Verbesserung in katarischen Schulbüchern

Viele antisemitische Inhalte, die sich noch im Jahr 2020 in katarischen Schulbüchern fanden, fehlen in den neueren Ausgaben. Der Trend sei „langsam, aber stetig“.
Von Israelnetz
In palästinensischem Lehrbüchern werden Terroristen als Vorbilder dargestellt

Foto: Kimberly Farmer on Unsplah

Über 300 katarische Schulbücher hat die israelische Organisation IMPACT-se untersucht

DOHA (inn) – Katar macht langsame Fortschritte bei der Beseitigung von Antisemitismus in seinen Schulbüchern. Das stellt die israelische Organisation IMPACT-se (Institut zur Beobachtung von Frieden und kultureller Toleranz an Schulen) fest.

Katar im Spannungsfeld

Der Bericht für das Schuljahr 2021/2022 ist erschreckend und hoffnungsvoll zugleich. Katarische Schulbücher sind nach wie vor voller antisemitischer, islamistischer und gewaltverherrlichender Inhalte. Mehrere gegen Israel, „die Juden“ und „Ungläubige“ gerichtete Passagen wurden jedoch gestrichen. Stattdessen betonen neu eingefügte Lektionen Toleranz und Gleichberechtigung.

IMPACT-se erklärt diese widersprüchlichen Lehrinhalte mit dem Spannungsverhältnis, in dem das Emirat steht. Einerseits gibt sich der reiche Golfstaat selbst ein islamistisches Profil und unterstützt offen Terrorgruppen wie die Hamas. Andererseits zeigt sich Katar weltoffen und fortschrittlich. Es strebt gute Beziehungen zu westlichen Industrienationen an. Beide Extreme spiegeln sich in den mehr als 300 untersuchten Schulbüchern wider.

Besser, aber noch lang nicht gut

Katarische Kinder sind in ihren Unterrichtsmaterialien konstant mit der Dämonisierung Israels und „Ungläubiger“, also der Nicht-Muslime, konfrontiert. Sie lernen, die arabisch-israelische Normalisierung kategorisch abzulehnen. Gewalttätige Interpretationen des islamischen Dschihad-Begriffes sind allgegenwärtig. Antisemitische Aussagen stehen teils auf religiöser, teils rassistischer, teils israelfeindlicher Basis. Ein Blick auf die Schulbücher, wie sie aktuell in Katar in Gebrauch sind, bringt ein sehr düsteres Bild zum Vorschein.

Beachtliche Schritte in eine positive Richtung zeigen sich erst, wenn man den Vergleich zu den Vorjahren anstellt. Ein Sozialkundelehrbuch beispielsweise erklärte den Jugendlichen die Welt anhand von antijüdischen Verschwörungstheorien. Demnach kontrollierten Juden die Weltwirtschaft und seien auch für den Aufstieg Nazi-Deutschlands verantwortlich gewesen. Das Buch wurde komplett aus dem Curriculum gestrichen.

„Israel“ statt „zionistisches Gebilde“

In anderen Büchern wurden Passagen entfernt, darunter die Verherrlichung von Raketenangriffen der Hamas auf israelische Zivilisten. Auch eine wohlwollende Lektion über Ahmed Jassin, einen der Hamas-Gründer, musste weichen. Mit ihr verschwand ein gegen Juden und Christen gerichteter Koranvers. Die Verwendung des Begriffs „zionistisches Gebilde“ wurde weitgehend durch den Namen „Israel“ ersetzt.

„Israel erhält weiterhin unverhältnismäßig viel negative Aufmerksamkeit, aber der anti-israelische Ton wurde gesenkt“, sagte Marcus Sheff, Geschäftsführer von IMPACT-se. Bei der Entfernung problematischer Inhalte müsse idealerweise das „Tempo des Wandels“ erhöht werden. Sheff sieht aber noch eine „härtere Aufgabe“ für die Katerer: Stattdessen friedliche und tolerante Inhalte zu erstellen. Damit habe das Land erst 2021 begonnen.

Katar, Saudi-Arabien, Palästinensische Autonomie

Gründe für den Wandel gibt es viele. Katar steht als Gastgeberland der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 im Fokus der Weltöffentlichkeit. In dieser Funktion musste sich das Emirat auch gegenüber Israel beziehungsweise israelischen Fußballfans positionieren. Außerdem geht Saudi-Arabien in der Region beispielhaft voran. Es steht für ein Land, das den Normalisierungsprozess Israels mit arabischen Nationen unterstützt, ohne selbst diplomatische Beziehungen aufzunehmen. Die saudische Schulbuchreform hin zu weniger Antisemitismus spricht eine deutliche Sprache.

Einzig die palästinensischen Schulbücher entwickeln sich trotz gegenteiliger Versicherungen der Autonomiebehörde in eine schlechte Richtung. IMPACT-se hat in mehreren Berichten darauf hingewiesen. (cs)

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3 Antworten

  1. Menschlich betrachtet – ein kleiner Fortschritt. Dennoch vergessen die Menschen, die Verantwortlichen und die Politiker, dass sie sich nicht selbst aus dem “Sumpf” ziehen können. Die Bibel spricht von den letzten Tagen, den Tagen des Gerichtes. Die Gottlosigkeit nimmt rasend schnell zu in den Nationen, aber leider auch in Israel. So wird auch der Grimm und Zorn Gottes immer mehr zunehmen, wie es das Wort Gottes prophezeit. Die Krisen, Kriege, Naturkatastrophen, Seuchen, Dürren und sonstige Erschütterungen, nehmen in dem Maße zu, wie die Menschen, sich so verhalten, wie es dem allmächtigen Gott nicht gefällt, ja ein Gräuel ist. Jahwe wartet auf die Umkehr der Menschen.
    L.G. Martin

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  2. Und immer wieder kleine Schritte, wobei ich jedoch von den Saudis schon sehr enttäuscht bin.
    Auch wenn sie hinter der Bühne für Verständigung sorgen, nach aussen halten sie sich bedeckt.
    Da haben die Scheichs der VAE schon mehr Schneid als der saudische Kronprinz.

    Solange die Pal.-Autonomie vom Westen finanziert wird, wird sich an deren Haltung auch nichts ändern.
    Erst die Tage habe ich wieder gelesen wie sich die UNRWA selber lobt für eine Unterstützung der “Flüchtlinge”. 5 Mill. versorgen sie angeblich. Die nur deshalb 5 Mill. ausmachen, weil man ihnen als einzigen Flüchtlingen weltweit einen vererbbaren Flüchtlingsstatus zugesprochen hat. Flüchtlinge um 1947 gab es nämlich nur ca. 750.000.
    Es wird Zeit, das auch diese Entscheidung revidiert wird. So wie die UN die Entscheidung über die Landverteilung revidiert hat.
    Ein Land für die Araber = Transjordanien und alles westlich vom Jordan für Israel.

    Dreht ihnen endlich den Geldhahn zu.

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    1. Die Idee, die ganze palästinensische Last in Jordanien “abzuladen”, der hält sich auf dieser Seite genauso wie früher bei IH.

      Nur: Jordanien hält sich alles in allen an den vor 28 Jahren mit Israel geschlossenen Friedensvertrag. Ca. 90 Prozent der Einwohner Amman`s sind palästinensischer Herkunft.

      Und jetzt als “Belohnung” die, wenn ich Dich recht verstehe, arabischen Einwohner von Judäa&Samaria sowie des Gaza-Streifens ab zu den Jordaniern?

      Sorry, das ist gefährlicher Unsinn.

      Deiner anderen Ausführungen stimme ich gerne zu.

      1

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