Herzog spricht mit Astronaut Stibbe

An der ersten völlig privaten Weltraummission der Geschichte beteiligt sich ein Israeli. In einer Videokonferenz mit Staatspräsident Herzog zitiert er aus einem jüdischen Gebet.
Von Israelnetz
Videokonferenz mit der Internationalen Raumstation

Foto: Rakia Mission, YouTube; Screenshot Israelnetz

Präsident Herzog und Ehefrau Michal lauschen begeistert den Ausführungen des Astronauten

TEL AVIV (inn) – Der israelische Staatspräsident Jitzchak Herzog hat am Sonntag eine Videokonferenz zwischen Erde und Weltall abgehalten. Von Tel Aviv aus sprach er mit dem Astronauten Eytan Stibbe, der am Freitag von Orlando im US-Bundesstaat Florida gestartet war. Auf der Internationalen Raumstation (ISS) will er zehn Tage lang verschiedene Experimente durchführen.

Es handelt sich um die erste völlig private Weltraummission auf der ISS in der Geschichte. Stibbe trat seinen Flug mit drei weiteren Astronauten an. Dafür benutzten sie eine Kapsel des kommerziellen Raumfahrtunternehmens Axiom Space. Ihre Mission trägt die offizielle Bezeichnung AX-1, schreibt das Wirtschaftsmagazin „Globes“.

Stibbe ist der zweite Israeli im Weltraum. Er plant unter anderem Experimente zum längeren Aufenthalt von Menschen im All, etwa zu körperlichen und seelischen Auswirkungen. Zudem hat der ehemalige Kampfpilot ein Kunstwerk zweier israelischer Künstlerinnen dabei, das seine beabsichtigte Form nur in der Schwerelosigkeit entfaltet.

Doch Stibbe will sich auch als Schullehrer betätigen. So soll er israelischen Kindern etwa per Video zeigen, wie sich Flüssigkeiten in minimaler Schwerkraft verhalten. Sie können außerdem erfahren, wie Feste auf der Weltraumstation gefeiert werden. Dazu gehört das Entzünden der Schabbatkerzen.

Erstmals israelische Flagge in der ISS

Während der Videokonferenz sagte Präsident Herzog mit Bezug auf die jüngsten Terroranschläge: „In diesen schwierigen Zeiten auf der Erde freuen wir uns, eine Lichtquelle am Himmel zu haben.“ Stibbe antwortete: „Zum ersten Mal hängt die israelische Flagge an der internationalen Raumstation. Es ist sehr bewegend.“

Stibbe präsentierte ein Geschenk, das ihm der Präsident mitgegeben hatte: ein Glaswürfel mit dem Gebet für das Wohlergehen des Staates Israel. Der Großvater Jitzchak Halevi Herzog, Israels erster aschkenasischer Oberrabbiner, hat das Gebet daraufgeschrieben.

Der Astronaut ließ den Würfel durch den schwerelosen Raum schweben. Dazu sagte er gemäß der Onlinezeitung „Times of Israel“: „Einen besonderen Satz möchte ich von diesem Gebet hervorheben, einen schönen Satz: ‚Gib Frieden im Land und ewige Freude für seine Bewohner.‘“

Freundlicher Empfang für Neulinge

Von den Neuankömmlingen hat einer kaum Erfahrung, die drei anderen überhaupt nicht. Stibbe hob den freundlichen Empfang der Besatzung hervor: „Das achtköpfige Team hier hat uns bei allem geholfen, was wir brauchen – selbst beim Hissen der Flagge hinter mir.“

Herzog sagte, die Nation sei stolz auf Stibbe. Er fügte an: „Kommen Sie sicher zurück und setzen Sie das wunderbare Projekt, das Sie begonnen haben, fort.“

Der erste israelische Astronaut, Ilan Ramon, war Anfang 2003 mit amerikanischen Kollegen ins All gestartet. Als die Raumfähre „Columbia“ auf dem Rückweg wieder in die Erdatmosphäre eintrat, explodierte sie. Alle Insassen starben. Angehörige des verunglückten Israelis waren am Freitag beim Start der Raumfähre in Orlando zugegen. Stibbe hat Seiten aus Ramons Weltraumtagebuch im Gepäck. (eh)

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