Meinung

Eine historische Chance

Israel und die USA nutzen eine einmalige Gelegenheit, der Schreckensherrschaft in Teheran ein Ende zu bereiten. Deutschland kann nur zusehen, positioniert sich aber richtig. Ein Kommentar
Von Daniel Frick
Die USA attackieren die Anlagen des iranischen Regimes mit einer gewaltigen Streitmacht, zu der der Flugzeugträger Abraham Lincoln gehört

Anfang August 2015 wagte der damalige US-Präsident Barack Obama einen Blick in die Zukunft: Der Iran werde die bis zu 56 Milliarden Dollar, die ihm durch das kurz zuvor vereinbarte Atomabkommen zur Verfügung stehen, hauptsächlich zum Wohl das Volkes einsetzen. Das Regime habe bereits die Erwartungen der Iraner erhöht, nämlich die Verbesserung ihrer Lebensumstände. „Selbst ein unterdrückerisches Regime wie das des Iran kann diese Erwartungen nicht vollständig ignorieren.“

Die folgende Dekade hat gezeigt, wie sehr sich Obama geirrt hat. Das Regime in Teheran hat die Gelder vor allem zur Finanzierung von Terror eingesetzt, der sich in erster Linie gegen Israel richtet, dann aber auch gegen die USA und den Westen.

Die Warnungen vor diesen Entwicklungen waren vorhanden: Sie kamen nicht nur vom israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu, sondern auch vom damaligen US-Senator und jetzigen amerikanischen Außenminister Marco Rubio.

Fehlgeleitete Ansätze

Der Ausbruch dieses erneuten Krieges ist ebenso bedauerlich wie geboten. Der Erfolg der Diplomatie wäre wünschenswert, setzt aber voraus, dass der Iran ein rationaler Akteur ist. Doch die Führung besteht aus religiösen Fanatikern, die ihre Glaubensform weltweit mit Gewalt durchsetzen wollen.

Verhandlungen dienten dem Iran nur zum Zeitgewinn. Der Iran prahlte sogar damit, die Verhandlungspartner getäuscht zu haben.

Der am Samstag begonnene Angriff ist daher das richtige Signal der USA, sich nicht mehr lumpen zu lassen und gegen die Dauerbedrohung aus Teheran rigoros vorzugehen. Hinzu kommt, dass das Regime wegen der Dezimierung seiner Terrorableger durch Israel in der Region so schwach dasteht wie nie zuvor. Es wäre fahrlässig, diese historische Chance verstreichen zu lassen, auch wenn die Unternehmung erhebliche Risiken birgt.

Folgen Sie uns auf Facebook und X!
Melden Sie sich für den Newsletter an!

Einmalige Chance

Historisch ist die Lage auch, weil es die vielleicht letzte Möglichkeit für Israel und die USA ist, den Iran in die Schranken zu weisen. Das liegt nicht nur am Aufbau des Raketenprogramms, durch den ein Schlag in Zukunft aussichtslos werden würde. Auch die politische Stimmung in den USA wendet sich vermehrt gegen derlei Einsätze.

Die kommenden Wochen können das Schicksal des Nahen Osten auf Jahrzehnte bestimmen, sagte der frühere israelische Verteidigungsminister Joav Gallant. Umso besser, dass der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz die Bemühungen der USA und Israels unterstützt. Es zeigt, dass nicht nur die USA Jahre der Naivität gegenüber dem Terror-Regime in Teheran hinter sich lassen – einer Naivität, deren Preis bislang vor allem die Iraner und Israel gezahlt haben.

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien

Schreiben Sie einen Kommentar

11 Kommentare

  1. Es genügt, wenn alle Gegner des Westens zu wissen bekommen, daß man besagten Westen nur bis zu einem bestimmten Punkt verarschen
    kann, alles darüber hinaus ist sehr gefährlich. Denn der Westen ist sehr wohl in der Lage,
    (wie man derzeit sieht) zu genauso skrupellosen Methoden und Mitteln zu greifen wie alle anderen, im allgemeinen aber werden solche Methoden und Mittel weit weniger bereitwillig angewendet, insbesondere durch Europa.
    SHALOM

    18
    1. Die Frage ist, ob Ländern Großbritannien und Spanien überhaupt noch zum Westen gehören, nachdem beide den USA die Nutzung von US-Stützpunkten für Luftangriffe gegen den Iran verboten haben?

      29
      1. @Gideon Lahav

        Da kommt mir das „Stichwort Europa“ in den Sinn.
        Dies ist auch eine Chance für ein geeintes, starkes Europa!
        Aktuell ähnelt Europa dahingehend wohl eher einem Platten Reifen – kaum zu gebrauchen.

        18
      2. Naja,Gideon, die Briten haben die Stützpunkte einschließlich Diego Garcia
        inzwischen freigegeben.
        Was Sanchez angeht, der kann meinetwegen die Reconquista wieder rückgängig machen und den Mauren ihre Emirate zurückgeben, wenn ihm so sehr an den Moslems liegt.
        Bin mal gespannt, wann er droht, die Straße von Gibraltar zu sperren. Das traue ich diesem linken Antisemiten glatt zu.
        SHALOM

        10
        1. Ja, Klaus, du erinnerst dich sicher noch daran, als er im vergangenen September nach einer Atomwaffe strebte, um Israel aufzuhalten. Ich hätte niemals im Leben solche Wörtern von einem Regierungschef, eines EU-Staat erwartet; nicht einmal China und Russland gehen so aggressiv gegen Israel vor wie Spanien.

          7
  2. Obwohl ich anfangs skeptisch war, was den Krieg gegen den Mollah-Iran angeht, muss ich dem Kommentar weitgehend zustimmen. Ich hoffe nur, dass die USA diesmal ihre Arbeit zu Ende führen, nicht so wie im Irak oder in Afghanistan. Inch’allah, Amen, ainsi soit-il.
    Wenn ich mir eine kleine Besserswisserei erlauben darf : Joav Gallant war Verteidigungsminister. In dieser Eigenschaft hat er mit Boris Pistorius den Vertrag über Arrows 3 unterzeichnet. Die beiden Herren sollen übrigens noch immer in freundschaftlichem Kontakt stehen.

    20
    1. Danke, liebe Antonia, für den Korrekturhinweis. Wir haben den Fehler verbessert.

      14
  3. Deutschland positioniert sich richtig. Und Spanien? Trump kündigt an, alle Handelsbeziehungen mit dem Schurkenstaat Spanien zu beenden.

    28
  4. Also das Gerede über das Völkerrecht macht mich schwindelig, da es doch gar nichts nützt. NIEMAND hält sich an das Völkerrecht und die Moralapostel verteidigen Israel nicht bei Raketenbeschuss. Allerdings glaube ich nicht, dass der Westen mit Gewalt den Iran umfunktionieren kann. Der Westen hat nur 30 – 40 % Macht auf der Welt, der Rest sind patriarchalische bis diktatorische Regime, die so rein gar nichts mit unserem Wertesystem zu tun haben? Ich bete, das ist leichter!
    Johannes 14:27
    Was ich euch zurücklasse, ist Frieden: Ich gebe euch meinen Frieden – einen Frieden, wie ihn die Welt nicht geben kann. Lasst euch durch nichts in eurem Glauben erschüttern, und lasst euch nicht entmutigen!

    7
  5. „Die kommenden Wochen können das Schicksal des Nahen Osten auf Jahrzehnte bestimmen, sagte der frühere israelische Verteidigungsminister Joav Gallant.“

    Meiner Meinung nach nicht nur des Nahen Osten. Die iranischen Drohnen/Raketen mit Ziel Zypern und Türkei zeigen meiner Meinung nach sehr deutlich, dass der Iran gewillt ist, auch Europa anzugreifen, sobald die Möglichkeiten dazu vorhanden sind.

    „Umso besser, dass der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz die Bemühungen der USA und Israels unterstützt.“

    Das finde ich richtig und bin froh darüber, auch wenn wir nicht so sehr viel beitragen bzw. helfen (können). Eine rot-grüne Regierung hätte diese Unterstützung, meiner Meinung nach (kann auch ein Vorurteil sein), vermutlich versagt. Zumindest mit Ramstein leisten wir aber doch einen kleinen Beitrag, den auch eine rot-grüne Regierung nicht hätte unterbinden können oder wollen; vermute ich.

    Dass dieser Konflikt früher oder später ausgetragen werden musste, war meiner Meinung nach schon sehr lange absehbar, da der Iran durch seine „Söldner“ inoffiziell ja bereits seit Jahren andere Länder angreift bzw. okkupiert hat. Es ist zwar spät, aber noch nicht zu spät.

    9
  6. Habt ihr nur Teheran im Visier ohne zu schauen was Putin da oben an der Nordgrenze anliefert und parallel den Huthi-Rebellen unterjubelt. Und sein Freund im Riesenreich ist auch nicht ganz abgeneigt, die Achse des Bösen zu stärken. Versenkt die lila Flotte bitte, bevor sie entladen wird. Das könnte hilfreich sein 🙂 Danke

    0

Israelnetz-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen