Selenskij zu Videokonferenz in Knesset eingeladen

Beim zweiten Anlauf gewährt die Knesset dem ukrainischen Präsidenten eine Bühne. Die Hilfe für Einwanderer aus dem Kriegsgebiet wird konkreter.
Von Israelnetz
In der neuen Knesset sind 13 Fraktionen vertreten

Foto: Kobi Gideon/GPO

Die Knessetsondersitzung mit dem ukrainischen Präsidenten ist für Sonntag geplant (Archivbild)

JERUSALEM (inn) – Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij darf in einer Sondersitzung per Videokonferenz zum israelischen Parlament sprechen. Das entschied Knessetsprecher Mickey Levy (Jesch Atid) am Dienstag. Zuvor hatte Israel eine ähnliche Anfrage abgelehnt.

Levy traf sich mit dem ukrainischen Botschafter Jewgen Kornijtschuk. Dieser wiederholte die Bitte und stieß auf offene Ohren. Die Videokonferenz ist nun für Sonntag um 18 Uhr israelischer Zeit geplant.

Nachdem die Zusage bekannt geworden war, ersuchte der russische Botschafter Anatoli Viktorow um ein Gespräch mit Levy. Er habe Russlands Verärgerung über den israelischen Schritt kundtun wollen, schreibt die „Jerusalem Post“. Bei dem Treffen habe er zudem um eine Einladung für Präsident Wladimir Putin gebeten, ebenfalls vor der Knesset zu sprechen.

Ein Sprecher von Levy indes wies die Berichte über Spannungen zwischen Russland und Israel in dieser Sache zurück: „Es gibt keine wie immer geartete Krise. Die Russen haben um ein Treffen gebeten, und wir haben zugestimmt – ebenso wie beim ukrainischen Botschafter. Wir treffen fast jede Woche Botschafter.“

Unterstützung für ukrainische Einwanderer

Unterdessen bemüht sich Israel weiter um Unterstützung für Neueinwanderer aus der Ukraine. In den vergangenen zwei Wochen kamen bereits fast 5.000 Olim aus dem kriegsgeplagten Land. Das seien soviele wie in den vergangenen zwei Jahren, sagte der Vorsitzende eines neuen Knesset-Unterausschusses, Jomtob Kalfon (Jamina), am Dienstag. Das Gremium soll sich mit den Belangen der ukrainischen Flüchtlinge befassen.

Jede Familie erhält bei der Einwanderung umgerechnet rund 900 Euro. Hinzu kommen 1.800 Euro, die Flüchtlingen zustehen, sowie monatliche Zuschüsse in Höhe von 1.200 Euro. Zwei Krankenhäuser haben eine kostenlose Behandlung für ukrainische Neuankömmlinge angeboten.

Der Unterausschuss befasste sich auch mit dem Pessachfest, das am 15. April mit dem Sederabend beginnt. Israelis werden aufgerufen, an diesem Abend ihre Häuser für ukrainische Flüchtlinge zu öffnen. Integrationsministerin Pnina Tamano-Schata (Blau-Weiß) sagte: „Wir wissen, dass die israelischen Bürger unbedingt helfen wollen. Das bietet ihnen eine Gelegenheit dafür.“

„Syrer lassen sich für Krieg gegen die Ukraine registrieren“

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte wiederum berichtet, dass sich zahlreiche Syrer für die russische Armee registrieren ließen. Sie wollten gegen die Ukraine kämpfen. Russische Offiziere hätten mit dem syrischen Militär und verbündeten Milizen Registrationsbüros eingerichtet.

Der Leiter der in Großbritannien ansässigen Organisation, Rami Abdel Rahman, sagte laut der Onlinezeitung „Times of Israel“: „Mehr als 40.000 Syrer haben sich bislang registriert, um an der Seite Russlands gegen die Ukraine zu kämpfen.“ Die Rekruten hätten Kampferfahrung aus dem elfjährigen Bürgerkrieg. Sie stammten entweder aus der Armee oder aus Milizen, die das Regime von Präsident Baschar al-Assad unterstützten.

Nach Angaben der Beobachtungsstelle liegt der Sold in Syrien zwischen 15 und 35 Dollar pro Monat. Russland habe den Freiwilligen 1.100 Dollar für ihren Kampf in der Ukraine versprochen.

Ein syrischer Regierungsvertreter dementierte den Bericht der Beobachtungsstelle, die zur Opposition gehört. „Bislang sind keine Namen notiert worden, keine Soldaten wurden in irgendwelchen Zentren registriert. Auch ist niemand nach Russland gereist, um in der Ukraine zu kämpfen“, sagte Omar Rahmun vom Nationalen Versöhnungskomitee in Syrien der Nachrichtenagentur AFP. (eh)

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4 Antworten

  1. Wo sind eigentlich die Amerikaner?

    Diese sollten sowohl den aktuellen Machthaber und diese Milizen und sonstige Störenfriede, wie die russischen Besatzer aus Syrien auslöschen, und zwar unwiederbringlich. Dann würde dieses Land sich langsam aber sicher erholen.
    Die Russen können Ihre Sachen besser zu Hause ordnen und die Ukraine wieder aufbauen, bevor sie irgendwo anders rumturnen.
    Viel Erfolg!

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  2. Der ukrainische Präsident hat in dieser Videokonferenz versucht Israel mit ‘unpassenden’ Vergleichen in den Krieg hineinzuziehen. Eretz Israel war + ist die sichere Heimstatt für alle in der Welt lebenden jüdischen Gemeinschaften. Die jeweiligen israelischen Regierungen werden ihre Entscheidungen nur danach ausrichten das dem so bleibt.

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