Modi: Indien steht fest an der Seite Israels

Bei einem von Herzlichkeit geprägten Besuch vereinbart der indische Premier Modi eine Reihe von Abkommen mit Israel. In der Knesset kommt es zu einer doppelten Premiere – und einem Boykott.
Von Israelnetz
Der israelische Premier Modi betonte in seiner Rede vor Abgeordneten der Knesset die Freundschaft seines Landes

JERUSALEM (inn) – Wenn Staatenlenker andere Länder bereisen, geht es um Partnerschaften, Zusammenarbeiten oder Abstimmungen in Sicherheitsfragen. Beim Besuch Narendra Modis war dies auch der Fall, doch darüber hinaus zeigte der indische Premier eine Herzlichkeit, die bei vergleichbaren Anlässen selten zu sehen ist.

Modi durfte als erster indischer Premier vor der Knesset sprechen. Mit Blick auf das Terrormassaker vom 7. Oktober erklärte er bei der Sondersitzung, er übermittele die Trauer seines Volkes „für jedes verlorene Leben und für jede Familie, deren Welt erschüttert wurde bei den barbarischen Angriffen der Hamas“. Weiter erklärte er: „Indien steht fest an der Seite Israels, mit voller Überzeugung, in diesem Augenblick und darüber hinaus.“

Erstmals Knesset-Medaille verliehen

Knessetsprecher Amir Ochana (Likud) ehrte Modi mit der erstmals vergebenen Medaille der Knesset. Die Auszeichnung wurde eingeführt, um den wertvollen Beitrag von Personen oder Organisationen zum Staat Israel und zum jüdischen Volk zu würdigen. Ochana betonte, die Politik Modis sei „ein Ausdruck der mutigen, dauerhaften und echten Freundschaft mit Israel“.

Die Medaille aus Bronze mit Plattgold zeigt auf der einen Seite das Staatswappen sowie das Knessetgebäude mitsamt Vorplatz und Flaggen. Auf der anderen Seite ist das Plenum der Knesset zu sehen. Zudem findet sich auf der Medaille ein von Olivenzweigen gesäumtes Zitat aus den Psalmen, in dem König David über den Menschen sagt: „Du hast ihn mit Ehre und Herrlichkeit gekrönt“ (Psalm 8,6).

Netanjahu: Eisernes Bündnis gegen extremistischen Islam

Der israelische Premier Benjamin Netanjahu (Likud) dankte Modi in seiner Rede dafür, dass Indien gerade nach dem Terrormassaker unerschütterlich zu Israel gehalten habe. „Das werden wir nicht vergessen.“ Weiter betonte er, Israel und Indien würden ein „eisernes Bündnis“ von Ländern „gegen den extremistischen Islam“ bauen. „Israel ist wie Indien eine Festung der Demokratie in einer wilden Region.“

Das Bündnis sei für die Sicherheit und Stabilität der Länder nötig. Dies wiederrum sei Voraussetzung für den geplanten Wirtschaftskorridor zwischen Indien, dem Nahen Osten und Europa. Das Vorhaben, an dem auch die USA mitwirkt, wurde bereits im September 2023 bekannt und im Februar 2025 erneut bekräftigt.

Opposition boykottiert Reden

Bei der Knessetsitzung kam es jedoch auch zu einem Dämpfer: Bei den Reden von Ochana und Netanjahu verließen die Abgeordneten der Oppositionsparteien den Saal. Damit protestierten sie gegen den Ausschluss des Präsidenten des Obersten Gerichtes, Jizchak Amit, von der Sitzung. Die israelische Regierung erkennt die Autorität Amits nach seiner Wahl Anfang 2025 nicht an; im Rahmen der Justizreform strebt sie einen neuen Wahlmodus an.

Oppositionsführer Jair Lapid (Jesch Atid) betonte später in seiner Rede gegenüber Modi, die Aktion habe nichts mit ihm oder Indien zu tun. „Der ganze Staat Israel ist erfüllt von Bewunderung für ihre Führung, ihre Freundschaft und für den Umstand, dass Sie für uns da waren in Zeiten der Sorgen.“

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Felder der Zusammenarbeit

Bei seinem Aufenthalt besuchte Modi gemeinsam mit Netanjahu eine Ausstellung verschiedener Erfindungen israelischer Nachwuchswissenschaftler. Dabei ging es um Themen wie Künstliche Intelligenz, Quantenrechner, Cybersicherheit, Pflege und Gesundheit sowie Wasser- und Landwirtschaft.

Am Donnerstag legte der indische Premier in der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem einen Kranz nieder. Zudem wurde er von Staatspräsident Jizchak Herzog empfangen.

Modi und Netanjahu vereinbarten eine Reihe von Abkommen. Unter anderem ging es dabei um die Errichtung einer Partnerschaft für Kritische und Innovative Technologien. Außerdem will Indien weiter von israelischen Landwirtschaftsmethoden lernen. Die Zahl der dafür vorgesehenen Ausbildungszentren soll von 43 auf 100 erhöht werden. Die beiden Staatenlenker kündigten zudem Regierungskonsultationen an, die „so bald wie möglich“ stattfinden sollen.

„Kein Auge trocken geblieben“

Netanjahu sagte auf der Pressekonferenz mit Modi, dass nach dessen Rede wohl kein Auge in Israel trocken geblieben sei. „Wir sind stolze, alte Zivilisationen“, betonte er. „Wir sind stolz auf die Vergangenheit, doch absolut entschlossen, die Zukunft zu ergreifen, und wir können dies gemeinsam besser tun.“

Die beiden Staatenlenker teilen nicht nur gemeinsame Interessen, sie verbindet eine tiefe Freundschaft, wie der Besuch erneut zeigte. Modi kam 2017 als erster indischer Premier nach Israel. Im Jahr darauf erwiderte Netanjahu den Besuch. (df)

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