Der israelische Botschafter Admasu (l.) überreichte dem Kommissionspräsidenten der Afrikanischen Union, Faki, das Beglaubigungsschreiben

Der israelische Botschafter Admasu (l.) überreichte dem Kommissionspräsidenten der Afrikanischen Union, Faki, das Beglaubigungsschreiben

Israel erhält Beobachterstatus bei Afrikanischer Union

In den vergangenen Jahren haben sich die Beziehungen zwischen Israel und einigen afrikanischen Ländern gebessert. Weiteres Gewicht erhält Israel durch die Aufnahme in die Afrikanische Union.

ADDIS ABEBA (inn) – Israel tritt der Afrikanischen Union wieder als Beobachterstaat bei. Das gab das Außenministerium am Donnerstag bekannt. Der israelische Botschafter für Äthiopien, Aleligne Admasu, überreichte dem Kommissionspräsidenten der Union, Moussa Faki aus dem Tschad, die Beglaubigung. Die Länder-Organisation hat ihren Sitz in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba.

Israel war bereits bis 2002 Beobachterstaat beim Vorläufer der Union, der Organisation für Afrikanische Einheit. Auf Druck des damaligen libyschen Machthabers Muammar Gaddafi (1942–2011) verlor der jüdische Staat bei der Neugründung der Organisation seinen Status. Der „Staat Palästina“ hat seit 2013 Beobachterstatus; dieser gewährt unter anderem die Möglichkeit, vor den Mitgliedsländern bei einschlägigen Veranstaltungen zu reden.

Für den israelischen Außenminister Jair Lapid (Jesch Atid) ist die Wiederaufnahme ein „Tag zum Feiern“: „Das korrigiert eine Anomalie, die fast zwei Jahrzehnte lang existierte. Es hilft dabei, unsere Aktivitäten auf dem afrikanischen Kontinent und mit den Mitgliedsländern zu stärken.“

Konflikt mit Palästinensern angesprochen

Die Afrikanische Union gab sich in der Pressemitteilung zu dem Ereignis weniger enthusiastisch. Demnach hat Kommissionspräsident Faki bei der Übergabe auch den israelisch-palästinensischen Konflikt angesprochen. Dabei habe er betont, dass nur eine „Zwei-Staaten-Lösung“ den Konflikt beilegen könne.

Botschafter Admasu erklärte seinerseits, nun beginne eine neue Phase im Verhältnis zwischen Israel und Afrika. Der jüdische Staat könne sich durch die Union besser auf dem Kontinent einbringen. Admasu lud Faki zudem nach Israel ein.

Wichtiger Aspekt der Außenpolitik

Die Afrikanische Union zählt 55 Mitglieder. Israel pflegt nach Angaben des Außenministeriums mit 46 dieser Länder diplomatische Beziehungen. Zuletzt hatte der jüdische Staat mit dem Sudan wieder offizielle Beziehungen aufgenommen.

Israel misst dem afrikanischen Kontinent große politische Bedeutung bei. Im Jahr 2014 gründete das Parlament eine Afrika-Gruppe. Der frühere Premier Benjamin Netanjahu (Likud) besuchte den Kontinent mehrmals.

Von: df