Der UNRWA-Direktor in Gaza nimmt eine positive Äußerung über die israelische Luftwaffe zurück

Der UNRWA-Direktor in Gaza nimmt eine positive Äußerung über die israelische Luftwaffe zurück

UNRWA-Chef entschuldigt sich für positive Äußerung

In einem Interview mit einem israelischen Fernsehsender spricht der Direktor der UNRWA in Gaza von „präzisen Raketenangriffen der Israelis“. Später nimmt er diese Aussage zurück und entschuldigt sich per Twitter.

GAZA (inn) – In einem Interview des israelischen Fernsehsenders "Kanal 12“ erklärte der Direktor des UN-Hilfswerks für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA), Matthias Schmale, Ende vergangener Woche: „Ich bin kein Militärexperte, doch aus meiner Sicht hat die israelische Luftwaffe die Luftangriffe in den vergangenen elf Tagen mit hoher Präzision ausgeführt.“ Zivile Ziele würden nur in einigen Ausnahmen angegriffen.

Arabische Medien berichteten, dass die Hamas über „Schmales Aussage im israelischen ‚Kanal 12‘ über die kürzliche Aggression in Gaza schockiert“ gewesen sei.

„Aussagen manipuliert"

Am Dienstag erklärte sich der Deutsche auf Twitter: „Die kürzlich von mir getätigten Aussagen gegenüber dem israelischen Fernsehen haben die Menschen verletzt, deren Angehörige getötet und verwundet wurden. Es tut mir aufrichtig leid, ihnen Schmerz zugefügt zu haben.“ Seine Aussagen seien aus dem Kontext gerissen und manipuliert. „Ich habe nicht gesagt, dass die israelische Armee IDF sich gemäß des Kriegsvölkerrechts verhalten hat. Mehr als 200 Zivilisten, inklusive unschuldiger Frauen und Kinder, zu töten, entspricht nicht dem Kriegsvölkerrecht. Es muss eine unabhängige Untersuchung für diese Aktionen geben.“

Schmales Twittermeldungen sorgten für Aufmerksamkeit: Israelis vermuteten, dass er zu der Entschuldigung gezwungen worden war. Gaza-Bewohner twitterten, er solle umgehend zurücktreten. Sie bedauerten, dass er seine Aussagen nur auf Twitter, nicht aber im israelischen Fernsehen, widerrufe.

Am Mittwochmorgen twitterte Schmale, er sei „von niemandem zu einer Entschuldigung gezwungen worden“.

Zwischen dem 10. und 21. Mai hatte die Hamas mehr als 4.000 Raketen auf israelisches Gebiet geschossen, etwa 500 von ihnen kamen noch im Gazastreifen auf. Die israelische Luftwaffe hatte Einsätze in Gaza geflogen, die Operation wurde unter dem Namen „Wächter der Mauer“ geführt. Seit vergangenem Freitag herrscht Waffenruhe.

Von: mh