New Yorker muslimische Gruppe startet Kampagne gegen BDS

Eine Gruppe von amerikanischen Muslimen will eine halbe Million Dollar in israelische Staatsanleihen investieren. Ihr Ziel: Das Zusammenleben von Israelis und Palästinensern fördern und Antizionismus bekämpfen.
Von Israelnetz
Muslime für Israel

NEW YORK (inn) – Eine Vereinigung von verschiedenen muslimischen Gruppen hat der israelfeindlichen BDS-Bewegung (Boykott, Desinvestition und Sanktionen) den Kampf angesagt. Am Mittwoch kündigten sie den Start einer Kampagne zugunsten des jüdischen Staates an.

Die Vereinigung „Unzerbrechliches Band“ will nach eigenen Angaben „in den Frieden mit Israel“ investieren und Initiativen fördern, die gut für den Staat, „seine arabische Bevölkerung und die Palästinenser“ sind.

„Die Realität ist, dass Israelis und Palästinenser wirtschaftlich zutiefst miteinander verbunden sind“, erklärte die Gruppe am Mittwoch in einer Stellungnahme. Deshalb würden Boykotte auch Palästinenser treffen. Der Aufbau wirtschaftlicher Beziehungen hingegen führe zu Dialog, Verständnis und Zusammenarbeit. Das wiederum fördere den Frieden.

Unterstützer gesucht

Mitglieder des Verbandes sind unter anderen der „Rat zur Stärkung amerikanisch-muslimischer und interreligiöser Frauen“ (AMMWEC), „Abraham PRC“ und „Muslims Israel Dialogue“.

Bis zum 9. Oktober will die Gruppe rund 500.000 Unterstützer ansprechen. Ihr Ziel ist es, von jedem mindestens einen Dollar zu erhalten. Das Geld soll in israelische Staatsanleihen investiert und die Erlöse daraus unter vier Organisationen aufgeteilt werden.

Zu den Begünstigten gehören unter anderem das „Interreligiöse Zentrum Jerusalem“ und die „Bewegung zur Bekämpfung des Antisemitismus“ (CAM). CAM-Geschäftsführer Sacha Roytman bestätigte gegenüber der israelischen Nachrichtenseite „Times of Israel“ die Zusammenarbeit mit der Gruppe und sagte: „CAM ist stolz darauf, zusammen mit muslimischen Partnern die hasserfüllte BDS-Bewegung zu bekämpfen“. Zudem betonte er die „abrahamitischen Bande“ zwischen Muslimen und Juden.

Drammeh: Keine Normalisierung von Boykott

Der New Yorker Imam Scheich Musa Drammeh ist einer der Gründer der Vereinigung „Unzerbrechliches Band“. In einer Stellungnahme auf Facebook sagte er: „Wir investieren unseren Dollar lieber in Frieden und Wohlstand für Juden und Araber im Heiligen Land als in Hass und kollektive Bestrafung.“

Der muslimische Geistliche mit Wurzeln in Gambia engagiert sich seit Jahren für muslimisch-jüdische Verständigung in New York. Mit anderen pro-israelischen Muslimen lief er auch bei der diesjährigen Israel-Parade mit. Im Oktober 2025 organisierte er zusammen mit seiner Frau Shireena eine Israel-Reise für muslimische Leiter aus den Vereinigten Staaten und Deutschland.

Trotz der Drohungen gegen sie erklärten die beiden damals gegenüber der „Jerusalem Post“, sie hätten keine andere Wahl als die Wahrheit zu sagen. Antizionismus und Antisemitismus unter Muslimen seien vor allem auf Unwissenheit zurückzuführen, denn der Koran erkenne die Beziehung der Juden zu dem Heiligen Land sehr wohl an.

Die neue Kampagne will Drammeh auch als Antwort auf den New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani (Demokraten) verstanden wissen. Dieser unterstützt die BDS-Bewegung und hat nach seinem Amtsantritt Anfang des Jahres einschlägige Dekrete seines Vorgängers Eric Adams zurückgenommen, darunter auch das Verbot, israelische Unternehmen zu boykottieren.

Das sei ein Grund zu handeln, sagte Drammeh gegenüber „Times of Israel“. „Manche von uns haben entschieden, jeden Schritt zu kontern, denn sonst werden solche Dinge normalisiert.“ (mw)

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5 Kommentare

    1. Ich hoffe Sheikh Musa Drammeh bekommt die Chance, seine Absichten bezüglich dieser Initiative umzusetzen. Und er und die seinen mögen vorsichtig sein. Auch in den USA leben solch progressive Muslime gefährlich.
      Wie dem auch sei, für sein Vorhaben wünsche ich ihm den Segen und den Schutz durch den Ewigen.
      SHALOM

  1. Es gibt sie doch noch, die guten Nachrichten ! Musa Drammeh hat hier ein Pendant, unseren guten Imam Hassen Chalgoumi, der sich für jüdisch-christlich-moslemische Verständigung einsetzt, und damit Kopf und Kragen riskiert. Er wird 24Stunden am Tag von Polizisten begleitet, seine Frau und seine Kinder leben im Ausland. Das hindert ihn nicht daran, weiter zu machen. Solche Menschen machen Hoffnung. Gut Schabbes, gesegneten Sonntag allerseits.

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