Tagebuch von ermordetem Talmudschüler veröffentlicht

Bei einer Entführung im Jahr 2014 ermordeten Hamas-Terroristen drei Talmudschüler. Jetzt wird das Tagebuch eines der Jugendlichen in Auszügen veröffentlicht. Er schreibt auch über seinen Glauben.
Das Buch „Was der Tag bringen wird – die Sehnsucht einer Mutter“ enthält Auszüge aus dem Tagebuch des ermordeten Talmudschülers Gil-Ad Scha'ar

Foto: Yedioth Books

Das Buch „Was der Tag bringen wird – die Sehnsucht einer Mutter“ enthält Auszüge aus dem Tagebuch des ermordeten Talmudschülers Gil-Ad Scha’ar

JERUSALEM (inn) – Die Suche nach den drei entführten Talmudschülern hielt Israel vor drei Jahren tagelang in Atem – bis die Leichen der von der Hamas ermordeten Jugendlichen in Judäa entdeckt wurden. Von dem damals 16-jährigen Schüler Gil-Ad Scha’ar sind jetzt Auszüge des gefundenen Tagebuchs öffentlich gemacht worden, wie die Tageszeitung „Yediot Aharonot“ berichtet.

Zehn Monate nach dem Mord am 12. Juni 2014 fand die Polizei Gil-Ads teils angekokeltes und beflecktes Tagebuch. Es war in den verbrannten Überresten des Autos gefunden worden, in dem die Hamas die Schüler entführte. Der Junge hatte darin die vergangenen Monate dokumentiert. Im hebräischen Buch „Was der Tag bringen wird – die Sehnsucht einer Mutter“ erscheinen demnächst daraus Auszüge.

„Es war eines meiner stärksten Gebete“

In einem Auszug schreibt Gil-Ad über seine Freude am Beten: „Vergangenen Montag habe ich in der Talmudschule als Kantor für das Schacharit- und das Mincha-Gebet gedient. Das Schacharit war eines meiner stärksten Gebete. Ich habe mich darauf vorbereitet, als Gefäß für Gott zu dienen, der durch das Gebet durch mich hindurch geht.“ Es sei eine besondere Erfahrung gewesen, die ihn emotional stark berührt habe. Das Schacharit ist im jüdischen Glauben das Morgengebet, das Mincha das Nachmittagsgebet. „Ich habe mein Bestes gegeben, um das Gebet zu lenken und zu reinigen. Ich habe mich großartig dabei gefühlt“, schrieb Gil-Ad. Fortan wollte er viele seiner Gebete auf diese Weise verrichten. Mit Gottes Hilfe wolle er nach den Gebeten nicht mehr in Sünde und Verzweiflung verfallen.

Ein anderer Tagebuchauszug handelt von Gil-Ads Liebe zu seinen Freunden und seiner Familie: „Es ist etwas Besonderes in mir. Endlich habe ich etwas Starkes in mir gefunden. Ich nenne es Lebenskraft. Sie drückt sich in der Liebe zu meiner Familie und Freunden aus. Ich habe unbegrenzt Liebe in mir, die nur das Beste für die mir Nahestehenden will. Das macht mich glücklich.“

Die israelischen Jugendlichen Gil-Ad Scha‘ar, Ejal Jifrach und Naftali Frenkel waren am 12. Juni 2014 in Gusch Etzion entführt worden. Am 30. Juni wurden ihre Leichen entdeckt. Die Hamas übernahm die Verantwortung für die Tat. Hussam Kawasmeh wurde als Drahtzieher zu lebenslanger Haft verurteilt. Seine mutmaßlichen Komplizen Amar Abu-Aischeh und Marwan Kawasmeh kamen bei einer Razzia im Westjordanland im Rahmen der Verfolgung der Täter im September ums Leben.

Von: mm

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