Rivlin enttäuscht von arabischer Gemeinschaft

Der israelische Staatspräsident Rivlin hat alle arabischen Gemeindevertreter eingeladen, um über Sicherheitsfragen zu sprechen. Das enttäuschende Fazit des Treffens: Es kamen weniger als die Hälfte.
Staatspräsident Rivlin spricht vor arabischen Gemeindevertretern und Verantwortlichen der Polizei in Jerusalem

Foto: GPO/Mark Neiman

Staatspräsident Rivlin spricht vor arabischen Gemeindevertretern und Verantwortlichen der Polizei in Jerusalem

JERUSALEM (inn) – Der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin hat sich über die Resonanz arabischer Bürgermeister enttäuscht gezeigt, die er für eine verbesserte Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen eingeladen hatte. Wie die Tageszeitung „Yediot Aharonot“ berichtet, sind der Einladung Rivlins in seine Residenz nur 20 der insgesamt 46 arabischen Bürgermeister gefolgt. Polizeipräsident Roni Alscheich wiederum zieht aus dem Treffen Hoffnung.

„Dieses Treffen wurde aufgrund der Anliegen vieler israelischer Bürger einberufen, um über die Verantwortung des Staates für das Wohlergehen seiner Bürger zu diskutieren“, sagte Rivlin. Es mache ihn traurig, dass so wenige Bürgermeister gekommen seien, die für die öffentliche Sicherheit zuständig sind. Es sei eine Schande, weil das Schicksal aller Israelis das Zusammenleben sei. Deshalb müsse das Verständnis der Menschen für diese Situation gefördert werden.

Zu wenig Protest der Araber bei Terroranschlag

Angesichts der Auseinandersetzungen am Tempelberg sieht Rivlin die Rolle der politischen Führungskräfte herausgefordert. Er sprach über den Mord arabischer Israelis am Tempelberg an zwei drusischen Polizisten. „Nach dem Angriff auf die beiden Polizisten habe ich eine klare und scharfe Verurteilung aus der arabischen Gemeinschaft erwartet.“ Es habe aber insgesamt zu wenig Protest gegeben.

Positiv sei allerdings nach den gewalttätigen Demonstrationen am Tempelberg gewesen, dass es letztlich die Führungskraft von Juden und Arabern war, welche die Spannung wieder aufgelöst habe. Auch Polizeipräsident Alscheich stellte klar, dass er von dem zurückhaltenden Echo aus der arabischen Gemeinschaft zum Attentat enttäuscht sei. Er wolle aber die positiven Seiten sehen: „Ich bin optimistisch. Ohne die Polizei kann es kein alltägliches Leben geben, deshalb werden wir zu Ergebnissen kommen.“ Das liege im Interesse jedes jüdischen und arabischen Israeli.

Auch der Vorsitzender der arabischen Regionalräte, Masen Ganim, sprach über die Verantwortung der politischen Führungskräfte: „Die arabische Gemeinschaft ist als Gesellschaft nicht gewalttätig geboren worden. Es sind die Umstände.“ Die israelische Polizei habe gezeigt, dass sie mit allen kriminellen Familien fertig geworden sei. „Seit dem Jahr 2000 sind 1.200 arabische Bürger mit illegalen Waffen getötet worden.“ Es liege in der Verantwortung der arabischen Bürgermeister, diese Missstände mit Wirtschaft und Arbeitsplätzen zu bekämpfen.

Von: mm

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