Mosche Lion wird Bürgermeister von Jerusalem

In der zweiten Runde der Jerusalemer Bürgermeisterwahl setzt sich der konservative Mosche Lion durch. Sein Mitbewerber kündigt unterdessen eine Untersuchung von „Unregelmäßigkeiten“ an.
Wurde von zahlreichen Politikern unterstützt: Mosche Lion

Foto: Moshe Lion, Twitter

Wurde von zahlreichen Politikern unterstützt: Mosche Lion

JERUSALEM (inn) – Mosche Lion hat die Bürgermeisterwahl in Jerusalem gewonnen. Der konservative Kandidat setzte sich in der Stichwahl am Dienstag knapp gegen seinen säkularen Kontrahenten Ofer Berkovitsch durch. Laut vorläufigen Zahlen erhielt Lion rund 51,5 Prozent der Stimmen. Lange Zeit hatte es so ausgesehen, als würde Berkovitsch das Rennen machen.

„Jerusalem hat sich sich für Einigkeit, Gemeinschaftlichkeit, für das Gute entschieden“, erklärte Lion laut der Tageszeitung „Ha’aretz“ in der Nacht vor Unterstützern. „Ich will – mit Gottes Hilfe – ein Bürgermeister aller Jerusalemer sein“, bekräftigte der Kandidat, der viele Stimmen aus der ultra-orthodoxen Wählerschaft bekommen haben dürfte.

Berkovitsch spricht von Unregelmäßigkeiten

Sein Gegenkandidat Berkovitsch deutete unterdessen an, dass es Unregelmäßigkeiten bei der Wahl gegeben haben könnte. „Unser Team untersucht die Ergebnisse sehr genau“, zitiert die Tageszeitung „Yediot Aharonot“ den 35-jährigen Aktivisten. Berkovitsch sprach von Vorgängen, die „am Rande der Illegalität“ seien. Trotz der absehbaren Niederlage erklärte er, dass „wir die Grundlagen für eine neue israelische Hoffnung gelegt haben“.

Im Vorfeld der zweiten Runde hatten viele prominente Politiker ihre Unterstützung für Lion bekundet, darunter der scheidende Bürgermeister Nir Barkat. Verteidigungsminister Avigdor Lieberman und Innenminister Arieh Deri (Video) hatten von Anfang an intensiv für den ehemaligen Generaldirektor im Büro des Premierministers geworben. Premierminister Benjamin Netanjahu (Likud) hatte hingegen keine weitere Wahlempfehlung ausgesprochen, nachdem sein Kandidat Se’ev Elkin bereits in der ersten Runde ausgeschieden war.

Niedrige Wahlbeteiligung

Die Wahlen wurden medial von der angespannten Sicherheitslage in Südisrael überlagert. Die Wahlbeteiligung lag in der Hauptstadt bei rund 31,5 Prozent, berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“. Im ersten Wahlgang hatten noch etwas mehr Menschen an dem Urnengang teilgenommen. Medienberichten zufolge gab auch Premierminister Netanjahu seine Stimme nicht ab, da er sich den ganzen Tag in Sicherheitsberatungen befand.

Nicht nur in Jerusalem wurde am Dienstag gewählt. Insgesamt fanden in über 50 Kommunen Stichwahlen statt. Im Regionalrat Hof Aschkelon, der am Montag unter massivem Raketenbeschuss gestanden hatte, waren die Wahlen kurzfristig verschoben worden.

Von: ser

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