Hat pro-iranische Milizen im Libanon, Irak, Jemen und Syrien aufgebaut: General Kassem Soleimani

Hat pro-iranische Milizen im Libanon, Irak, Jemen und Syrien aufgebaut: General Kassem Soleimani

USA schalten iranischen Top-General aus

Er galt als Volksheld und hinsichtlich seiner Macht dem Obersten Führer Chamenei als nahezu ebenbürtig: Kassem Soleimani wurde in der Nacht von US-Kräften getötet. Viele befürchten, dass US-Präsident Trump damit die „Büchse der Pandora“ geöffnet hat.

BAGDAD (inn) – Der Kommandeur der Al-Quds-Einheit der Iranischen Revolutionsgarde, Kassem Soleimani, ist tot. Das US-Militär hat ihn in der Nacht zu Freitag zusammen mit dem Vizechef der iranisch kontrollierten Miliz Volksbefreiungskräfte, Abu Mahdi al-Muhandis, und zehn weiteren Kämpfern durch Raketenbeschuss am Bagdader Flughafen ausgeschaltet.

Die Revolutionsgarde und das iranische Staatsfernsehen bestätigten Soleimanis Tod. Das Pentagon in Washington D.C. verlautbarte, die Tötung sei auf direkten Befehl von Präsident Donald Trump erfolgt. Trump twitterte ein Bilder der amerikanischen Nationalflagge ohne weiteren Kommentar.

Soleimani galt als Stratege und Kopf hinter der stetigen iranischen Einflusserweiterung durch Milizen wie die Hisbollah in Nahost. Teheran-Korrespondent Ali Arusi sagte gegenüber dem Nachrichtensender NBC: „Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass er der zweitmächtigste Mann im Iran nach dem Obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei war.“ Das Volk und seine Soldaten hätten ihn vergöttert.

Ajatollah Chamenei twitterte: „Das Märtyrertum war seine Belohnung für seinen unablässigen Einsatz all die Jahre.“ Sein Werk werde weitergeführt und auf die „Kriminellen“, die sein Blut vergossen, warte „heftige Rache“. Noch in der Nacht berief der iranische Sicherheitsrat eine Sondersitzung ein.

Israel trifft Vorkehrungen

Wiederholt hatte der Iran gedroht, beim „kleinsten Fehler“ der USA Israel unter Beschuss zu nehmen. Premierminister Benjamin Netanjahu brach seinen Besuch in Griechenland ab. Verteidigungsminister Naftali Bennett berief eine Sondersitzung mit den Sicherheitschefs des Landes ein. Alle Minister erhielten zunächst Anweisung, keine Interviews zu geben. Das Skigebiet auf dem Hermon nahe der syrischen Grenze wurde aus Vorsicht vor einem Angriff geschlossen. Am Mittag ging Netanjahu vor die Presse und sagte: „Trump verdient alle Hochachtung für sein entschlossenes, starkes und rasches Handeln. Wir stehen an der Seite der Vereinigten Staaten in ihrem Kampf für Sicherheit, Frieden und Selbstverteidigung.“

Israel hatte in der Vergangenheit bereits versucht, Soleimani zu töten. In den vergangenen Jahren hatte er sich vermehrt öffentlich gezeigt, sodass Beobachter davon ausgehen, dass US-Kräfte schon früher Möglichkeiten gehabt hätten, ihn zu töten. Sie hätten laut Ali Arusi darauf verzichtet, um nicht „die Büchse der Pandora“ zu öffnen. Die oppositionellen Demokraten verurteilten den Schlag dementsprechend als unvernünftig. Präsidentschaftsbewerber Joe Biden sagte, Trump habe eine Dynamitstange in ein Pulverfass geworfen. Die Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi warnte vor einem „Punkt, an dem es kein Zurück mehr gibt“.

„Waghalsige Aktion“

Die französische Europaministerin Amelie de Montchalin gab zu bedenken, die Welt sei durch den Schlag „gefährlicher“ geworden. China rief alle, „insbesondere die Vereinigten Staaten“, zu Zurückhaltung auf. Das russische Außenministerium nannte es einen „waghalsigen“ Schritt und sprach dem iranischen Volk zugleich sein „Beileid“ aus. Die stellvertretende Deutsche Regierungssprecherin Ulrike Demmer sagte: „Es kommt gerade an diesem Punkt jetzt auf Deeskalation an“.

Am frühen Nachmittag ernannte Ajatollah Chamenei Soleimanis bisherigen Stellvertreter, Esmail Ghaani, zu dessen Nachfolger und sagte: „Alle Feinde sollten wissen, dass der Dschihad des Widerstandes mit doppelter Motivation fortgeführt wird.“

Von: tk

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