Muslim als Richter am Obersten Gericht vereidigt

In der Residenz des israelischen Präsidenten werden 83 Juristen für neue Positionen vereidigt. Unter ihnen ist erstmals auch ein Muslim, der einen permanenten Richterposten am Obersten Gericht erhält.
Von Israelnetz

Foto: Isaac Herzog, Twitter

Besondere Vereidigung: Richter Kabub (r.) mit Staatspräsident Herzog und Gerichtspräsidentin Hajut

JERUSALEM (inn) – Als erster muslimischer Richter ist Chaled Kabub am Montag am Obersten Gerichtshof in Israel vereidigt worden. Das zuständige Wahlkomitee hatte seine Ernennung im Februar bestätigt. Bislang waren alle arabischen Richter, die dauerhaft für das Gericht arbeiteten, Christen. Das Gremium setzt sich aus 15 Richtern zusammen.

Die Vereidigung von insgesamt 83 Juristen in verschiedenen Positionen geschah in der Jerusalemer Residenz des israelischen Staatspräsidenten. Gastgeber Jitzchak Herzog war ebenso zugegen wie die Präsidentin des Obersten Gerichtes, Esther Hajut, und Justizminister Gideon Sa’ar (Neue Hoffnung). Dies berichtet die Online-Zeitung „Times of Israel“.

Der 64-jährige Kabub folgt Neal Hendel, der in den Ruhestand eintritt. Seit 2017 war er Vizepräsident des Bezirksgerichtes Tel Aviv. Im September 1997 wurde der Muslim ans Magistratsgericht der Küstenstadt Netanja berufen. Das bedeutsamste Urteil seiner Karriere fällte er 2016 gegen den früheren Milliardär Nochi Dankner. Dieser hatte Aktienkurse seiner Firma manipuliert. Dafür erhielt er eine zweijährige Haftstrafe, die das Oberste Gericht später noch um ein Jahr verlängerte.

Hajut: Geduldig zuhören und abwägend bleiben

Hajut hieß die Richter in ihren neuen Ämtern willkommen. Sie schärfte ihnen ein: „Die Fähigkeit, den Argumenten, die Ihnen vorgelegt werden, geduldig zuzuhören und die Anhörung abwägend und sachlich durchzuführen, gehört zum Kern jenes ‚richterlichen Temperamentes‘, das sich in all Ihren Handlungen ausdrücken sollte – sowohl innerhalb als auch außerhalb des Gerichtes.“

Mit Kabub wurden im Februar zwei Richterinnen fürs Oberste Gericht ernannt: Ruth Ronnen und Gila Kanfi-Steinitz. Hinzu kam der Staatsanwalt Jechiel Kascher. Kanfi-Steinitz ist die erste Richterin am Gerichtshof mit einem orientalisch-jüdischen Erbe. (eh)

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3 Antworten

  1. Das muss ein Schreibfehler in der Berichterstattung sein, wo man Israel doch ständig Apartheit vorwirft.
    Schon wieder ein Araber am Obersten Gericht. 😉

    Aber wenn’s stimmt, herzlichen Glückwunsch zu diesem hohen Amt.

    Möge er sich an die Worte Moses Halten. 5. Mose 16, 19 Du sollst das Recht nicht beugen. Du sollst auch die Person nicht ansehen und kein Bestechungsgeschenk nehmen, denn das Bestechungsgeschenk verblendet die Augen der Weisen und verdreht die Worte der Gerechten.

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    1. @Sky:

      Ich glaub, der Khaled Kabub war als Jurist immer ein ganz Harter. Ausserdem ist er wohl dreimal gescheitert, beim Obersten Gericht (ständiger) Richter zu werden.

      Ich meine deswegen, die Hinweis auf 5.Mose 16, 19 ist nicht so zwingend erforderlich. Aber schaden kann er natürlich nie 🙂 .

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