Strategieministerin Farkasch-Hacohen will die arabische Welt von den Vorteilen einer Normalisierung mit Israel überzeugen

Strategieministerin Farkasch-Hacohen will die arabische Welt von den Vorteilen einer Normalisierung mit Israel überzeugen

Studie: Arabische Social-Media-Welt größtenteils gegen Normalisierung

Bis auf die Palästinenser und den Iran ist bislang kaum Kritik an den Normalisierungsabkommen mit Israel zu hören. In den Sozialen Medien sieht es laut einer Studie anders aus. Dahinter könnte aber auch eine Strategie stecken.

JERUSALEM (inn) – In der arabischsprachigen Social-Media-Welt stößt die Normalisierung mit Israel zu einem erheblichen Teil auf Ablehnung. Das geht aus einer am Sonntag veröffentlichten Studie des israelischen Strategieministeriums hervor. Demnach bewerten 89 Prozent der untersuchten Beiträge das Abkommen als „schlecht“ oder „sehr schlecht“, während es 5 Prozent positiv sehen.

Der Studie zufolge betrachten gut 45 Prozent der Posts das Abkommen als „Verrat“. Rund ein Viertel beklagte, dass die Emirate und Bahrain mit „den Zionisten“ gemeinsame Sache machten. Bei den positiven Posts – die meisten stammten aus dem Irak – war die Sicherheitszusammenarbeit das am häufigsten genannte Argument. Die Posts wurden zwischen Mitte August und Mitte September untersucht, also in der Zeit zwischen der ersten Ankündigung des Abkommens und der Unterzeichnung.

Werbung für Dialog

Strategieministerin Orit Farkasch-Hacohen (Blau-Weiß) führt die Zahlen zurück auf einen „organisierten Versuch des Anti-Frieden-Lagers, einen negativen Diskurs gegen die Abkommen herbeizuführen“. Als Hauptakteure macht sie hierbei Konten aus, die der Hisbollah, der Hamas und der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) nahe stehen. Auch viele Zivilorganisationen würden für die Delegitimierung Israels werben.

Farkasch-Hacohen betonte laut der Nachrichtenseite „Times of Israel“ weiter, das Ministerium werde auf eine positive Haltung in der arabischen Welt zu dem Abkommen hinarbeiten, in dem die Vorteile des Friedens zur Sprache kommen. „Wir stehen hinter der Idee, dass Dialog und Partnerschaft – und nicht Boykotte – die Mittel für Frieden mit unseren Nachbarn sind.“

Unterdessen hat die Partei Fatah von PA-Präsident Mahmud Abbas am 17. September einen Post mit einem Gedicht gegen die Normalisierung veröffentlicht. Darauf weist die Organisation „Palestinian Media Watch“ hin. Die tunesische Dichterin Maryam al-Tarablusi trägt das Stück in einem Video vor. Darin werden die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain wegen des Abkommens mit Israel als Verräter dargestellt. Weiter heißt es, das „Heilige Land wird nicht nicht geteilt werden zwischen uns und den Hunden der Besatzung“. Es gelte, für das Land als „Märtyrer“ zu sterben, um es zu befreien.

Einladung aus den Emiraten

Indes zementieren Israel und die Emirate weiter das Normalisierungsabkommen. Das israelische Kabinett billigte es am Montag, der Knesset soll es noch in dieser Woche vorgelegt werden. Der israelische Premier Benjamin Netanjahu teilte am Montag mit, er habe am Wochenende mit dem emiratischen Kronprinz Mohammed Bin Sajed gesprochen. Dieser habe ihn nach Abu Dhabi eingeladen. Die beiden Politiker hätten sich außerdem darauf verständigt, die Zusammenarbeit zwischen den Ländern weiter auszubauen. Zu diesem Zweck soll eine emiratische Delegation nach Israel kommen, und eine weitere israelische in den Golfstaat.

Ebenfalls am Wochenende telefonierte US-Präsident Donald Trump mit Bin Sajed. In dem Gespräch rief Trump die Emirate auf, für weitere Normalisierungsabkommen in der Region zu werben. Netanjahu deutete am Montag an, weitere Abkommen mit arabischen und muslimischen Ländern ließen nicht mehr lange auf sich warten.

Von: df

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