Makkabi WinterGames beendet

Nach einer Woche enden im oberbayerischen Ruhpolding die ersten internationalen Winterspiele des jüdischen Sportverbandes Makkabi Deutschland. Für einige Disziplinen mussten die Athleten wetterbedingt nach Österreich ausweichen.
Von Israelnetz

Foto: Israelnetz/Elisabeth Hausen

Auch Snow-Volleyball gehörte zu den Sportarten der WinterGames

RUHPOLDING (inn) – Nach den ersten Makkabi WinterGames seit fast 87 Jahren ziehen die deutschen Organisatoren ein positives Fazit. Zwischen dem 2. und dem 9. Januar kamen etwa 400 Teilnehmer aus 20 Ländern und fünf Kontinenten zu den Winterspielen des jüdischen Sportverbandes ins oberbayerischen Ruhpolding. Da dort anders als erwartet kein Schnee lag, wurde ein Teil der Wettkämpfe kurzfristig nach Reit im Winkl und ins österreichische Kitzbühel ausgelagert. Das tat der guten Stimmung jedoch keinen Abbruch.

Zu den Teilnehmerländern gehörten die Ukraine, Israel, die USA, Mexiko und Australien. Die Makkabi-Mitglieder maßen sich in den Sportarten Ski Alpin, Skilanglauf, Snowboard, Eiskunstlauf, Snow-Volleyball und Eisstockschießen. Israelis beteiligten sich vor allem am Eiskunstlauf und dem Snow-Volleyball, einige gingen auch auf die Skipiste.

Foto: Israelnetz/Elisabeth Hausen
Teilnehmer der Slalomwettbewerbe in Kitzbühel vor dem Start

Zum Programm rund um den aktiven Sport gehörten Vorträge von Manfred Lämmer (Deutsche Sporthochschule Köln) und dem Marathonläufer Schaul Ladany aus Israel. Er hatte sowohl den Holocaust als auch das Olympia-Attentat von München 1972 überlebt.

Im Ski Alpin waren vor allem deutsche Athleten erfolgreich, aber auch Israel, die Schweiz und die USA konnten punkten. Im Langlauf dominierten Großbritannien und die USA. Die Biathlon-Staffel mit der Laserpistole gewann die Tschechische Republik vor den USA und einem gemischten britisch-amerikanischen Team.

Im Eiskunstlauf präsentierten sich Athleten aus Israel, Mexiko und den USA besonders gut. Beim Eisstockschießen ließen die Deutschen ihren Konkurrenten keine Chance. Beim Mixed-Wettbewerb im Snow-Volleyball gewannen zwei ukrainische Teams vor den Litauern. Die Sportveranstaltung unter dem Motto „Nie war der Winter so Makkabi“ endete am Sonntagabend mit einer Siegerehrung in Ruhpolding.

„Wintersport wieder in die jüdische Sportwelt gebracht“

Der deutsche Makkabi-Verband geht davon aus, dass die ersten Makkabi WinterGames in Deutschland „der Start einer lang anhaltenden Tradition sind, die ebenso wie die Maccabiah in Israel regelmäßig auf der ganzen Welt ausgetragen werden“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Der Vorsitzende des Organisationskomitees und Initiator der Sportveranstaltung, Alfi Goldenberg, sagte: „Nach 87 Jahren Unterbrechung haben wir einen sporthistorischen Meilenstein gesetzt: Die Makkabi Deutschland WinterGames waren ein kraftvolles Signal für die jüdische Identität und Kultur. Wir haben den Wintersport wieder in die jüdische Sportwelt gebracht.“

Auch der Präsident von Makkabi Deutschland, Alon Meyer, ist erfreut über die Winterspiele. Mit ihnen habe der Verband ein „positives und kraftvolles Signal über die deutsche und europäische Grenze hinaus“ gesetzt. „Diese Games unterstreichen erneut die integrative Kraft des Sports und die unabdingbare Präsenz jüdischen Lebens. Mit dieser historischen Veranstaltung haben wir Geschichte geschrieben!“

Die weltweite jüdische Sportbewegung Makkabi ist nach den Makkabäern benannt, die im 2. vorchristlichen Jahrhundert siegreich gegen die Hellenisten kämpften. Den Verband Makkabi Deutschland gibt es seit 1903. Die ersten großen jüdischen Winterspiele wurden 1933 in Polen ausgetragen. Zum zweiten Mal gab es die internationale Veranstaltung 1936 in der damaligen Tschechoslowakei – und nun 87 Jahre später in Ruhpolding. (eh)

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4 Antworten

  1. Es ist sehr schade das in den Deutschen Nachrichten nichts von diesen Makkabi Winter Games zu hören bzw. zu lesen war.

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    1. Lieber Herr Walter,
      es ist schade, dass Sie so wenig die deutschen Medien lesen, sehen oder hören, sonst wäre Ihnen nicht entgangen, dass sehr wohl darüber berichtet wurde.
      LG
      Agnes

      4
    2. Immerhin hat das Bundesministerium des Innern und für Heimat die Organisation und die Durchführung der MAKKABI Deutschland Winter Games mit insgesamt 440 Tsd. Euro gefördert. Für eine Veranstaltung, die in der Öffentlichkeit so gut wie nicht wahrgenommen wurde, kein kleiner Beitrag. Die öffentliche Förderung hätte ruhig in dem israelnetz-Artikel erwähnt werden können!

      1

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