BUSAN (inn) – Die Welterbe-Kommission der UN-Kulturvereinigung UNESCO hat Sebastia, das biblische Samaria, am Freitag als Welterbe-Stätte eingestuft. Zugleich nahm das Gremium die historische Anlage bei Nablus in die Liste der gefährdeten Orte auf. Damit gab es bei der Jahressitzung in der südkoreanischen Hafenstadt Busan einem palästinensischen Eilantrag statt.
Als Hauptgefahr sieht die UNESCO im Anschluss an den Antrag die „geplante Enteignung und Schaffung eines Nationalparks ‚Samaria‘ (Schomron), der das Gebiet teilen könnte“. Hinzu kämen Gefahren im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt, darunter die Raumplanung und Abtragung von Überresten.
Streit um Gebiete
Die UNESCO zählt die historische Stätte Sebastia, in der Nähe des palästinensischen Dorfes Sebastia gelegen, zum „Staat Palästina“. Gemäß der Oslo-Verträge befindet sie sich jedoch in Zone C des Westjordanlandes, wo Israel die militärische und zivile Verwaltung obliegt. In Zone B, wo Palästinenser die Zivilverwaltung haben, liegt ein Parkplatz für Touristen.
Der ursprüngliche Name der Stadt lautet Samaria (hebräisch Schomron), sie war namensgebend für die dortige Region. König Herodes nannte die Stadt im Jahr 27 vor Christus zu Ehren des damaligen römischen Kaisers Augustus in Sebastia um, das griechische Pendant zum lateinischen „Augustus“, „der Erhabene“.
Israel: Zynische Entscheidung
Die israelische Delegation kritisierte die Entscheidung der UNESCO. Der Antrag der Palästinenser, die Stätte als gefährdet einzustufen, sei zynisch. „Sebastia ist die historische biblische Hauptstadt des alten Königreichs Israel ab dem 9. Jahrhundert vor der Zeitrechnung“, sagte die israelische Vertreterin Nina Ben-Ami. Sie tauche erstmals in den biblischen Könige-Büchern unter unter dem Namen Samaria auf.
Ben-Ami verwies auf den entsprechenden Bibelabschnitt in 1. Könige 16. Gemäß dieser Schilderung kaufte der israelitische König Omri den Berg Samaria und erbaute dort eine Stadt dieses Namens, die als Hauptstadt des Königreichs fungierte. „Jede Diskussion über Sebastia muss ausdrücklich die alte jüdische Präsenz und Verbundenheit zu diesem Land erwähnen.“
Folgen Sie uns auf Facebook und X!
Melden Sie sich für den Newsletter an!
Vorwurf der Vertuschung
Der palästinensische Antrag verschweige diesen Aspekt jedoch und spreche lediglich von der Epoche der Eisenzeit. Die Palästinenser versuchten auf diese Weise einmal mehr, die Verbindung des Volkes Israel zum Land Israel auszulöschen und den Umstand zu verschleiern, dass das Volk Israel im Land Israel einheimisch ist. „Das ist eine Farce.“
Die am Freitag veröffentlichte Pressemitteilung des deutschen UNESCO-Zweiges zu der nun erfolgten Entscheidung erwähnt ebenfalls nicht den Bezug zum alten israelischen Königreich. Eine am Sonntag veröffentlichte englische Pressemitteilung weist hingegen auf diese historische Verbindung hin.
Israel: Eingreifen notwendig
Weiter beklagte Israel, die wahre Gefahr für die Stätte sei Verwahrlosung, Vandalismus, Diebstahl und Schändung. Vor dem Eingreifen Israels hätten Palästinenser mit schwerem Gerät illegale Straßen gebaut, Artefakte gestohlen und Stätten wie das römische Theater beschädigt. „Die israelische Verwaltung zu bewahren ist das beste Mittel, um die Unversehrtheit von Sebastia zu garantieren.“
Israel hat in der vergangenen Zeit Maßnahmen zum Erhalt und Ausbau der historischen Stätte getroffen. Im Mai 2023 bewilligte das Kabinett umgerechnet rund 9 Millionen Euro für deren Restaurierung und Entwicklung. Im Mai 2025 teilte das Ministerium für Kulturerbe mit, dass Ausgrabungs- und Konservierungsarbeiten dort begonnen hätten.
Kritik an Einstufung zur Burg Beaufort
Neben Sebastia erkannte die Welterbe-Kommission auch die Burgen des Dschmal Amel, zu denen auch die Burg Beaufort gehört, als gefährdetes Welterbe an. Israel hatte die Burg Beaufort vor gut zwei Monaten beim Kampf gegen die Hisbollah eingenommen. Dort entdeckte sie einen Tunnel-Komplex, den die Terrormiliz gegraben hatte.
Die israelische Regierung sieht in der Entscheidung einen Beleg für „internationales Versagen“. Die UNESCO habe geschwiegen, als die Hisbollah das Tunnelsystem dort errichtet und die Anlage in eine „militärische Hochburg“ umgewandelt hatte. Das Schweigen zum Handeln der Hisbollah und die nun erfolgte Einstufung sei eine „moralische Bankrotterklärung“ der UNESCO. (df)
3 Kommentare
Alles was mit UN anfängt reformieren oder ganz abschaffen.
Die Palästinenser versuchen wo sie können die Verbindung des Volkes Israel zum Land Israel auszulöschen. Und die UNESCO hilft bei der Geschichtsverdrehung.
Man muss keine überbordende Phantasie haben, um sich vorzustellen, was mit Sebastia und anderen historischen/religiösen Stätten mit jüdischem Bezug passieren würde, sollte ein palästinensischer Staat unter Führung der Hamas darüber die Hoheit haben. Man erinnere sich an die Müllablagerung an der Kotel zu jordanischen Zeiten. Ob die UNESCO dann protestieren würde (Scherz !) .