WASHINGTON (inn) – Amerikanische Streitkräfte haben am Donnerstag „unprovozierte iranische Angriffe“ im Persischen Golf abgewehrt. Nach Angaben des für die Region zuständigen Zentralkommandos (CENCTOM) setzte das Regime mehrere Raketen, Drohnen und Kleinboote gegen amerikanische Zerstörer im Persischen Golf ein. Es kam jedoch zu keinen Treffern.
Das US-Militär beschoss nach eigenen Angaben in einer Reaktion Raketen- und Drohnenstandorte im Landesinneren, zudem Kommandoposten und Aufklärungseinheiten. Die USA seien nicht an einer Eskalation interessiert, blieben zum Schutz amerikanischer Kräfte aber in Position.
Trump und von der Leyen: Keine iranischen Atomwaffen
Der Iran führte die Angriffe nach eigenen Angaben aus, nachdem die USA einen Öltanker durch Beschuss manövrierunfähig gemacht hatten. Derzeit hält das US-Militär mit mehr als 20 Schiffen eine Blockade gegen den Iran aufrecht.
US-Präsident Donald Trump (Republikaner) betonte am Donnerstag, die Verhandlungen mit dem Iran liefen weiter. Die Scharmützel bezeichnete er gegenüber dem amerikanischen Sender ABC als „freundlichen Klapps“. Doch wenn es nicht „schnell“ zu einem Deal komme, würden die USA wieder verstärkt angreifen, erklärte Trump zudem in einem Post in den Sozialen Medien.
Er unterstrich ferner, dass der Iran keine Atomwaffe erlangen dürfe. Dies habe er auch in einem Gespräch mit der Kommissionspräsidentin der Europäischen Union, Ursula von der Leyen, betont. Von der Leyen bekräftigte das Ansinnen: „Wir stimmen darin überein, dass der Iran niemals eine Atomwaffe besitzt.“ Die jüngsten Vorfälle hätten deutlich gezeigt, dass dies ein zu großes Risiko für die Stabilität bedeuten würde.
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Geleitmission abgebrochen
Turbulent war auch die vergangene Woche. Am Sonntag hatte Trump das „Projekt Freiheit“ zum Schutz von Handelsschiffen angekündigt. 36 Stunden später sagte er das Vorhaben vorerst ab. Saudi-Arabien und Kuwait verweigerten die Nutzung von Stützpunkten, offenbar aus Sorge vor einer Eskalation. Am Montag hatte der Iran ein Schiff sowie einen Umschlagplatz für Öl in den Vereinigten Arabischen Emiraten angegriffen.
Am Donnerstag erlaubten Saudi-Arabien und Kuwait laut Medienberichten wieder die Nutzung der Stützpunkte. Doch bislang ist unklar, wann die Geleitmission wieder aktiv wird.
Bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran steht derzeit ein Memorandum mit 14 Punkten zur Debatte. Dieses soll als Rahmenwerk für weitere Verhandlungen dienen. Die Punkte sind nicht offiziell veröffentlicht. US-Vertreter zeigten sich diese Woche aber zuversichtlich, dass eine Einigung gelingen könnte.
Raketenalarm im Norden Israels
Israelische Streitkräfte waren bei den jüngsten Angriffen auf iranische Ziele nicht beteiligt, erklärte ein Militärvertreter dem britischen Sender BBC. In Israel steht indes die Lage an der Nordgrenze weiter im Fokus. Am Freitag wurden drei Soldaten bei Drohnenangriffen der Terrormiliz Hisbollah verwundet, einer davon schwer. Die Hisbollah feuerte zudem Raketen auf Stellungen der israelischen Armee im Südlibanon ab.
Am Morgen hatte die Armee Bewohner in mehreren libanesischen Dörfern aufgefordert, ihre Wohnorte angesichts geplanter Angriffe auf Hisbollah-Ziele zu evakuieren. Am frühen Nachmittag war Raketenalarm im Großraum Haifa und in Westgaliläa zu hören. Nach Armeeangaben wurde eine Rakete abgefangen, weitere schlugen auf offenem Gebiet ein.
Die Armee hatte mit einem Angriff der Hisbollah gerechnet als Reaktion für einen Angriff in Beirut am Mittwoch. Dabei hatte die Armee den Kommandeur der elitären Radwan-Einheit, Ahmed Ali Balut, in Beirut getötet.
Am Donnerstag wollen sich israelische und libanesische Vertreter zu einer dritten Verhandlungsrunde in Washington treffen. Das amerikanische Außenministerium bestätigte den Termin. Nach Informationen der in London ansässigen saudischen Zeitung „A-Schark al-Awsat“ fordert der Libanon unter anderem einen vollständigen Abzug der israelischen Armee. (df)