JERUSALEM / BUDAPEST (inn) – Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat am Mittwoch mit seinem neugewählten ungarischen Amtskollegen Péter Magyar (Tisza) telefoniert. Der Likud-Chef bezeichnete das Gespräch in einer Pressemitteilung als „herzlich“. Er sei zuversichtlich, dass Israel seine engen Beziehungen zu Ungarn in Magyars Amtszeit fortführen werde. Schon bald werde es zu einem Treffen der Außenminister kommen.
Das Telefonat folgte auf Magyars Ankündigung vom Montag, Ungarn werde dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) wieder beitreten. Das Land hatte unter der Regierung des scheidenden Premiers Viktor Orbán im April 2025 dem IStGH die Mitgliedschaft aufgekündigt. Grund für den Austritt war ein Haftbefehl gegen Netanjahu. Der Fidesz-Chef wertete den Vorgang als politisch motiviert.
Magyar: „Besondere Beziehungen“
Trotz der Rückkehr zum Haager Gericht betonte Magyar am Montag, dass er die „besonderen Beziehungen“ seines Landes zu Israel aufrechterhalten wolle. So lud er Netanjahu ein, der Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag des Ungarischen Aufstands beizuwohnen. Sie findet am 23. Oktober statt und erinnert an das Aufbegehren des ungarischen Volkes gegen die sowjetischen Besatzer.
Netanjahu nahm die Einladung an und lud Magyar seinerseits zu einem Staatsbesuch in Jerusalem ein. Trotz des derzeit freundlichen Tons bleibt die Unsicherheit, ob Netanjahu jetzt, da Ungarn wieder Mitglied des Haager Gerichts ist, eine Verhaftung in Ungarn droht. Sicher gibt es die Möglichkeit, dass die Republik ihm diplomatische Immunität gewährt. Konkret geäußert hat sich Magyar indes noch nicht. Er werde im Hinblick auf Israel von Fall zu Fall entscheiden, erklärte der Tisza-Chef nach dem Wahlsieg. (mw)
Ein Kommentar
Ungarischer Regierungschef von Magyar, guter Mann.