Jom Kippur: Verhinderter Anschlag, Unfälle und Geburten

Israels Sicherheits- und Rettungskräfte sind an Jom Kippur gefragt: Zwei Terroristen werden festgenommen, zwei Menschen sterben bei Unfällen. Der Fund eines Leichnams gibt Rätsel auf.
Von Israelnetz
Kinder nutzen an Jom Kippur die autofreien Straßen für Ausflüge

JERUSALEM (inn) – Israelische Sicherheitskräfte haben am Versöhnungstag Jom Kippur nach Angaben des Militärs ein Terrorattentat verhindert. Der Inlandsgeheimdienst Schabak hatte der Armee mitgeteilt, dass zwei palästinensische Terroristen „binnen kurzer Zeit“ einen Anschlag verüben wollten. Die beiden identifizierten sich mit der radikal-islamischen Hamas, hieß es laut der Zeitung „Yediot Aharonot“.

Infolge der Geheimdienstinformation nahmen Soldaten der Duvdevan-Einheit die beiden Verdächtigen in Kabatia bei Dschenin im Westjordanland fest. Sie wurden dem Schabak zum Verhör übergeben.

Leichnam eines Palästinensers entdeckt

Derweil wurde in einem Wohnhaus in der zentralisraelischen Stadt Umm el-Fahm der Leichnam eines Palästinensers entdeckt. Der Mann in den 40ern, Omar al-Sada, hatte keine Aufenthaltsgenehmigung für Israel.

Anwohner erzählten der Polizei, er sei einige Tage zuvor aus großer Höhe heruntergefallen und habe sich schwer verletzt. Doch habe er sich nicht behandeln lassen wollen, da er sich illegal in Israel aufhielt. Sie sprachen zudem von anderen gesundheitlichen Beschwerden.

Die Polizei leitete eine Untersuchung zu den Todesumständen ein. Sie ermittelt nach eigener Aussage in alle Richtungen – und schließt auch Mord nicht aus.

Zwei Tote bei Unfällen

Bei Verkehrsunfällen kamen während des Versöhnungstages zwei Menschen ums Leben. Einer von ihnen, Baschar Khatib aus Kafr Kanna, starb am Montagnachmittag in Bu’eine Nudscheidat in Untergaliläa. Ein Baustellen-Lastwagen war ins Rollen gekommen und überschlug sich. Die Sicherheitskräfte vermuten einen technischen Fehler als Unfallursache.

Bereits am Sonntagabend wurde nahe Anatot bei Jerusalem ein 45-jähriger Motorradfahrer getötet, als er mit einem Auto zusammenstieß. Seine 37-jährige Begleiterin erlitt sehr schwere Verletzungen; Sanitäter stillten eine lebensbedrohliche Blutung, bevor sie ins Krankenhaus gebracht wurde. Zwei Insassen des Wagens kamen mit leichten Verletzungen in die Klinik.

Folgen des Fastens und Geburten

Nach Angaben des Rettungsdienstes „Magen David Adom“ (MDA) erhielten an Jom Kippur insgesamt 3.322 Menschen eine medizinische Versorgung. Von ihnen wurden 2.268 in ein Krankenhaus gebracht.

Infolge des mit dem Versöhnungstag verbundenen Fastens wurden 368 Menschen ohnmächtig, waren dehydriert oder fühlten sich unwohl. Ferner wurden 299 Personen bei Unfällen mit Fahrrädern, Rollschuhen, Scootern oder Skateboards verletzt, neun von ihnen mittelschwer.

Rettungskräfte brachten 155 Schwangere in Krankenhäuser. Fünf Kinder wurden auf dem Weg zur Klinik geboren, drei Jungen und zwei Mädchen. (eh)

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