Solidaritätsbier für geschädigte Bauern

Die Branddrachen der Palästinenser haben die Felder der israelischen Bauern an der Gaza-Grenze schwer beschädigt. Ein Braumeister hat jetzt ein Solidaritätsbier entwickelt, das aus dem Weizen von deren Feldern gemacht ist. Es findet großen Anklang.
Der israelische Braumeister Ori Sagy hat ein Händchen für besondere Biere – bei seiner neuesten Kreation geht es um das Anliegen der Bauern an der Gaza-Grenze

Foto: Deutsche Botschaft Tel Aviv/Omri Meron

Der israelische Braumeister Ori Sagy hat ein Händchen für besondere Biere – bei seiner neuesten Kreation geht es um das Anliegen der Bauern an der Gaza-Grenze

NETANJA (inn) – Das neue Bier, das die israelische Alexander-Brauerei entwickelt hat, heißt schlicht „Otef Aza“ (das Gebiet an der Gaza-Grenze). Es ist unter anderem mit Weizen hergestellt, der von den Feldern israelischer Bauern an der Grenze zum Gazastreifen stammt. Im vergangenen Jahr sind dort viele Felder durch Branddrachen der Palästinenser zerstört worden. Der Erlös des Solidaritätsbiers soll vollständig an die so geschröpften Bauern gehen.

„Ich bin in einer Bauernfamilie im Kibbutz Misgav Am im Norden aufgewachsen“, erzählte der Alexander-Braumeister Ori Sagy der Online-Zeitung „Times of Israel“. Verbrannte Felder zu sehen, habe ihn im vergangenen Jahr traurig gemacht. „Ich habe mich entschieden, etwas zu tun, was hilft. Das ist keine politische Stellungnahme. Es ist ein Zeichen der Solidarität.“

Seit März 2018 sind mehr als 1.000 Morgen Getreidefelder an der Gaza-Grenze verbrannt. Die Regierung schätzt den Verlust für die israelischen Bauern auf mindestens 1,7 Millionen Dollar. Zusätzlich gingen Tausende Morgen Wald und Naturgebiete im Feuer auf. Das israelische Landwirtschaftsministerium stellte zur Kompensation umgehend eine halbe Million Dollar zur Verfügung.

„Auf herzzerreißende Situation aufmerksam machen“

Braumeister Sagy weiß, dass die Einnahmen durch sein Bier die finanzielle Situation der Bauern nur wenig verbessern werden. Ihm geht es aber darum, ein Zeichen zu setzen. „Die herzzerreißende Situation der Bauern in das öffentliche Bewusstsein zu bringen, ist mein Ziel“, sagte Sagy, der 2008 aus seinem leidenschaftlichen Hobby einen Beruf machte, als er das Handwerk des Braumeisters offiziell erlernte.

Die Alexander-Brauerei in der Nähe von Netanja hat sich inzwischen einen gewissen Ruf für besondere Biere erworben. 2018 braute Sagy zum Beispiel mit dem fränkischen Biersommelier Cornelius Faust ein Freundschaftsbier, um die guten Beziehungen zwischen Deutschland und Israel zum 70. Jahrestag des jüdischen Staates zu unterstreichen.

Das kleine Brauhaus mit zwölf Angestellten, das als Logo eine geflügelte Schildkröte besitzt, ist nach dem 32 Kilometer langen Fluss benannt, der sich von den Bergen in Nablus durch die Emek-Hefer-Region schlängelt. Die Schildkröte steht für die Zeit, die sich die Braumeister bei der Arbeit nehmen. Bis jetzt sind dort 25.000 Flaschen und 1.600 Liter des Gaza-Grenze-Bieres entstanden. „Es gibt sehr viele positive Reaktionen, sie sind stärker als bei früheren Sonderausgaben unseres Bieres“, sagte Sagy.

Von: mm

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