Das biblische Buch Esther erzählt eine Geschichte, die in diesen Tagen ganz neue Aktualität gewinnt. Auf sie beruft sich das jüdische Purim-Fest, das am heutigen Montagabend beginnt. Doch in Israel fallen die Feiern wegen des Krieges gegen den Iran aus.
Der Jude Mordechai lebte laut biblischer Überlieferung in der persischen Stadt Susa, also im heutigen Iran. Seine Verwandte Esther hatte die verstoßene Ehefrau von König Ahasveros, Waschti, ersetzt. In dieser Position gelang es ihr mit viel Mut, die Pläne des Judenfeindes Haman zu vereiteln: Er hatte beim König erreicht, dass die Perser möglichst viele Juden vernichten durften. Doch durch Esthers Einschreiten fiel er in Ungnade, der drohende Pogrom wurde abgewehrt.
Viele Juden betrachten den am Samstag bei einem Luftschlag in Teheran getötete Ajatollah Ali Chamenei als Gesinnungsgenossen und Nachfolger Hamans. Denn wie dieser die Auslöschung der Juden in Persien anstrebte, so will das iranische Regime den jüdischen Staat Israel vernichten.
Möglichst viel Lärm machen
Das Buch Esther wird am Purim-Fest aus einer Schriftrolle vorgelesen – „Megillat Esther“. Da sie als „die Rolle schlechthin“ gilt, trägt sie oft auch nur die Bezeichnung „Megilla“. Besonders Kinder, aber auch Erwachsene machen bei jeder namentlichen Erwähnung des Frevlers Haman möglichst viel Krach: mit Ratschen, Tuten oder anderen Lärminstrumenten. Im Babylonischen Talmud heißt es im Traktat Megilla (4a): „Frauen sind zum Lesen der Esther-Rolle verpflichtet, denn auch sie waren an diesem Wunder beteiligt.“
Der Name „Purim“ ist auf das hebräische Wort „pur“ zurückzuführen, das „Los“ bedeutet. Denn den für das Gemetzel bestimmten Tag hatte Haman durch das Los ermittelt. Dieses fiel auf den 13. Tag des Monats Adar. Durch einen neuen Erlass des Königs wurden die Juden jedoch ermächtigt, sich gegen ihre Angreifer zu wehren. In Erinnerung an diese Errettung vor der Vernichtung feiern Juden bis heute am 14. Adar das Purim-Fest.
Gott für persönliche Wunder danken
Einen Tag vor dem Fest, am 13. Adar, fasten viele Juden von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Esther hatte nämlich, bevor sie mit ihrem Anliegen vor den persischen König trat, mit ihren Gefährtinnen gefastet und gebetet. Dadurch wollte sie sich auf ihre schwere Aufgabe vorbereiten.
Am Tag nach Purim wird das Fest in allen Städten gefeiert, die seit der Zeit Josuas eine Stadtmauer hatten; dazu gehört auch Jerusalem. Denn in diesen Städten mussten sich die Juden einen Tag länger gegen ihre Verfolger verteidigen und konnten deshalb erst später feiern. Der alternative Feiertag, in diesem Jahr der 4 März, heißt „Schuschan Purim“ – „Purim von Susa“.
Verkleidungen im Mittelpunkt
Eine wichtige Rolle beim Fest spielt das Verkleiden. Aus diesem Grund erinnert Purim ein wenig an Karneval oder Fasching. Viele Mädchen wählen dafür die Figur Esther, aber es gibt neben biblischen Gestalten auch Polizisten, Fantasiefiguren der Kinderliteratur oder Skelette.
Eine beliebte Süßspeise an Purim sind die sogenannten „Hamantaschen“ oder „Hamansohren“. Das dreieckige Gebäck besteht aus Mürbeteig. Es kann unterschiedliche Füllungen enthalten, etwa aus Mohn, Datteln, Pflaumenmus oder Schokolade.
Hoffnung auf Gottes Eingreifen
Juden in Israel oder in der Diaspora zogen und ziehen am Purim-Fest immer auch aktuelle Vergleiche zur Verfolgung während der Nazizeit oder zu Pogromen. Diesmal denken sie an den aktuellen Krieg. Aus der biblischen Darstellung schöpfen sie Hoffnung auf Gottes Eingreifen in großer Bedrängnis.
19 Kommentare
„Am Purim-Fest erinnern Juden an Gottes rettendes Handeln in biblischer Zeit.“ Für Israel und die Nationen ist immer biblische Zeit, auch ganz aktuell. Ein bisschen wie Karneval, das ist weniger schön.
Lieber Gruß Martin
Ein sehr interessanter Bericht. So richtig wußte ich über das Fest nicht bescheid. Vielen Dank an Frau Hausen!😃👍
Und @Untertan: das Sie natürlich wieder etwas zu mäkeln haben ist klar. Bloß nicht mal fröhlich sein. Und das Menschen sich mal verkleiden. Was für ein trauriger Glauben. Und singen darf ich dann wohl auch nicht,es sei denn es ist das Lied des Mose. Und das dann den ganzen Tag! Oh mann!🙈🙈
Manu @ : ich habe Pourim einmal in Israel erlebt, es war sehr fröhlich und ausgelassen. Es ist den Israelis wahrlich zu gönnen. Für Ungeübte empfehlen sich Ohrenstöpsel, die Kinder veranstalten einen Heidenlärm wenn irgend jemand den Namen Haman ausspricht.
@Manu
Du hast das Tanzen vergessen. Das geht auf gar keinen Fall! 💃🕺
Musste gerade an unseren kleinen Batman denken. 😥🧡
Liebe Grüße Ella
@Antonia und @Ella,
Vielleicht komme ich ja mal in den Genuss das Fest miterleben zu dürfen. Laute Kinder machen mir gar nichts. Ich liebe sie genauso wie Tiere. Aber guter Tipp mit den Ohrenstöpsel!😃😃
Und ja liebe Ella,ich habe das Tanzen vergessen. Natürlich geht das nicht. An den kleinen Batman musste ich auch denken. Wie würde sich Kfir wohl verkleiden wollen? Er wäre ja jetzt auch schon in dem Alter.
Das mit dem Wein trinken hatte ich schon gehört. Mein Mann meinte: nettes Fest. Das gefällt ihm. 😂😂🤣🤣
Nein,er ist wirklich kein Trinker. Ganz harmlos der Mann.😉😉
Auch gut finde ich,das Israelnetz Untertan geantwortet hat.
Liebe Grüße zu euch! Und auch an Christin! Guter Kommentar!!!👍👍
@ Manu
Der Wein erfreut des Menschen Herz, steht schon in der Bibel. Warum nicht? Der Grenzen bin ich mir sehr bewusst. Untertan MUSS als Therapeut dagegen reden.
Ja, der kleine Kfir und Ariel und mit ihnen all die vielen Kinder und Babys, sie werden nie aus dem Gedächtnis verschwinden.
Unsere 4 Enkelkinder (9,7,7,6) miss ich manchmal schon etwas runterbringen. Wenn die richtig aufdrehen, verschwindet mein Mann in den hintersten Winkel der Wohnung. Die können schon ordentlich Krach machen. Sollense! Dafür sind es Kinder.
Liebe Grüße Ella 🍷💃🙏🇮🇱🛐
Es ist schon bezeichnend, Purim, das jüdische Fest, das an die Rettung der Juden vor der Vernichtung im alten Persien erinnert und jetzt die Parallele dazu. Wieder in Persien, ein Regime, das Israel vernichten will. Und wieder hängt das Schicksal eines ganzen Volkes davon ab, ob man den Aggressor stoppen kann. Zufall? Nein, das Los hatte für Israel entschieden.
Ich weiß nicht, wie es diesmal ausgeht. Ich bin aber der Meinung, dass Israel und USA es richtig machen, wenn sie eine mörderische Ideologie zu bekämpfen versuchen um diesmal zwei Völker zu befreien.
Ich wünsche allen Israelis, dass sie trotz Zeit im Bunker, trotz Gefahr, ihre Mut nicht verlieren. Sicher ist das Feiern zurzeit nicht so möglich wie sonst, aber erinnert euch daran, was Gott getan hat und heute noch tun will. Am Israel chai!
Ja Gott ändert sich Nicht – aber jeder Mensch und auch jede Nation muss wählen, ob sie das Gesprächs-Liebesangebot Gottes annehmen wollen! Segen oder Fluch.
Lieber Gruß Martin
Verfluchen bedeutet in der Praxis auch: verachten, herabsetzen, verunglimpfen, mit Missachtung behandeln, herabwürdigen.
Die Unterstellung alle Juden sind ungläubig, sie verweigern sich Gott bedeutet: herabsetzen, verunglimpfen. Sie haben den Fluch gewählt und merken es noch nicht mal, Martin.
Das fasziniert mich so an Israel, dass sie trotz allem leid ihre Feste feiern und fröhlich sind. Gott ist mit euch und wird es immer sein. Er sammelt euch. Er sorgt dafür, dass ihr euch vermehrt. Gott hält seine Hand über euch, mal kommen, was will Shalom!
Möge das Purim-Fest alsbald eine aktuelle Realität erlangen: Wenn alle Feinde Israels besiegt werden und Israel mit seinen Freunden Feste feiern wird ! Es wird kommen ! Das Non-Kalender-Purim wird kommen !!
Wenn man das Buch Esther liest, sieht man was bis Heute für die Juden gilt, entweder siegen oder sterben,auf Gnade können sie nicht hoffen. Für den, der die Juden hasst gibts keine Kompromisse, folglich auch für Juden nicht, entweder wir oder sie. So ist es bis Heute und erklärt auch das Verhalten Israels in den Kriegen in die sie hineingezwungen werden.
Ich bin entsetzt!
Planet Wissen schreibt: „Zu den Festrufen gehören „Verflucht sei Haman“ und „Gesegnet sei Mordechai“. Haman ist der böse Judenhasser der Geschichte, Mordechai dagegen der weise Jude, der zusammen mit Esther das Pogrom verhindert.
Im Talmud steht nun, man solle soviel trinken, bis man den Satz „Verflucht sei Haman“ nicht mehr von „Gesegnet sei Mordechai“ unterscheiden könne. Ein Fest bis zur Besinnungslosigkeit im Siegestaumel – religiös verordnet.
Lieber Gruß Martin
@Untertan
Ja, Gedenkfeiern mögen Sie ja nicht und Purim ist eine Gedenkfeier der Juden an ihre Befreiung. Lassen Sie den Juden doch bitte ihre Art zu feiern, es ist diesmal sowieso nicht möglich. Heute würden die Israelis die Haman-Ohren vielleicht Ali-Ohren nennen. Lassen sie die Kinder sich verkleiden, was ist daran Sünde? Und das Trinken bis zur Besinnungslosigkeit findet so nicht mehr statt, oder meinen Sie, am Ende des Tages liegen alle unterm Tisch?
Das Liebesangebot Gottes anzunehmen bedeutet nicht, von nun an in Sack und Asche zu gehen. Segen oder Fluch – das hört sich an wie: Friss oder stirb.
Martin, wünschen Sie Israel, dass es heil durch diesen Krieg kommt, lassen sie den Kindern das Verkleiden im Bunker. Ich denke Alkohol spielt dieses Jahr keine Rolle. Aber leben mit allen Facetten schon!
@Ella, durch immer mehr Kompromisse, passen sich immer mehr Christen der Welt an – das ist keine gute Entwicklung. Das Liebesangebot Gottes anzunehmen, heißt immer mehr das zu lieben, was Jesus gefällt, und zu erkennen, dass es kein größeres Geschenk Gottes für uns gibt.
Ella: „Segen oder Fluch – das hört sich an wie: Friss oder stirb.“ Gottes Wort sagt: „Siehe, ich habe dir heute vorgelegt das Leben und das Gute, den Tod und das Böse.“ (5.Mose 30,15). Es gibt nicht ein „bisschen Segen und nur ein wenig Fluch“.
Liebe Ella, ich bin ein sehr fröhlicher Mensch und gehe nicht in Sack und Asche, möchte aber „in allem“ zur Ehre Gottes leben – weil ich mein neues/geschenktes Leben genießen darf.
Lieber Gruß zu Ihnen, Martin
@Untertan
Hier geht es nicht um die Kompromisse der Christen, sondern um das Purimfest der Juden.
Von Ihrer Fröhlichkeit spüre ich hier nur selten etwas. Klar, man kann nicht jeden Tag einen Schneemann bauen,😉aber man muss auch nicht jeden Tag die Juden ermahnen. Sie werden das jüdische Volk nicht ändern, das kann nur Gott und tut es zu seiner Zeit. Genießen Sie Ihr Leben mit Jesus, ich tue das auch.
@ Ella, das Purimfest ist ein Kompromiss, ein religiöser Brauch, der sich immer mehr verselbständigt.
Lieber Gruß Martin
Liebe Redaktion, es ist schon krass, dass die Wahrheit, wie Purim gefeiert wird, nicht gehört werden will. Ein Rabbi sagte: Wir wollen uns die Realität schön trinken.
😔 Grüße Martin
Lieber Martin,
danke für den freundlichen Hinweis. Wir hatten den Aspekt im Laufe der Jahre immer wieder in Purim-Artikeln, zuletzt 2024:
Für Purim gelten sieben Pflichten. Eine lautet, viel Wein zu trinken, gemäß jüdischer Gelehrter: „Jeder muss so viel Wein trinken, bis er nicht mehr unterscheiden kann zwischen ‚Verflucht sei Haman‘ und ‚Gelobt sei Mordechai‘“ – möglichst viele „l’Chaims“, der hebräische Trinkspruch „Aufs Leben!“ zu trinken. Und sich den Bauch mit Hamantaschen vollzuschlagen, ein traditionelles süßes Gebäck aus Hefe- oder Strudelteig, das mit Mohn gefüllt ist.
https://www.israelnetz.com/der-monat-in-dem-sich-schmerz-in-trauer-verwandelte/