Nach sechs Jahren: Rivlin begrüßt neuen türkischen Botschafter

Der neue türkische Botschafter in Israel hat offiziell sein Amt angetreten. Die Zusammenarbeit soll auch den Palästinensern zugute kommen.
Freuen sich auf die Zusammenarbeit: Der neue türkische Botschafter Ökem (l.) und Staatspräsident Rivlin

Foto: GPO/Mark Neiman, Facebook

Freuen sich auf die Zusammenarbeit: Der neue türkische Botschafter Ökem (l.) und Staatspräsident Rivlin

JERUSALEM (inn) – Der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin hat am Montag das Beglaubigungsschreiben von Mekin Mustafa Kemal Ökem entgegengenommen. Der neue türkische Botschafter war zwei Tage zuvor in Israel eingetroffen. Damit beendete er eine über sechsjährige Abstinenz infolge der tödlichen israelischen Razzia auf dem Schiff „Mavi Marmara“.
Rivlin nahm zunächst Bezug auf die Terroranschläge in Istanbul vom vergangenen Samstag: „Ich möchte zu Beginn dem türkischen Volk, den Opfern des Terroranschlags in Istanbul und den Familien, die liebe Menschen verloren haben, mein tiefes Beileid bekunden“, zitiert ihn eine Mitteilung des Präsidialamtes. „Herr Botschafter, alles Leben ist heilig.“ Terror sei Terror – ob in Brüssel oder Paris, Istanbul, Jerusalem oder Kairo. „Wir haben eine Pflicht, uns gemeinsam dieser furchtbaren Bedrohung entgegenzustellen.“
Das Staatsoberhaupt sprach von einem historischen Augenblick und äußerte Wertschätzung für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. „Ich möchte ihm erneut für die Hilfe der Türkei bei der Bekämpfung der Brände in ganz Israel letzten Monat danken. Unsere Freundschaft reicht weit in die Geschichte zurück. Ich hoffe, dass die Versöhnung und die Ernennung neuer Botschafter eine neue und vielversprechende Seite in dieser Beziehung öffnen wird.“
Er habe mit Erdogan über die Lage in Gaza gesprochen, ergänzte Rivlin. „Ich möchte ihm für seine Verpflichtung danken, zu helfen, die Israelis und die Leichname unserer Soldaten zurückzuholen, die von der Hamas festgehalten werden.“ Ebenso wie die Türkei messe Israel dem Wiederaufbau des zivilen Lebens in Gaza große Bedeutung zu. „Dies muss in Zusammenarbeit mit der Palästinensischen Autonomiebehörde geschehen. Es ist auch ein wichtiger Weg, zu zeigen, dass wir in dieser Region miteinander leben können.“

Botschafter: Freut sich auf Zusammenarbeit mit israelischen Partnern

Ökem dankte Rivlin für die herzliche Begrüßung und fügte an: „Unsere Region hat mehr als ihre gemeinsamen Herausforderungen, aber auch große Verpflichtungen. Wie zuvor werden die Türkei und Israel zusammenarbeiten, um zu gewährleisten, dass diese Möglichkeiten vollständig genutzt werden und man den Herausforderungen begegnet.“
Als Botschafter werde er sein Bestes tun, um die Beziehungen in jedem Feld zu verbessern, sagte der türkische Diplomat. „Schwierigkeiten, auf die wir treffen mögen, werden wir gemeinsam mit unseren israelischen Partnern und Freunden überwinden können.“ Er freue sich auf eine enge Zusammenarbeit mit allen Einrichtungen in diesem Land und wolle dafür sein Bestes zu tun. „Wie Sie gerade gesagt haben, Herr Präsident, ist unsere Hoffnung, dass diese Zusammenarbeit auch dem Wohl anderer Nationen dienen wird, vor allem der Palästinensischen Autonomiebehörde.“
Der Diplomat Ökem war bislang Chefberater für außenpolitische Belange in der türkischen Regierung. Zuvor arbeitete er unter anderem in den Vertretungen in London und in der saudischen Hauptstadt Riad.
Der neue israelische Botschafter Eitan Na‘eh hatte bereits am Montag vergangener Woche sein Beglaubigungsschreiben an Erdogan überreicht. Die Position in Ankara war fünf Jahre lang unbesetzt. Den erneuten Austausch von Botschaftern machte im Juni ein Versöhnungsabkommen zwischen den beiden Ländern möglich. (eh)Erdogan empfängt neuen israelischen Botschafter (inn)
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