UN-Bericht: Hamas übt Gewalt gegen Bevölkerung aus

Ein Bericht der Vereinten Nationen kritisiert die Terror-Gruppe Hamas. Gleichzeitig verurteilt er die zunehmende Siedlergewalt.
Von Israelnetz

GENF (inn) – Die Terror-Organisation Hamas tötet vermeintliche Kollaborateure und verstümmelt angebliche Diebe. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht der Vereinten Nationen, der am Dienstag öffentlich gemacht wurde. Nach eigenen Angaben registrierte die Untersuchungskommission 249 Fälle von schwerer körperlicher Gewalt und Tötungen im Zeitraum von August 2024 bis Januar 2026.

Demnach sollen die Terroristen 108 Palästinenser getötet und 384 weiteren schweren körperlichen Schaden zugefügt haben. Unter anderem zertrümmerten sie die Kniescheiben ihrer Opfer und verprügelten sie mit Eisenrohren, schreiben die Autoren. Die Taten stellten die Terroristen als Strafen für angebliche Israel-Kollaborateure, Diebe oder Plünderer dar. Auch drogenbezogene Delikte und Kämpfe mit rivalisierenden Gruppen seien von den Tätern als Grund für die Gewaltanwendung benannt worden.

Öffentliche Bestrafung

Dem Bericht nach wurden die „Bestrafungen“ oft öffentlich und ohne vorangehende Ermittlung oder gerichtliche Verhandlungen durchgeführt. In vielen Fällen seien auch Kinder unter den Zuschauern gewesen. Zudem machten die Terroristen Namen und Adressen ihrer Opfer publik, eine Praxis, die als „Doxing“ bekannt ist. Das habe nicht nur die Betroffenen, sondern auch ihre Familien erheblich gefährdet.

Auch sei es in mehreren dokumentieren Fällen vorgekommen, dass die Hamas Ärzte anwies, die von ihnen „bestraften“ Opfer nicht zu behandeln. „Dies sind weitere schwerwiegende Faktoren, die das Recht der Opfer auf ein faires Verfahren und auf Gesundheit beeinträchtigen“, stellt die Untersuchungskommission fest.

Die Verantwortung für diese Vorkommnisse sieht die UN-Kommission auch bei Israel: Indem der Staat einen „Völkermord vom 7. Oktober 2023 bis mindestens dem 31. Juli 2025“ im Gazastreifen verübt habe, sei ein gesetzloser Raum entstanden. Das „Machtvakuum“ habe die Hamas ausgleichen und ausfüllen wollen.

Israel begann den Krieg gegen die Hamas als Reaktion auf das Massaker vom 7. Oktober 2023, bei dem rund 1.200 Menschen ermordet und 251 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt wurden.

Kritik an Siedlergewalt

Der Bericht kritisiert Israel zudem wegen der steigenden Siedlergewalt. Von Januar 2023 bis Dezember 2025 sollen Siedler für den Tod von 26 Palästinensern verantwortlich gewesen sein und mehr als 1.500 verletzt haben. Die Gewalt im Westjordanland wertet die Kommission als Umsetzung der Politik des Staates Israels. Der Staat wolle auf diese Weise bestehende Siedlungen festigen.

Die Autoren sehen hier einen Verstoß gegen die Genfer Konventionen, wonach Israel die Pflicht habe, Zivilisten zu schützen. Sie merken weiterhin an, dass zunehmend auch israelische Sicherheitskräfte sich an Siedleraktionen beteiligen würden.

Die „Ständige Faktfindungsmission der Vereinten Nationen zum Israel-Palästina-Konflikt“ wurde 2021 gegründet. Die Untersuchungskommission soll Vorwürfen über mögliche Kriegsverbrechen in Israel und den palästinensischen Gebieten nachgehen und Missstände aufdecken. Seit 2022 veröffentlicht sie regelmäßig Berichte, in denen Israel harsch kritisiert wird. (mw)

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien

Schreiben Sie einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Israelnetz-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen