Weniger Babys in Israel

Im Jahr 2020 kamen in Israel weniger Babys zur Welt als noch 2018. Jüdische Frauen gebaren laut einer neuen Statistik erstmals mehr Kinder als arabische Frauen.
Von Israelnetz
Neugeborene Babys haben in Israel derzeit gute Chancen, den Namen Mohammed oder Mirjam zu erhalten – aber auch Ariel und Tamar sind beliebt

Foto: Pixabay

Etwa drei Kinder bekommt durchschnittlich eine israelische Frau

JERUSALEM (inn) – Die Zahl der Geburten in Israel sinkt. Dies zeigen am Montag veröffentlichte Daten des Zentralen Statistikbüros. 177.307 Geburten gab es im Jahr 2020. Dies sind 3,8 Prozent weniger als noch zwei Jahre zuvor. Die Geburtenrate lag 2020 bei 2,9 Kindern pro Frau. 2018 lag dieser Wert noch bei 3,09 – 2019 sank er bereits auf 3,01. Innerhalb der „Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“ (OECD) zählt Israel jedoch weiter zu den geburtenstärksten Staaten. Der Durchschnitt der OECD liegt bei 1,6 Kindern pro Frau.

Unterschiede bei Juden und Arabern

Von den 2020 in Israel geborenen Babys sind etwa 91.000 Jungen und 86.000 Mädchen. Es wurden also 3 Prozent mehr Jungen geboren. 73,3 Prozent der Babys wurden von jüdischen Frauen zur Welt gebracht, 21,7 Prozent von muslimischen. Christliche Mütter brachten 1,4 Prozent der israelischen Babys auf die Welt und 2,4 Prozent wurden von Drusinnen geboren. Das Durchschnittsalter der israelischen Mutter beim ersten Kind lag 2020 bei 27,7. Arabische Frauen waren mit 24,5 Jahren etwas jünger. 7,8 Prozent der 2020 geborenen Babys sind im unehelichen Zusammenhang entstanden. Verglichen mit der OECD liegt dieser Wert deutlich unter dem Durchschnitt.

Zum ersten Mal seit den statistischen Aufzeichnungen übertraf 2020 die Fruchtbarkeitsrate der jüdischen Frauen die der arabischen Frauen. Etwas mehr als 3 Kinder brachten jüdische Frauen im Durchschnitt zur Welt, bei den arabischen Frauen waren es mit 2,99 allerdings nur geringfügig weniger.

Auch die Religiosität beeinflusst die Geburtenrate der Israelis. Die meisten Kinder gebaren ultra-orthodoxe Frauen: im Durchschnitt 6,64. Bei religiösen Frauen lag die Rate bei 3,93. Frauen, die keinem Glauben angehören, bekommen auch 2020 am wenigsten Kinder: durchschnittlich 1,96. Diese Entwicklung ist auch regional erkennbar: Demnach lag die Geburtenrate mit 7,16 in der überwiegend ultra-orthodoxen Siedlung Modi’in Illit auf einem äußert hohen Niveau. Mit 1,56 lag die Geburtenrate in der israelischen Kleinstadt Kabul, nordöstlich von Haifa, am geringsten. (joh)

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5 Antworten

  1. „Jüdische Frauen gebaren laut einer neuen Statistik erstmals mehr Kinder als arabische Frauen “
    Seit wann sind Araber eine Religion? Oder Juden eine Nation?
    Ich bitte um Aufklärung?

    1
    1. Sie sollten Ihre Meinung noch einmal überdenken.

      Dann werden Sie feststellen, dass „Jude“ nicht nur die Angehörigen einer religiösen Gruppe, sondern auch diejenigen meint, die der jüdischen Ethnie angehören. Das heisst, beides trifft häufig zusammen, muss es aber nicht. Selbstverständlich kann man unter „Juden“ auch all diejenigen verstehen, die von der Abstammung welche sind, von Religion aber recht wenig halten.

      Und: „Arabische Frauen“. Das klingt deutlich zutreffender als die auch dem „Israelnetz“ nicht immer ganz fremde Gleichsetzung von arabischen mit muslimischen Israelis. Es soll nämlich auch (jeweils ca. 8%) drusische und christliche Araber im Staat Israel geben. Und, ich weiss den prozentualen Anteil nicht, Atheisten.

      0
      1. Es ist noch schlimmer. Es gibt auch Christen, die keine Araber sind, wobei Araber eben auch Muslime sein können. Und Drusen sind eine eigene Religion, genau wie die Bahai. Während Juden von ultraorthodox bis säkular alles sein können, eben das jüdische Volk. Aber mit etwas gutem Willen erkennt man grundsätzlich, was gemeint ist. Ich halte eher den Begriff außerehelich für falsch, denn es sind wohl eher uneheliche Kinder. Außerehelich würde Kinder eines anderen Mannes bei bestehender Ehe bedeuten.

        0
        1. Sie haben recht: Der Begriff „außerehelich“ ist nicht passend und beschreibt den falschen Zusammenhang. Daher haben wir nun „unehelich“ im Text verwendet. Vielen Dank für Ihren Kommentar!

          0

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