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Mehr Israelis wollen sich in Deutschland einbürgern lassen

Israelis, deren Vorfahren im Nationalsozialismus verfolgt wurden, haben ein Anrecht auf die deutsche Staatsbürgerschaft. Seit dem Hamas-Massaker machen mehr Menschen davon Gebrauch.
Von epd

BERLIN / KÖLN (epd) – Nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober haben deutlich mehr Israelis mit deutschen Vorfahren die deutsche Staatsangehörigkeit beantragt als in den Vorjahren. Wie das zuständige Bundesverwaltungsamt (BVA) am Montag bestätigte, wurden in den ersten vier Monaten des Jahres 2024 bereits rund 6.900 Anträge auf sogenannte Wiedergutmachungs-Einbürgerungen aus Israel gestellt.

Im Jahr 2023 waren es insgesamt 9.100. Im Jahr 2022 beantragten 5.670 Israelis die deutsche Staatsbürgerschaft. Das ergab eine Abfrage des „RedaktionsNetzwerks Deutschland“ (RND, Montag) beim BVA.

Im Jahr 2023 gab es aus aller Welt rund 14.000 Anträge auf Wiedergutmachungs-Einbürgerungen, 2022 waren es 11.400. Im laufenden Jahr wollen der BVA-Statistik zufolge bisher 9.370 Menschen auf diesem Weg Deutsche werden. Mit deutlichem Abstand kommen die meisten Anträge nach Israel aus den USA.

Im Nationalsozialismus Verfolgte und deren Nachfahren

Das BVA ist für Wiedergutmachungs-Einbürgerungen zuständig. Diese Einbürgerung können Menschen beantragen, die im Nationalsozialismus verfolgt und ausgebürgert wurden, sowie deren Nachfahren. 2021 wurden Lücken im Staatsangehörigkeitsrecht geschlossen. Seither ist der Kreis der Berechtigten auf Menschen und deren Nachkommen erweitert, die wegen NS-Verfolgung nie die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben konnten. In den meisten Fällen handelt es sich um im Nationalsozialismus verfolgte Juden.

Im Artikel 116 des Grundgesetzes heißt es: „Frühere deutsche Staatsangehörige, denen zwischen dem 30. Januar 1933 und dem 8. Mai 1945 die Staatsangehörigkeit aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen entzogen worden ist, und ihre Abkömmlinge sind auf Antrag wieder einzubürgern.“

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Probleme hatten in der Vergangenheit etwa Kinder und Enkel jüdischer oder anderer verfolgter Frauen, denen die Nationalsozialisten den deutschen Pass entzogen hatten. Bis 1975 konnte die deutsche Staatsbürgerschaft nur über den Vater vererbt werden. Benachteiligt waren auch diejenigen, die in ein anderes Land emigriert sind, die dortige Staatsbürgerschaft angenommen und damit die deutsche verloren, aber nicht entzogen bekommen hatten. Daher wurde das Staatsangehörigkeitsgesetz 2021 ergänzt.

Der Zentralrat der Juden erklärte mit Blick auf die Zahlen, ein Zusammenhang zum Terror der Hamas liege nahe. Allerdings gebe es diese spezielle Möglichkeit der Einbürgerung erst seit einigen Jahren, sagte ein Sprecher. Eine Einschätzung über die einzelnen Gründe falle daher schwer. „Die jüdischen Gemeinden in Deutschland versuchen gerade den Menschen aus Israel auch eine Anlaufstelle zu
sein.“

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25 Antworten

  1. Was ist mit den Anfeindungen an Unis? Was ist mit Übergriffen auf Kippaträger, was auf sichtbares Davidstern Kettchen? Angriffe auf unsere Synagogen? Nimmt man in Kauf? Aber jede/r entscheidet selbst über sein Leben.

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  2. Nach Deutschland? Nach Europa? In die Länder wo „free Palaestine from the river to the sea“ geschrien wird und wird „Yalla Intifada“. Da kommt man vom Regen in die Traufe. Und falls sie die Hoffnung haben, dass im Falle einer Entführung die Bundesrepublik helfen würde, vergesst es. Es sind Geiseln mit dt. Staatsbürgerschaft in Gaza. Es interessiert nicht bei den Verantwortlichen.

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  3. Aus dem Artikel geht nicht klar hervor, ob es sich ausschliesslich um Juden handelt. Demnach könnten auch andere Nachfahren vom Sozialnationalismus verfogte diesen Antrag stellen. Und als gläubiiger Jude würde ich es mir dreimal überlegen in ein Land auszuwandern, in dem Juden wieder bedroht werden.

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  4. Ich kann es schon irgendwie verstehen, dass man die ständige Angst vor Terrorangriffen und den Raketenalarm in Israel irgendwann nicht mehr ertragen kann und einfach mal seine Ruhe möchte.
    Ich fürchte nur, dass man die als jüdischer Mensch in Europa und auch in Deutschland nicht dauerhaft finden wird.
    Die Selbstverständlichkeit mit der man als Jude Jude sein kann, hat man so wohl nur in Israel. Aber man kann dem dort halt auch nicht entfliehen. Aber das wird man woanders wohl auch nicht können.
    Dass US amerikanische Juden nach Deutschland wollen, kann ich gar nicht nachvollziehen.
    Ich fürchte, hier ist es auf Dauer nicht wirklich besser.

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  5. Einen Deutschen Pass (Einbürgerung) zu besitzen, heisst nicht zwangsläufig, in Deutschland wohnen zu müssen. Es ist aber möglich, je nach Situation, den Wohnsitz nach D zu verlagern. Aber in D, wie auch in fast ganz Europa, wird das Leben für Juden je länger je unerträglicher. Das ist eine Schande.

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    1. Ein deutscher Paß hat auch die Möglichkeit in die meissten Länder der Welt reisen zu können, dies ist mit dem israelischen Paß nicht so möglich.

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    1. @ Alberto
      Toskana, da würde ich momentan auch lieber hinziehen, als in diesem juden-unfreundlichen und aufgeheizten Deutschland zu leben. Hier zu leben, kann ich derzeit keinem Israeli raten.

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  6. Ich hoffe, dass es in Deutschland Israel-freundliche Zonen geben wird, mit wenig Pal’s u.a.
    Da ist meine Geburtsstadt Berlin leider wenig zu empfehlen, eher noch Hamburg mit 2 Synagogen u.a. westdeutsche Städte. Eine Pro-Israelische deutsche Stadt wäre mal ganz schön, aber das ist ein Wunschtraum…

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    1. Das ist der unterschied zwischen Palästinensern und euch, ihr verlasst das Land aber sie habe nur Palästina und haben keine andere Wahl außer in ihrem Land weiter zu leben

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      1. Ja? Es gibt nur einen jüdischen Staat.

        Und wie sagte der Hamas-Außenminster vor ein paar Jahren als er im Fernsehen bei seinen arabischen Nachbarländern mal wieder um Geld bettelte? Sie müssten schon helfen, denn die Hälfte der Palästinenser würde ja aus Ägypten und die andere aus Saudi-Arabien stammen. Möchten Sie sich dazu äußern? Ihr Kommentar hat nur eines gemacht: eine Täter-Opfer Umkehr. In dem Fall die Umkehr von Fakten. Die man auch nicht mit widerwärtiger Geschichtsklitterung hinbekommt.

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        1. Ehrlich gesagt, selbst wenn „nur “ 15.000 Palästinenser getötet worden sein sollen, so sind das schon 10 x mal so viele Tote wie die jüdischen Opfer des 7.10.23? Gibt ihnen das nicht zu denken? Israel führt den längsten Krieg seiner Geschichte mit Menschen, die unstrittig auf dem Territorium Israels wohnen? Wie lange soll dieser Guerillakreig noch dauern und wie lange sollen die Geiseln und gutmütige Zivilisten unter dem Horror leiden, den die deutschen Israel-Fanatiker so nicht erleben müssen? So schwach die deutsche Regierung gerade sein mag, in der BRD herrscht Frieden! Der Nationalsozialismus ist 80 Jahre her und die Juden wurden nicht ohne Unterbrechung verfolgt, sondern hatten auch Phasen der Stabilität und der kulturellen Blüte erlebt in der Zeit der Diaspora und seit der Existenz Israels. *AM ISRAEL CHAI * SHALOM

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      2. @Has Bara
        Ja, noch geht es und gut, das bestreitet keiner. Die Juden aber werden in ihrem eigenen Staat verbrannt, ermordet, gefoltert, hingerichtet, von Terroristen. Die Palästinenser stehen zu 90% hinter der Hamas. Wer soll mir nun leidtun?

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      3. Soll das ein Witz sein? Ich kann die Palästinenser gar nicht mehr zählen, die allein an unseren Unis auf Staatskosten studieren!

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    2. Lieber Martin, in Berlin werden jetzt Häuser und Einrichtungen, die Israel freundlich sind, mit dem roten umgekehrtem Dreieck gekennzeichnet. Damit jeder weiss, hier leben die Feinde, die man bekämpfen muss. Linksextremisten zusammen mit arabisch muslimischen Migranten haben den Kampf gegen Israel und unsere jüdischen Mitbürger eröffnet! Deutschland ist kein sicherer Ort mehr für Israelis.

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      1. Es gibt aber Israelis, die mit ihrem Land nicht mehr zufrieden sind, was in diesem Forum komplett ignoriert wird. *SHALOM

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        1. Ja, aber diese Unzufriedenen gibt es in jedem Land. Und die Israelis, die meinen, es lebe sich besser in Berlin werden sich wundern, wenn sie erstmal durch die Straßen gejagt werden.

          Und das gilt auch für die meisten anderen europ. Länder und auch für die USA.

          In der Bibel gibt es die Aussage mit den Fischern und den Jägern in Bezug auf die Rückkehr des jüdischen Volkes in sein Land. Und wir sehen heute die Zeit des Jägern.

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  7. Ungarn, speziell Budapest, gilt heute als eine judenfreundliche und sichere Stadt. Dort ist es auch kein Problem öffentlich die Kipa zu tragen. Was in Berlin vielerorts eher gefährlich werden kann.

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    1. Shalom Monika W.
      solange Orban an der Regierung ist wird es dort judenfreundlich sein, aber wehe er ist nicht mehr an der Macht.
      Dann lieber in der Bundesrepublik Deutschland leben und möglichst keinem sagen das man jüdisch ist.
      Es wissen nur ganz wenige, dass ich jüdisch bin und damit lässt es sich leben. Selbst in einer jüdisch messianischen Gemeinde, in einer sehr grossen Stadt in Norddeutschland, wurden meine Frau und ich von „möchtesogernjuden“ rausgeekelt.
      Wir treffen uns seitdem in unserem Haus, und es läuft gut. Baruch ha Shem – gepriesen sei der HERR

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      1. Und genau das kann und darf es nicht sein. Man treibt Juden – im übrigen auch Christen – immer mehr in den Untergrund und oben wird gepöbelt.

        Es ist gut, dass ihr einen Weg gefunden habt und ich wünsche euch Gottes Segen dafür und wie du es beschreibst, habt ihr diesen Segen auch, aber es kann nicht so sein.

        Heute früh kam bei Welt eine Reportage über die „Wohlstandskrakeler“ von Sylt. Die haben ihr Video in aller Dummheit, Besoffenheit gemacht und waren nicht vermummt. Man konnte sie ermitteln und dies ist gut so. Aber was ist mit all denen, die vermummt mitlaufen, wenn die Islamisten und LInksextremisten ihr „Yalla Intifada“ schreien? Die Reportage hat auch gefragt, warum an solche Doppelstandards anlegt, wenn es um rechten und um linksextremistischen/islamistischen Terror geht.
        Wenn der Antisemitismus auch von dieser Seite kommt.

        Dieser Wohlstandsterror, der ausgeübt wird hat leider nicht nur die Straßen und Unis erreicht, er reicht weit in die Mitte der Gesellschaft rein und leider auch in die Glaubensgemeinschaften.

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  8. Es überrascht nicht das bei der allgemeinen Barbarisierung in Welt auch ‚im Kleinen‘ sich die sozialen Verhältnisse untereinander unschön entwickeln. Das liegt nicht nur an den einzelnen sondern das machen die Herrschenden. Ob die nach Deutschland übersiedelten hier eine gute Zukunft haben werden ?

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