Rassismus-Vorwurf gegen israelischen Arzt

Ein Arzt des Soroka-Krankenhauses kritisiert bei einer Wahlkampf-Veranstaltung die Geburtenrate von Arabern. Ihm wird Rassismus vorgeworfen. Dann rudert er zurück.
Von Israelnetz
Beduinische Kinder beim Spielen

Foto: The Advocacy Project/flickr | CC BY-ND 2.0 Generic

Beduinische Frauen bekommen in Israel die meisten Kinder

BE’ER SCHEVA (inn) – Der Arzt des Soroka-Krankenhauses in Be’er Scheva, Gideon Sahar, sieht sich Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt. Zuvor kritisierte Sahar bei einer Wahlkampf-Veranstaltung massiv die arabischen Geburtenraten. Innenministerin Ajelet Schaked (Jüdisches Heim) war zugegen und konterte den Arzt.

Sahar attestierte Israel ein „Bevölkerungswachstumsproblem“. Die „arabische Gebärmutter überwältigt die jüdische Öffentlichkeit“. Für ihn ergebe sich ein Widerspruch: Zum einen wisse die Öffentlichkeit, „dass uns die arabische Geburtenrate überfordert“. Zum anderen „fördern wir sie mit Freibeträgen“. Dies könne in der Form nicht weiter gehen. Man müsse mindestens über eine Kürzung des Kindergeldes nachdenken.

Sahar schlug in seiner aufgezeichneten Rede vor, Kindergeld nur noch für drei Kinder auszuzahlen. Bei der Geburt eines vierten oder fünften Kindes müsse die politische Führung über eine Geldstrafe nachdenken.

Er fragte Schaked, ob dies umsetzbar wäre. Sie antwortete: „Dies wird nicht funktionieren“. Eine solche Lösung könne nicht gesetzlich festgeschrieben werden. Sie zeigte sich auch inhaltlich nicht überzeugt von der Forderung des bekannten Arztes.

Verärgerung im arabischen Sektor

Die Äußerungen von Sahar sorgten unter der beduinischen und arabischen Bevölkerung für Verärgerung. Am Montag versammelte sich arabisches Krankenhauspersonal im Soroka-Krankenhaus zu einem Streik, um gegen die Ansichten des Arztes zu protestieren. Dies berichtet die Zeitung „Yediot Aharonot“.

Auch Politiker meldeten sich zu Wort und warfen Sahar Rassismus vor. So verurteilte etwa Gesundheitsminister Nizan Horowitz (Meretz) die Äußerungen auf Twitter. „Sie repräsentieren sicherlich nicht das Gesundheitssystem. Es gibt keinen besseren Ort in Israel, an dem das Zusammenleben von Juden und Arabern stärker ist“.

Sahar bittet um Entschuldigung

Der Vorsitzende der Arabischen Ärztevereinigung im Negev, Naim Abu Freha, legte beim Generaldirektor des Soroka-Krankenhauses offizielle Beschwerde gegen Sahar ein. „Es sind rassistische Äußerungen, die viele Vorurteile bedienen. Er hat eindeutig die gemeinsame Zukunft beider Nationen verletzt“, schrieb Freha. Der Generaldirektor, Schlomi Kodesch, antwortete prompt und machte klar, dass die Äußerung nicht das Krankenhaus oder die Mitarbeiter repräsentiere. Es sei eine private Äußerung gewesen. Dennoch bat der Vorstand um Entschuldigung.

Sahar selbst versuchte am Montag, den Rassismus-Vorwurf gegen seine Person zu entkräften: Er behandle „alle Negev-Bewohner mit Hingabe, ohne Unterschied in Religion, Rasse und Geschlecht“. Mit vielen sei er befreundet und er respektiere sie. „Es tut mir sehr leid, wenn meine Worte missverstanden wurden, und ich bitte um Entschuldigung, wenn Bürger Israels durch sie verletzt wurden.“

Laut einem Bericht des Israelischen Demokratie-Instituts betrug die Geburtenrate 2019 bei arabischen Frauen in Israel 2,98 Kindern pro Frau, verglichen mit 5,26 Kindern bei Beduinen im Negev. Bei jüdischen Frauen liegt die Rate bei 3,09 Kindern. (joh)

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8 Antworten

  1. Würde jedes Jahr ein Kind zur Welt bringen, kritisieren, nicht als Rassismus bezeichnen, eher als keine Ahnung von Verantwortung für jedes Lebewesen. Von Verhütung noch nichts gehört?
    Siehe Afrika oder generell arabische Länder, mittlerweile auch in der BRD.
    Es kann durchaus vorkommen ungewollt schwanger zu werden, wobei Eltern für ihre Kinder zu sorgen haben. Vorallen in Bildung zu investieren.
    Dem ist ja nicht.
    Man verlässt sich auf Sozialstaat(!) oder auf Hilfsgelder.
    OT
    Im Sudan sah ich diesbezüglich die Hölle.
    Insider wissen Bescheid.
    OT
    In Gaza leben Araber mit 10 bis 12 Kindern.
    Bericht FS. Keine Arbeit. Nur Zeit unverantwortlich ” Kinder machen.”
    Arme Frau.
    Sorry@ Redaktion.

    6
    1. Ultraorthodoxe haben übrigens im Schnitt 6,5 Kinder obwohl sie selbst auch nicht arbeiten. Warum kritisieren Sie die nicht auch?

      25
      1. Nur zur Erinnerung: U.- Orthodoxe sorgen für ihre Kinder und Ultra Orthodoxe verrichten in Israel Arbeiten, die würden sie bestimmt nicht tun.
        Sie sammeln die Leichen auf — sorgsam.
        Und nicht zu vergessen, sie beten und lernen Tora/Talmut.
        Shalom.

        1
        1. oh ja, bei Terroranschlägen sind sie es, die jeden einzelnen Gewebefetzen aufsammeln, damit auch diese mit beerdigt werden können. Sie haben unsägliches Leid sehen müssen, verstümmelte Körper.
          Horst kann ja überlegen, ob er bei der nächsten Welle dieser Art sich zum Freiwilligendienst dort meldet.
          Ja, die Ultra-Orthodoxen helfen sich auch gegenseitig, wenn Not. Etwas, das allerdings die Palästinenser auch tun. Das ist für mich nicht das Kriterium. Aber jeder geborene Palästinenser erhöht weiter die Flüchtlingsquote, denn dieser Status wird ja vererbt. Ist also ein politisches Instrument. Dazu kommt, dass für manche Terroristen, dann auch die Familie, die man als Kanonenfutter – siehe Ahed Tamimi- benutzen kann, größer wird.

          Und ja: auch das Gebet ist Arbeit für Israel. Und wir haben in den vergangenen Kriegen ja bewiesen bekommen, wie sehr hier Gebet gewirkt hat. Israel hat eine doppelte Streitmacht, die Armee und die Beter (wobei es auch in der Armee viele Beter gibt)

          3
  2. Problematische Tatsachen beim Namen nennen, darf keinesfalls als “Rassismus” verunglimpft werden.
    In der Tat kann ein Verhalten als verantwortungslos bezeichnet werden, welches gewollt darauf abzielt, eine möglichst hohe Kinderzahl als Instrument für Manipulation der Mehrheitsverhältnisse einzusetzen.
    Das hat kein Kind verdient, nur wegen solch niedriger Beweggründe in die Welt gesetzt zu werden.

    4
  3. Schon heute leben zwischen Jordan und dem Meer mehr Araber als Juden. Das kolonialistische Siedlungsprojekt namens Zionismus ist zum Scheitern verdammt.

    17
    1. Darüber spricht allein der Gott Israels das letzte Wort. Sie werden sich noch wundern, wie ER SEINE Verheißungen erfüllt!

      1

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