Feuriger Himmel über Aschkelon: Das Raketenabwehrsystem Eisenkuppel fing viele Geschosse aus dem Gazastreifen ab

Feuriger Himmel über Aschkelon: Das Raketenabwehrsystem Eisenkuppel fing viele Geschosse aus dem Gazastreifen ab

Mehr als 300 Raketen auf Israel abgefeuert

Terroristen aus dem Gazastreifen nehmen Israel unter Beschuss. Die Luftwaffe reagiert mit Angriffen auf Terrorziele.

JERUSALEM (inn) – Terroristen aus dem Gazastreifen haben von Montagabend bis Dienstagnachmittag mehr als 300 Raketen auf Israel abgefeuert. Die Geschosse zielten dabei erstmals seit dem Gaza-Konflikt 2014 auch auf die israelische Hauptstadt Jerusalem. In Aschkelon wurden am Dienstagmittag zwei Menschen nach einem Raketeneinschlag getötet. Insgesamt erlitten mehr als 40 Personen leichte bis mittelschwere Verletzungen. Insbesondere die Küstenstädte Aschkelon und Aschdod standen unter Beschuss. Menschen mussten in Bunkern Schutz suchen.

Nach Angaben der Armee fing das Raketenabwehrsystem Eisenkuppel mehr als 90 Prozent der Geschosse ab. Die Luftwaffe erwiderte das Raketenfeuer mit Angriffen auf mehr als 140 Ziele der Terror-Organisationen Hamas und Islamischer Dschihad. Die Operation erhielt einen offiziellen Namen: „Wächter der Mauern“. Zu den Zielen gehörten Orte der Waffenherstellung, Militärgebäude und das Haus eines Hamas-Kommandeurs.

Armee: Getötet durch eigenes Raketenfeuer

Nach Angaben des von der Hamas betriebenen Gesundheitsministeriums im Gazastreifen wurden 24 palästinensische Araber getötet, darunter neun Minderjährige. Laut Armee sind 15 Hamas-Kämpfer unter den Toten. Weiter hieß es, viele Palästinenser seien durch Raketen getötet worden, die es nicht über die Grenze geschafft hätten und noch im Gazastreifen eingeschlagen seien.

Neben den Raketen kam es in der Nacht auch zu zivilen Unruhen in Israel. Aufständische feuerten Feuerwerkskörper ab, verbrannten Reifen, warfen Steine und blockierten Straßen. In der zentralisraelischen Stadt Lod wurde ein 25-jähriger Araber durch Schüsse tödlich verletzt. Die Polizei nahm in diesem Zusammenhang einen 34-jährigen Juden fest. Laut Berichten war der Araber Teil eines Mobs, der Brandsätze auf Wohnhäuser von Juden warf. Insgesamt nahm die Polizei infolge der gewaltsamen Proteste 67 Verdächtige fest.

Beschuss trotz Entgegenkommen

In Israel wurde der Raketenbeschuss auf Jerusalem mit Verwunderung registriert. Denn einigen ausdrücklichen Forderungen der Palästinenser gaben die Behörden und die Regierung statt. So hatte die Polizei dafür gesorgt, dass der „Flaggentanz“, eine Parade nationalreligiöser Israelis, nicht vom Damaskustor durch die muslimischen Viertel der Altstadt führen würde. Erst sollte der Marsch auf Straßen außerhalb der Altstadt direkt zur Klagemauer umgeleitet werden. Am Ende sagte die Regierung ihn gänzlich ab. Er hatte jedoch bereits begonnen und musste daher abgebrochen werden.

Plötzlich Raketenalarm: Die Feierlichkeiten zum Jerusalem-Tag wurden jäh unterbrochen

Plötzlich Raketenalarm: Die Feierlichkeiten zum Jerusalem-Tag wurden jäh unterbrochen

Darüberhinaus verbot die Polizei am Montag Besuche von Juden und Touristen auf dem Tempelberg. Das alles waren Maßnahmen, um die Lage zu beruhigen. Deshalb hatten die Israelis nicht mit dem überraschenden Raketenbeschuss Jerusalems gerechnet, was es seit 2014 nicht mehr gegeben hat.

USA: Israel hat Recht, sich zu verteidigen

Mehrere Länder verurteilten die Angriffe auf Israel. Dabei ließen sich verschiedene Nuancen erkennen. Der Sprecher des US-Außenministeriums Ned Price forderte eine Deeskalation auf allen Seiten und betonte zugleich Israels Recht, sich zu verteidigen. Der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD) erklärte über den Twitter-Account des Auswärtigen Amtes: „Raketenbeschuss auf die israelische Zivilbevölkerung ist durch nichts zu rechtfertigen – und erst recht kein Beitrag zur Lösung des Konflikts, sondern sinnlose neue Eskalation. Alle Seiten stehen in der Pflicht, weitere Opfer unter Zivilisten zu verhindern.“

Offenkundig in Reaktion auf diese Äußerung schrieb der außenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Bijan Djir-Sarai: „Wer bei mindestens 200 abgefeuerten Raketen auf #Israel beide Seiten zur Mäßigung aufruft, verkennt die Verantwortung der #Hamas für die Eskalation. Israel hat das Recht und die Pflicht, seine eigene Bevölkerung vor derartigen Angriffen zu schützen.“

Von: df/uws

Der Artikel wurde zuletzt um 14:52 Uhr aktualisiert.