GAZA (inn) – Durch massive Einschüchterung hat die islamistische Terror-Organisation Hamas größere Proteste gegen ihre Herrschaft im Gazastreifen verhindert. In den vergangenen zwei Wochen hatten Aktivisten – insbesondere über Fatah-nahe Kanäle der Sozialen Medien – zu einer großen Demonstration am Freitag aufgerufen. Diese sollte sich gegen die schlechten Lebensbedingungen, den anhaltenden Krieg und die Führung der Hamas richten.
Trotz der Drohungen gingen Berichten der Zeitung „Yediot Aharonot“ zufolge mehrere Hundert Palästinenser an verschiedenen Orten auf die Straße. Auf Schildern standen Slogans wie „So Gott will, Hamas raus“, „Wir sind keine Schachfiguren“ oder „Wir wollen leben“. Ein Bewohner des Gazastreifens berichtete, bewaffnete Hamas-Angehörige hätten insbesondere im Stadtteil Deir al-Balah Proteste verhindert. Gleichzeitig sollen Journalisten davor gewarnt worden sein, über die Demonstrationen zu berichten.
Bewaffnete Terroristen verhindern größere Demonstrationen
Die Hamas hatte sich nach eigenen Angaben auf die Proteste vorbereitet und ihre Abschreckungsmaßnahmen in den vergangenen Tagen verstärkt. Dazu gehörte laut Berichten auch die öffentliche Bekanntmachung von Hinrichtungen mutmaßlicher Kollaborateure mit Israel. Parallel rief die Organisation zu Gegendemonstrationen gegen Israel und internationale Vermittlungsbemühungen auf.
Nach Einschätzung der israelischen Armee trugen die Drohungen und die starke Präsenz bewaffneter Hamas-Terroristen an zentralen Straßen und Kreuzungen maßgeblich dazu bei, dass die Beteiligung deutlich hinter den Erwartungen der Organisatoren zurückblieb.
Internationale Pläne weiterhin vor großen Hürden
Israelische Beobachter resümieren, dass die Hamas trotz der seit mehr als zweieinhalb Jahre andauernden Kämpfe ihre Kontrolle über weite Teile des Gazastreifens aufrechterhält. Die Organisation übt dort weiterhin die faktische Herrschaft aus und geht konsequent gegen tatsächliche oder vermeintliche Gegner vor. Zugleich bleibt unklar, wie groß die tatsächliche Ablehnung der Hamas in der Bevölkerung ist, da offener Protest mit großen persönlichen Risiken verbunden ist.
Die Proteste haben auch politische Bedeutung für internationale Bemühungen um die Zukunft des Gazastreifens. Die USA und andere Vermittler verfolgen Pläne für eine Übergangsverwaltung und den Wiederaufbau des Küstengebiets nach einem Ende des Krieges. Solange die Hamas jedoch ihre Waffen nicht niederlegt und ihre Machtstellung behauptet, gelten diese Vorhaben als nicht umsetzbar. Beobachter warnen zudem, dass ein Wiederaufbau des Küstenstreifens unter den derzeitigen Machtverhältnissen die Stellung der Hamas weiter festigen könnte. (mh)
14 Kommentare
Beobachter warnen, wir warnen: ein Wiederaufbau des Küstenstreifens unter den derzeitigen Machtverhältnissen, die Bevölkerung steht zu Hamas, stärkt die Stellung der Hamas.
Nennt sich Völkerrecht, frei nach UNO. TERRORISTEN bedrohen eigene Bevölkerung.
Beten wir für die Demonstranten. Normalerweise erschießt Hamas solche.
Die Tatsache, dass die Hamas-Organisation auch weiterhin im Gaza-Streifen ihre Macht ausübt, ist nicht gerade positiv für die zukünftige Entwicklung des Gaza-Streifens.
Was machen denn jetzt eigentlich die „internationalen“ Bodentruppen, die dorthin entsendet wurden. Däumchen drehen?
Die „internationalen“ Bodentruppen wurden versprochen, aber bis jetzt sind außer einer Koordinierungsgruppe in Kiryat Gat (Israel) noch keiner in Gaza eingetroffen. Das gleiche gilt in Bezug auf die Gelder, auch wenn viel versprochen wurde, ist bislang noch nichts an das „Board of Peace“ überwiesen wurde.
@ Doreen. Danke für die Info (nur 1 Koordinierungsgruppe in Kiryat Gat/Israel). „Board of Peace“ will sich 30.6./1.7. auf Zypern ( ist nur Gastgeber) treffen. Wer aus welchen Ländern überhaupt noch kommt? Keine Angaben. Ja, es ist null Geld geflossen bis jetzt.
LG Eleonora
Doreen, das Ganze ist, grobschlächtig umschrieben, ein totgeborenes Kind, da niemand ein echtes Konzept hat, es sind alles nur Absichtserklärungen ohne Substanz.
SHALOM
Laut tachles.ch (25.6.26) sollen Militärs aus Marokko in Israel eingetroffen sein. Die Zusagen von Indonesien und Albanien wurden betont.
Ob es so kommt, wird man sehen.
Sorge bereitet mir, dass die
die internationale Stabilisierungstruppe nicht offensiv kämpfen soll, sondern nur überwachend und die Sicherheit betreffend agieren darf.
Die Hamas legt die Waffen aber nicht freiwillig nieder.
Lothar, sie tun nichts, gar nichts, ganz wie UNIFIL im Libanon.
SHALOM
Klaus, den Vergleich hatte ich auch im Kopf. Traurig, oder?
Was heißt UN? UNgeschützt, UNkontrolliert, UNfähig, UNtätig, UNlauter…
Das ließe sich fortsetzten. Diese geldverschlingende Maschinerie sollte endlich abgeschafft werden.
Jedes Land sollte souverän und mutig sich verteidigen und sich nicht auf diese Truppen verlassen.
Solange die Hamas nicht entwaffnet ist und noch immer die Kontrolle im Gazastreifen hat, darf kein Geld nach Gaza fliessen, denn das würde nur den „Bach runter fliessen“.
Einschüchterung bis hin zu Ermordung alles war drin. Die Hamas kann keinen Widerspruch dulden und das hat sie gezeigt. Im übrigen wurden die Menschen u.a. in Krankenhäusern zusammen getrieben. Unsere Hamas-Unterstützer behaupten doch, dass dies zivile Gebäude wären. Und wieder werden sie von der Hamas als militärische, polizeiliche Einrichtung benutzt. Und die Klinikleitung schaut zu.
Ausmerzen ist ein Begriff, der nicht so einfach umzusetzen ist. Vielleicht einfach mal dran bleiben, solange die Aufgabe und die Entwaffnung nicht läuft. Findet sie, spürt sie auf, die Feinde, die noch da sind! Viel Erfolg