Südafrika gegen Teilnahme an Schönheitswettbewerb in Israel

Ein Schönheitswettbewerb wird politisch: Die südafrikanische Regierung will nicht, dass die Schönheitskönigin des Landes in Israel an einem Wettbewerb teilnimmt. Die Organisatoren beharren auf einer Teilnahme.
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Will es sich nicht nehmen lassen, ihr Land zu vertreten: Südafrikas Schönheitskönigin Mswane

Foto: Miss South Africa, Facebook

Will es sich nicht nehmen lassen, ihr Land zu vertreten: Südafrikas Schönheitskönigin Mswane

PRETORIA (inn) – Die südafrikanische Regierung hat sich von der aktuellen Schönheitskönigin des Landes, Lalela Mswane, distanziert, weil sie bei einem Wettbewerb in Israel mitmacht. Angesichts der „Gräuel gegen die Palästinenser“ sei dies nicht gangbar, teilte die Regierung am Sonntag mit.

Die 24-jährige Mswane will am „Miss Universe“-Wettbewerb teilnehmen, der in der südisraelischen Küstenstadt Eilat am 12. Dezember steigt. Offenbar versuchte das Kulturministerium, die Organisatoren des Landeswettbewerbs von einer Absage zu überzeugen. Da dies erfolglos war, entzog die Regierung die Unterstützung dafür.

Absage an Absage

Bereits am 9. November hatte die Leiterin der Organisation „Miss South Africa“, Stephanie Weil, die Teilnahme Mswanes bekräftigt. Sie werde trotz der Proteste einer „sehr sehr kleinen, aber sehr lauten Gruppe“ nach Eilat reisen. Mswanes Kindheitstraum sei es, ihr Land weltweit zu vertreten und dabei eine Krone zu tragen. Sie werde sich davon nicht abhalten lassen und diene so als Vorbild für junge Frauen.

Mswane gewann am 16. Oktober den nationalen Schönheitswettbewerb. In der Regel berechtigt der Titel zur Teilnahme am „Miss Universe“-Wettbewerb. In diesem Jahr sind inklusive Mswane bislang 77 Teilnehmerinnen aus aller Welt bestätigt.

Schwierige Beziehungen

Die Beziehungen zwischen Israel und Südafrika gelten seit vielen Jahren als angespannt. Im Jahr 2018 zog Pretoria seinen Botschafter ab. Anlass war das israelische Vorgehen gegen die Aufmärsche am Gaza-Grenzzaun. Die Botschaft in Tel Aviv wurde 2019 zu einem Verbindungsbüro herabgestuft.

Aktuell bemüht sich Südafrika zusammen mit Algerien zu verhindern, dass Israel einen Beobachterstatus bei der Afrikanischen Union erhält. Diesen hat der jüdische Staat im Juli zwar bereits erhalten. Doch Algerien und Südafrika protestierten gegen die Entscheidung. Ende Januar soll es zu einer erneuten Abstimmung kommen.

Traditionell macht Südafrika Israel den Vorwurf, Palästinenser mit einem System der „Apartheid“ zu unterdrücken. Der Begriff wurde in Südafrika geprägt und beschreibt die staatlich organisierte Unterdrückung von Bevölkerungsgruppen. Kritiker wenden ein, dass sich die Situation nicht vergleichen lasse und weisen den Begriff als anti-israelisch zurück.

Von: df

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