An der Kampagne beteiligen sich auch die Außenminister Rau (große Bilder, 2. v. r.) und Aschkenasi (2. v. l.)

An der Kampagne beteiligen sich auch die Außenminister Rau (große Bilder, 2. v. r.) und Aschkenasi (2. v. l.)

Gelbe Narzissen zu Ehren der Ghettokämpfer

Mit einer gelben Narzisse würdigen polnische und israelische Diplomaten die Kämpfer des Warschauer Ghettoaufstandes. Hinter der Blume als Symbol für das Gedenken steckt eine besondere Begebenheit.

WARSCHAU / JERUSALEM (inn) – Die Außenminister von Polen und Israel, Zbigniew Rau (PiS) und Gabi Aschkenasi (Blau-Weiß), haben sich einer Kampagne zum Gedenken an den Warschauer Ghettoaufstand angeschlossen. Dabei heften sich Menschen eine gelbe Narzisse ans Revers und veröffentlichen ein Foto. Auch polnische und israelische Botschafter in aller Welt beteiligen sich an der Aktion.

Der Aufstand begann vor 78 Jahren, am 19. April 1943. Der letzte überlebende Kommandeur war Marek Edelman. Er wurde 1919 geboren und starb 2009. Zum Jahrestag erhielt er regelmäßig von einem anonymen Absender eine gelbe Narzisse. Dadurch entstand die Initiative „Gelbe Narzisse“. Sie wurde 2013, 70 Jahre nach dem Aufstand, vom Warschauer POLIN-Museum für die Geschichte der polnischen Juden angeregt.

Aschkenasi tat seine Teilnahme an der Aktion auf Twitter kund und ergänzte: „Im Gedenken an die Aufständischen und zur Verewigung ihres Heldentums gilt unser Eid: nie wieder.“

Aufstand nach vier Wochen niedergeschlagen

Der Warschauer Ghettoaufstand gilt als wichtiges Symbol des jüdischen Widerstandes in der Zeit des Holocaust. Als am 19. April 1943, kurz vor dem Passahfest, SS-und Wehrmachtseinheiten ins Ghetto einrückten, um die verbliebenen Einwohner zu deportieren, brach der Aufstand aus. Er wurde nach vier Wochen mit der Sprengung der Synagoge am 16. Mai endgültig niedergeschlagen. Die Nationalsozialisten lösten das Ghetto auf.

Es war der erste städtische Aufstand in den von den Nazis besetzten Gebieten und der größte jüdische Aufstand. Etwa 7.000 Juden starben in diesen vier Wochen oder wurden anschließend im Ghetto erschossen. Mut und Opferbereitschaft der Kämpfer erhielten jedoch auch in Israel erst Jahre später Anerkennung. In den ersten Jahrzehnten nach der Staatsgründung herrschte die Anschauung vor, die europäischen Juden hätten sich wehrlos von den Nationalsozialisten in den Tod führen lassen – wie Schafe zur Schlachtbank.

Von: eh