Der israelische Botschafter Erdan sprach von einem „exzellenten“ Treffen

Der israelische Botschafter Erdan sprach von einem „exzellenten“ Treffen

Israelische Delegation in den USA

Die USA sind indirekt an Verhandlungen mit dem Iran über dessen Atomprogramm beteiligt. Israel lässt sich auf den neusten Stand über die Gespräche bringen. Amerikanische Politiker bringen Verständnis für israelische Sorgen zum Ausdruck, lassen aber nicht von einer Neuauflage des Irandeals ab.

WASHINGTON D.C. (inn) – In Washington D.C. hat eine israelische Delegation am Dienstag den Chef des US-Sicherheitsrates Jake Sullivan getroffen. Den israelischen Sicherheitsberater Meir Ben-Schabbat begleitete der Chef des Auslandsgeheimdienstes Mossad, Jossi Cohen, sowie der israelische Botschafter Gilad Erdan. Das Treffen fand in der israelischen Botschaft statt.

Ben-Schabbat und Sullivan leiten eine Arbeitsgruppe zur Verhinderung einer iranischen Atombombe. In den vergangenen Monaten hatte es zwei virtuelle Treffen gegeben.

Im Nachgang des Treffens verlautbarte das Weiße Haus: „Die Vereinigten Staaten und Israel sind sich einig über die bedeutende Bedrohung durch das aggressive Verhalten des Iran in der Region.“ Die USA hätten „großes Interesse“ daran, sich mit Israel über die Atomverhandlungen „abzustimmen“.

Israel hatte die Regierung von US-Präsident Joe Biden wiederholt davor gewarnt, zum Atomdeal mit dem Iran zurückzukehren. Dadurch würden die USA den wirtschaftlichen Druck verspielen, den sie durch Sanktionen aufgebaut haben. Auf die Frage, ob die bilateralen Gespräche die Position der USA zu einer Rückkehr zum Atomabkommen ändern könnten, sagte die Pressesprecherin des Weißen Hauses Jen Psaki am Freitag jedoch: „Nein.“

Iran drückt aufs Tempo

Am Dienstag haben die Vertragspartner des „Gemeinsamen umfassenden Aktionsplanes“ die dritte Verhandlungsrunde in Wien eröffnet. Das iranische Außenministerium meldete: „Während des Treffens haben die Teilnehmer entschieden, den Gesprächsprozess zu beschleunigen.“ An den Verhandlungen beteiligen sich Delegationen aus China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland sowie der EU. Der Iran lehnt direkte Verhandlungen mit US-Vertretern ab. Diese warten in einem nahegelegenen Hotel und werden regelmäßig vom EU-Vertreter Enrique Mora über den Verlauf der Gespräche unterrichtet.

Mora sagte der spanischen Seite „Politica Exterior“, in den Verhandlungen gehe es voran. Dennoch bestünden weiterhin „viele Hindernisse“. Ziel ist laut einem namentlich nicht genannten Vertreter ein konkretes Resultat „bis Ende Mai“. Im Juni hält der Iran eine Präsidentschaftswahl ab.

Neue Bedrohungslage

Am Dienstag teilte das Weiße Haus auch mit, dass die USA und Israel eine neue gemeinsame Arbeitsgruppe einrichten. Diese solle sich „mit der wachsenden Bedrohung unbemannter Luftfahrzeuge und Präzisionslenkraketen befassen, die der Iran produziert und seinen verlängerten Armen in der Region zur Verfügung stellt“.

Der Iran hat inzwischen ein großes Drohnen-Arsenal. Anfang dieser Woche präsentierte er neue Kamikaze-Drohnen. Das Regime nutzte die unbemannten Fluggeräte offenbar 2019 für einen Angriff auf Saudi-Arabien. Zudem beliefert Teheran Terrormilizen wie die Huthis im Jemen oder die Hisbollah im Libanon. Am Dienstag meldete Israel, eine Drohne der Hisbollah abgeschossen zu haben. Diese war in israelischen Luftraum eingedrungen.

Der Chef des US-Zentralkommandos für den Nahen Osten, Kenneth McKenzie, warnt: „Zum ersten Mal seit dem Koreakrieg haben wir keine vollständige Luftüberlegenheit.“ Israel hat Systeme zur Abwehr verschiedener Arten von Drohnen entwickelt und in Betrieb genommen. Es liefert bereits Anti-Drohnen-Technologie an die USA. Die neue Arbeitsgruppe soll sich damit befassen, die Systeme sinnvoll miteinander zu verzahnen.

Von: tk

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