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Ostasiatischer Singvogel in Israel erspäht

Normalerweise liegt der Bewegungsradius der Maskenammer in Ostasien. Doch einer der Vögel taucht unvermutet in Israel auf.
Von Israelnetz

HAIFA (inn) – Erst zum zweiten Mal ist in Israel eine Maskenammer gesichtet worden. Vogelkundler erspähten den Singvogel in der vorvorigen Woche am Strand von Karmel bei Haifa. Normalerweise ist die Maskenammer in Ostasien zu finden.

Der kleine Singvogel wird auf Deutsch auch Schwarzgesichtsammer genannt, die wissenschaftliche Bezeichnung ist Emberiza spodocephala. Ausgewachsene Exemplare wiegen etwa 17 Gramm.

An dem israelischen Strand identifizierte Chen Favisch von der Jerusalemer „Nili-und-David-Vogelbeobachtungsstation“ den Vogel. Eine Aufnahme der Vogelrufe bestätigte die Vermutung, dass es sich um eine Maskenammer handelte. Ein paar Tage wurde sie erneut gesichtet und mit Netzen eingefangen.

Vogel beringt und wieder freigelassen

Forscher versahen den Singvogel am Bein mit einem Ring. Sie maßen, wogen und fotografierten ihn. Dann ließen sie ihn wieder in die freie Wildbahn fliegen, wie die „Jerusalem Post“ berichtet.

Nach Angaben der Gesellschaft für Naturschutz nistet die Maskenammer in Ostsibirien, der nördlichen Mongolei und Nordostchina. Den Winter verbringen die Vögel aufgrund der angenehmeren Witterung in Südostasien, vorrangig in Südchina, Vietnam, Laos und Myanmar.

Favisch sagte, in jüngster Zeit seien öfter Schwarzgesichtsammern in Gebieten aufgetaucht, wo man sie nicht erwarte – vor allem in Westeuropa. „Allein im letzten Monat wurde das zweite Exemplar in Spanien und das achte in England erfasst.“ Dies könnte der erste Hinweis auf eine Entwicklung neuer Vogelzugmuster werden.

Zum ersten Mal erspähten Vogelkundler in Israel eine Maskenammer am 31. Oktober 2021. Sie ließ sich im Hefertal im Zentrum des Landes blicken. (eh)

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3 Antworten

  1. Eine erfreuliche Entdeckung. Sie sollte mit dem gentechnisch manifestierten Zugvogelverhalten nicht in Zusammenhang gebracht werden. Solche Ereignisse kommen immer vor, wenn das Nahrungsangebot im Ursprungshabitat rückläufig ist und sich gleichzeitig klimatische Bedingungen ergeben, die ein solches Verhalten begünstigen. Da es sich um einen Schwarmvogel handelt, ist mit weiteren Sichtungen zu rechnen. Wie in der Bibel nachzulesen ist, blüht in Israel auch Fauna und Flora auf. Auch um solche „kleinen Piepmätze“ kümmert sich der himmlische Vater; wieviel mehr auch um uns Menschen.

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  2. Der veränderte Flug der Masken-Ammer nach Westen beweist einmal mehr die veränderten Habitatbedingungen. Ähnlich ist es bei der Kappen-Ammer, die seit 2017 mitten in der süddeutschen Stadt Tübingen jährlich erfolgreich brütet. Auch auf der Vogelwarte der Insel Helgoland in der Nordsee werden viele Beobachtungen dieser Art gemacht, zum Beispiel verlegte der Langstrecken-Zugvogel mit dem Namen Thorshühnchen – Arktis-Süd-Afrika – seine Routen mehr nach Osten und wird deshalb auf dem einstigen Ruheplatz Helgoland nur noch selten gesehen. Hingegen werden See-Vögel von den süd-atlantischen Falkland-Inseln plötzlich auf Helgoland gesichtet. Wir werden uns wundern, was die klimatischen Veränderungen noch alles mit sich bringen.

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