Seder im All ohne Wein, aber mit Matze

In diesem Jahr gibt es auch auf der Internationalen Raumstation eine Sederfeier – allerdings mit abgewandeltem Ritus. Dafür sorgt der zweite Israeli im All.
Von Israelnetz
Der israelische Astronaut Eytan Stibbe

Foto: Axiom, YouTube; Screenshot Israelnetz

Verzichtet auch im Weltall nicht auf den Seder: Eytan Stibbe

ORLANDO (inn) – Der zweite israelische Astronaut, Eytan Stibbe, will am Freitag im Weltall den Sederabend feiern. Wein sei zwar nicht vorhanden, aber er habe ungesäuerte Brote für das Pessachfest dabei, sagte er in einem Interview der Zeitung „Yediot Aharonot“. Stibbe war am vergangenen Freitag von Orlando im US-Bundesstaat Florida mit drei Amerikanern zur Internationale Raumstation (ISS) aufgebrochen. Es ist die erste völlig private Mission auf der ISS.

Der 64-jährige Israeli erzählte weiter, Russen hätten ihm Gefilte Fisch empfohlen. „Es sieht sehr lecker aus.“ Obwohl das fürs Trinken in der Schwerlosigkeit nicht nötig sei, habe er aus zeremoniellen Gründen ein Glas. „Und ich habe ein Glas für den Propheten Elia.“ Beim Seder stellen Juden ein zusätzliches Glas Wein auf den Tisch. Dieses soll Elia erhalten, falls er gerade an dem Tag erscheint und den Messias ankündigt.

An das Leben ohne Schwerkraft hat sich Stibbe nach eigener Aussage gewöhnt: „Die Lage ist deutlich besser als am ersten Tag. Jetzt fühlen wir uns frei.“ Er und seine Kollegen könnten sich in alle Richtungen orientieren. „Das Gehirn sortiert das auf praktische Weise.“

Hilfreiche NASA-Experten

Der Tag auf der ISS beginnt um 6 Uhr mit Aufstehen, Waschen und Frühstück. Danach gibt es eine Besprechung für die gesamte Mannschaft. Anschließend geht jeder an seine Arbeit. Der Israeli plant während seines zehntägigen Aufenthaltes auf der Raumstation 35 wissenschaftliche Experimente. Die Mission heißt auf Hebräisch „Messimat Rakia“ – „Mission Himmelsfeste“.

Als wohltuend empfindet der ehemalige Kampfpilot das Miteinander der Astronauten. Wer eine Aufgabe vorzeitig abschließe, schaue, ob die anderen zurechtkämen. Und wenn jemand in Rückstand gerate, bekomme er Unterstützung. Das professionelle Personal der amerikanischen Weltraumorganisation NASA sei sehr hilfsbereit.

Israel aus dem Weltraum fotografiert

Eine besondere Freude erlebte Stibbe am Dienstagmorgen, als er einen ersten Blick auf sein Heimatland werfen konnte: „Beim Frühstück eilte ich zum Fenster, ich sah Israel und griff nach der nächsten Kamera. Wunderschöne Bilder, auch wenn der Norden etwas bewölkt war, aber das Zentrum und der Süden waren sichtbar. Ich denke, dass ich noch mehr Gelegenheiten haben werde – am Tag und in der Nacht.“

Der Rückflug ist für Montag geplant. Die Kapsel mit den vier Männern soll dann im Atlantischen Ozean landen. Der erste israelische Astronaut, Ilan Ramon, war 2003 tödlich verunglückt, als die Raumfähre „Columbia“ nach dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre explodierte. Stibbe antwortete auf eine entsprechende Frage, er rechne damit, dass weitere Israelis nach ihm ins All fliegen würden. (eh)

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