Außenpolitik | 16.11.2016

Der designierte israelische Botschafter in der Türkei: Eitan Na'eh

Der designierte israelische Botschafter in der Türkei: Eitan Na'eh
Foto: Foreign & Commonwealth Office, flickr

Israel und Türkei ernennen Botschafter

Die letzten Schritte auf dem Weg zur Normalisierung: Die Türkei und Israel bennenen ihre neuen Botschafter. Nach sechs Jahren des Streits stehen beide Länder kurz vor der Wiederaufnahme voller diplomatischer Beziehungen.

JERUSALEM / ANKARA (inn) – Nach dem im Juni abgeschlossenen Versöhnungsabkommen zwischen Israel und der Türkei haben beide Seiten ihre neuen Botschafter ernannt. Das israelische Außenministerium sprach sich am Dienstag für den Diplomat Eitan Na‘eh aus. Am Mittwochmorgen kündigte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan den Politikberater Kemel Ökem als neuen Botschafter in Israel an.

Erfahrene Diplomaten

Na‘eh war zuletzt der stellvertretende Botschafter in London. In seiner Diplomatenlaufbahn hat er sich jedoch auf türkische Angelegenheiten konzentriert. Er folgt auf Gabby Levy, den die Türkei im September 2011 aufgrund diplomatischer Spannungen ausgewiesen hatte. Das israelische Kabinett muss die Personalie noch bestätigen.

Ökem war bislang Chefberater für außenpolitische Belange in der türkischen Regierung. Laut der türkischen Nachrichtenagentur „Andolu“ war er in der Nahost-Abteilung des türkischen Außenministeriums tätig und arbeitete für die Vertretungen des Landes in London und der saudischen Hauptstadt Riad. Er tritt seinen Posten nach den Worten Erdogans „mit sofortiger Wirkung“ an.

Normalisierung vor Abschluss

Die Ernennung und der Austausch der Botschafter gelten als letzte Schritte auf dem Weg zur Herstellung der Beziehung zwischen den beiden Ländern. Zum Bruch war es gekommen, nachdem die israelische Marine im Mai 2010 eine Razzia auf der „Mavi Marmara“, dem Hauptschiff einer Gaza-Flottille, durchgeführt hatte. Die Flottille war mit dem Ziel unterwegs, die Gazablockade zu durchbrechen, obwohl Israel Hilfsgüter für das Gebiet nach einer Warenkontrolle in Aschdod zulässt. Die Israelis stießen auf unerwarteten Widerstand; bei der Schießerei an Bord starben zehn Türken.

Nach langem Streit verkündeten beide Seiten im Juni dieses Jahres das Versöhnungsabkommen. Das israelische Sicherheitskabinett billigte es am 29. Juni. Das türkische Parlament sprach sich am 20. August dafür aus, und Erdogan unterzeichnete es am 31. August. (df)

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