: Am Dienstag stufte die libanesische Regierung den designierten iranischen Botschafter Mohammed Resa Scheibani als „unerwünschte Person“ ein. Sie wies ihn an, das Land bis Sonntag zu verlassen.

Zugleich rief das Außenministerium den Botschafter im Iran, Ahmed Sweidan, zu Beratungen zurück. Einen genauen Grund gab Beirut nicht an. Das Außenministerium erklärte lediglich, der Iran habe gegen diplomatische Normen verstoßen.

Israel: Gerechtfertigter Schritt

Scheibani war im Februar zum Botschafter ernannt worden, hatte aber noch nicht seine Beglaubigungsurkunde präsentiert. Der israelische Außenminister Gideon Sa’ar (Neue Hoffnung) begrüßte die Ausweisung: „Das ist ein gerechtfertigter und notwendiger Schritt gegen den Staat, der die Souveränität des Libanon verletzt.“

Bereits am Montag hatte das britische Außenministerium den iranischen Botschafter Sejed Ali Musavi einbestellt. In einer Mitteilung hieß es, der Schritt sei nach Anklage zweier Iraner wegen Unterstützung eines ausländischen Geheimdienstes erfolgt. Die Regierung werde alle Maßnahmen zum Schutz der Bürger ergreifen, „die Aufdeckung der rücksichtslosen und destabilisierenden Handlungen des Iran im In- und Ausland eingeschlossen“. (df)

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