Mit Getöne hatte die frühere deutsche Außenpolitikerin Annalena Baerbock einst eine „feministische Außenpolitik“ angekündigt. Für die wirkliche Befreiung unterdrückter Frauen setzen sich indes Israel und die USA ein. Mit dem Angriff auf das Terrorregime im Iran sind die Chancen dafür hoch wie nie – für die Iraner insgesamt, aber insbesondere für die unter den rigorosen islamischen Vorschriften leidenden Frauen.
Das zeigt sich unter anderem anhand der mutigen Proteste der iranischen Fußballerinnen in Australien: Beim ersten Spiel der Asienmeisterschaft verweigerten sie das Singen der Hymne – ermutigt durch die Schwächung des Regimes. Zuhause würde auf sie vermutlich die Todesstrafe warten. Einige konnten am Montagabend aus ihrer Unterkunft ausbrechen. Sie erhalten nun zum Glück Asyl in Australien. Doch das Todesschicksal hat im Iran schon viel zu viele Frauen erreicht.
Vor diesem Hintergrund entpuppt sich die Klage über angeblich apokalyptische Vorstellungen in einzelnen Kreisen der USA, die in der vergangenen Woche aufgekommen sind, als wohlfeil und Ausdruck der eigenen bequemen Lage. Für die Menschen, die durch das iranische Regime bedroht sind – Iraner, Israelis und viele andere – stellt sie sich diese Thematik nicht. Hier zählt die Hoffnung auf Veränderungen angesichts existenzieller Not.
Mangelnder Widerstand
Die Kernfrage in diesen Jahren ist diese: Woher kommt sonst noch der wirksame Widerstand gegen die Terror-Regime dieser Welt? Von der Europäischen Union? Den Vereinten Nationen? Diese Institutionen hätten noch 100 Jahre dabei zugesehen, wie die Mullahs Frauen unterdrücken – und weiterhin Glückwünsche an das Regime verschickt, wie es UN-Generalsekretär António Guterres unlängst tat.
Baerbock hatte in ihrer Rolle als Präsidentin der UN-Generalversammlung zu Beginn der aktuellen Militärkampagne gefordert, „zu Diplomatie und Verhandlungen“ zurückzukehren. Das ist ein Rückschritt: Als deutsche Außenministerin hatte sie bereits erkannt, dass das Regime „nicht in der normalen diplomatischen Logik“ agiert. Auch an derlei Widersprüchen zeigt sich die Hilflosigkeit der Diplomatie und die Notwendigkeit entschiedenen Handelns, wenn es um barbarische, frauenfeindliche Regime geht.
Ein Kommentar
So geht feministische Außenpolitik. Was sagt Claudia Roth, beste Freundin von Ali Laridschani, dazu?