Rivlin bittet Vietnam um mehr Unterstützung für Israel

Vietnam soll Israel mehr in internationalen Organisationen unterstützen. Das hat Israels Staatspräsident Rivlin von seinem vietnamesischen Amtskollegen Quang gefordert. Dieser sprach sich unterdessen für einen palästinensischen Staat aus.
Israels Präsident Reuven Rivlin (2.v.l.) und seine Frau Nechama (1.v.l.) mit dem vietnamesischen Präsidenten Tran Dai Quang

Foto: GPO/Mark Neiman

Israels Präsident Reuven Rivlin (2.v.l.) und seine Frau Nechama (1.v.l.) mit dem vietnamesischen Präsidenten Tran Dai Quang

HANOI (inn) – Israels Staatspräsident Reuven Rivlin hat während seiner mehrtägigen Vietnam-Reise den Präsidenten des Landes, Tran Dai Quang, aufgefordert, den jüdischen Staat in internationalen Organisationen mehr zu unterstützen. Unter anderem geht es um einen Beistand in der UNESCO.

Rivlin sagte beim Treffen in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi: „Wir bitten Sie als Freunde, über Vietnams Stimme in internationalen Institutionen nachzudenken. Natürlich fordere ich Sie nicht auf, gegen Ihr Herz zu entscheiden, aber zu sagen, dass Jerusalem nicht Teil des Staates Israels ist, ist, als wenn ich sagen würde, Hanoi ist nicht Teil von Vietnam.“ Vietnam hat etwa der UNESCO-Resolution zugestimmt, in der der Tempelberg durchweg mit seinem arabischen Namen „Haram al-Scharif“ genannt wird.

Quang für unabhängiges Palästina

Die Stimmung zwischen den zwei Amtskollegen während des Treffens beschreibt die Tageszeitung „Yediot Aharonot“ als warm und freundlich. Rivlin erklärte, dass die beiden Staaten Freunde seien, die sich die Wahrheit sagten, auch wenn diese manchmal „unbequem“ sei.

Präsident Quang sagte am Ende des Treffens: „Wir unterstützen den Einsatz der Parteien, Frieden für die Palästinenser, für Israel und für den Rest der Bewohner der Region zu erlangen, der zu einer Gründung eines unabhängigen und souveränen Palästinas führt, das neben dem Staat Israel in Frieden lebt.“

Mehrere Abkommen abgeschlossen

Auch die Wirtschafts- und Sicherheitszusammenarbeit wurde im Rahmen von Rivlins Reise intensiviert. Israel verbesserte die Systeme der T-54-Panzer der vietnamesischen Armee und steuerte ihr unter anderem Luftverteidigungssysteme, Drohnen, Raketen und Cyber-Abwehr-Systeme bei. Die beiden Länder planen auch ein Freihandelsabkommen. Ein israelisches Unternehmen hat bereits eine Fabrik für Kleinwaffen im Land gebaut.

Die israelische Firma Omat und die vietnamesischen Stromgesellschaft EEVN unterzeichneten eine Absichtserklärung auf dem Stromsektor. Omat ist eine internationale israelische Firma, die im Energiesektor tätig ist und die Errichtung und den Betrieb von durch alternative Energien betriebenen Kraftwerken fördert. Israel bringe hierbei sein Wissen auf dem Gebiet der alternativen Energien ein, das durch das starke Wirtschaftswachstum in Vietnam dringend benötigt werde, teilte das israelische Außenministerium mit.

Zweiter Vietnam-Besuch eines israelisches Staatsoberhauptes

Des Weiteren schlossen der Israelische Verbund der Gemeindezentren und Talent Pool, die größte vietnamesische Organisation für informelle Aus- und Weiterbildung, ein Abkommen. Ziel ist die Errichtung eines ersten Gemeindezentrums nach israelischem Vorbild in Hanoi. Auf dem Gebiet der Medizin wurde eine weitere Absichtserklärung unterzeichnet.

Vor zwei Jahren hieß Rivlin Quang in Jerusalem willkommen. 2011 reiste der damalige Präsident Schimon Peres als erstes israelisches Staatsoberhaupt überhaupt in das asiatische Land. Die diplomatischen Beziehungen wurden im Jahr 1993 aufgenommen.

Von: mab

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