„Andere“ werden zur „erweiterten jüdischen Bevölkerung“

Israelis können in Zukunft zu einer „erweiterten jüdischen Bevölkerung“ gehören. Auf wen sich die neue Kategorisierung des Statistikbüros genau bezieht, ist noch unklar.
Von Israelnetz
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Foto: Nefesh B'Nefesh/Pressefoto

Nicht alle Einwanderer gelten nach dem Religionsgesetz als Juden (Archivbild)

JERUSALEM (inn) – Das Zentrale Statistikbüro führt die Kategorie „erweiterte jüdische Bevölkerung“ ein. Diese solle die Klassifzierung „andere“ ersetzen, schreibt die Onlinezeitung „Times of Israel“. Bislang gibt es in Statistiken zur Bevölkerung die Kategorien „Juden“, „Araber“ und eben „andere“.

Als zum jüdischen Neujahrsfest Rosch HaSchanah im September die neuen Zahlen erschienen, fiel dies dem israelischen Geheimdienstminister Elasar Stern (Jesch Atid) auf. Er fand es ungerecht gegenüber Einwanderern, die sich als Juden betrachten, obwohl sie laut der Halacha (jüdisches Religionsgesetz) keine sind. Also wandte er sich an den nationalen Statistiker Danny Pepperman. Als Ergebnis änderte das Statistikamt die Kategorie.

Die „Times of Israel“ bezieht „erweiterte jüdische Bevölkerung“ auf jeden Bürger, der weder Jude im eigentlichen Sinne noch Araber ist. Dazu gehörten etwa auch Tscherkessen oder nichtjüdische Ehepartner von Juden.

Doch die orthodoxe Nachrichtenseite „Kikar Schabbat“ zitiert Minister Stern mit den Worten: „Der aktuelle Zustand schädigt Einwanderer, die aufgrund des Rückkehrgesetzes nach Israel kamen, die sich als Teil des jüdischen Volkes empfinden. Unser Ziel ist es, dass diese Menschen dem jüdischen Volk zugefügt werden.“ Die bisher übliche Aufteilung beim Statistikbüro sei ungerechtfertigt.

Lapid informiert auf Russisch

Zudem weist die Webseite darauf hin, dass Außenminister Jair Lapid (Jesch Atid) die Änderung am Montag auf Facebook bekannt machte – allerdings nur auf seiner russischen Seite. Daraus schließt sie, dass sich die Kategorie auf Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion bezieht, die nicht als „Juden“ klassifiziert sind. In Israel leben etwa 400.000 Menschen, die nach israelischem Gesetz Anspruch auf das Rückkehrrecht haben, aber halachisch keine Juden sind. Teilweise haben sie nur einen jüdischen Vater, doch die jüdische Identität leitet sich von der Mutter ab. Oder sie haben überhaupt keinen Nachweis über eine jüdische Abstammung, weil dieser in der kommunistisch geprägten Sowjetunion nicht geführt wurde.

Auf Nachfrage von „Kikar Schabbat“ bei den Initiatoren hieß es, die neue Regelung habe keinen Einfluss auf die Definition von Nichtjuden aus religiöser Sicht. Die Vertreter der „erweiterten jüdischen Bevölkerung“ würden auch in Zukunft halachisch Gojim, also Nichtjuden, bleiben.

Ende 2020 waren nach Angaben der „Times of Israel“ 415.147 Israelis als „andere” gelistet. Von ihnen hatten 91,4 Prozent keinen Eintrag in der Rubrik „Religion“. Die restlichen 8,6 Prozent waren als Christen registriert. (eh)

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2 Antworten

  1. 2Mo 12:38 Und auch viel >>Mischvolk<< zog mit ihnen herauf, und Kleinvieh und Rinder, sehr viel Vieh.

    Gott hat beim Auszug aus Ägypten mit dem Ziel "Alijah" letztlich auch Mischvolk mitziehen lassen,
    allerdings sind ja bekanntlich nur Josua und Kaleb angekommen..und die Kinder der aus Ägypten ausgezogenen Israeliten…..vielleicht ja auch Kinder des Mischvolkes

  2. Ändert dies irgendetwas?
    Ehen mit israelischen Juden können nach wie vor nur im Ausland geschlossen werden oder ist in dieser Hinsicht eine Änderung vorgesehen?
    Liebe Redaktion, mir fehlt hier auf der Seite eine wirklich bahnbrechende Information aus Israel.
    Sie betrifft zwar nur einen sehr, sehr kleinen Teil der israelischen Bevölkerung, ist aber dennoch wichtig.
    Die Leihmutterschaft ist laut Oberstem Gericht in Israel in Zukunft auch für gleichgeschlachtliche Paare und alleinstehende Männer möglich.
    Mit freundlichen Grüßen
    Agnes

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