Lesen in Ramallah

Zum zwölften Mal lädt die „Palästinensische internationale Buchmesse“ Besucher nach Ramallah ein. Etwa 350 Verleger stellen ihre Bücher aus.
Von Israelnetz

Foto: Israelnetz/mh

Wie hier in Ramallah ist es in vielen arabischen Ländern üblich, Bücher auf der Straße zu verkaufen. Buchläden haben es schwer.

RAMALLAH (inn) – Vom 14. bis 24. September veranstaltet die Autonomiestadt Ramallah die „Palästinensische internationale Buchmesse“. Sie steht unter dem Titel „Das Heimatland Palästina und die Hauptstadt Jerusalem“. Laut Medienangaben stellen 350 Verleger aus diversen arabischen Ländern, Frankreich, Kanada und Italien ihre Bücher aus.

Die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA schreibt über diese Messe: „Obwohl die Palästinenser fast täglich mit Verhaftungen, Hausabrissen, und -durchsuchungen sowie Kontrollen an den Checkpoints konfrontiert sind, haben sie immer noch Zeit, um eine uralte Gewohnheit zu praktizieren: Das Lesen.“ An Lesungen, Signierstunden, musikalischen Einlagen und Seminaren beteiligen sich 150 arabische Autoren.

WAFA zitiert den ägyptischen Verleger „Sefsafa Publishing House“, der zum ersten Mal zu Besuch in den palästinensischen Gebieten ist: „Es ist großartig, zum ersten Mal in Palästina zu sein und ich hoffe, es ist nicht mein letztes Mal.“ Er sehe einen großen Einsatz, dieses „Ereignis zu dem zu machen, das es ist“. Er hofft auf langfristige Zusammenarbeit: „Unsere Bücher beinhalten Fiktion, Geschichte, Anthropologie und Reiseliteratur. Wir sind hier, um palästinensische Leser und Buchläden zu treffen.“

Jasid Qasas vom „Palästinensischen Schreibworkshop“ stellt seine Initiative vor als „eine Gruppe, die junge Leser mit guten Geschichten, schönen Kunstwerken und Illustrationen ermutigen möchte, mehr zu lesen“.

Größtes Kulturevent seit der „Intifada“

An der Eröffnung der Buchmesse hatte Medienberichten zufolge Atef Abu Saif teilgenommen, Kulturminister der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA). Diese Ausstellung sei „ein kulturelles Fenster, das aus Palästina ein Fenster für die Welt öffnet, durch das wir palästinensische Bücher und Kultur fördern können und arabische und internationale Bücher und Kulturen nach Palästina bringen“. Er bezeichnete die Messe als größtes Kulturevent seit der „Zweiten Intifada“, auf dem sich arabische Intellektuelle, Schriftsteller und Verleger mit ihren palästinensischen Kollegen treffen könnten.

Autor Siham al-Sajegh vom Kulturministerium der PA sagt: „Als Ehrenteilnehmer für diese Messe hat der Präsident in diesem Jahr Tunesien ausgewählt. Die Bücher stellen das tunesische Erbe vor. Alle Bücher sind nur zum Anschauen, nicht zum Verkauf, ausgestellt.“

Auf 5.000 Quadratmetern wird die Messe in der „Palästinensischen Nationalbibliothek“ ausgetragen. Diese befindet sich im Gästehaus des Präsidenten, dessen Bau seit Jahren auf Fertigstellung wartet. (mh)

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2 Antworten

  1. In Anbetracht dessen, dass vor kurzem der Bericht zu lesen war, dass die Pal.-Araber zu wenig lesen, ist das bestimmt ein guter Ansatz, solange auf den Büchertischen nicht das meist gelesene Buch “Mein Kampf” angeboten wird.

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