Israels Vorbehalte gegen die UNRWA

Die UNRWA hat sich von ihrer ursprünglichen Bestimmung entfernt. Israel wirft dem Hilfswerk für arabische Flüchtlinge Palästinas unter anderem enge Beziehungen zur Terrorgruppe Hamas vor.
Von Israelnetz

Seit fast acht Jahrzehnten begleitet das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) das Schicksal der palästinensischen Flüchtlinge. Die 1949 gegründete Organisation sollte ursprünglich auf die humanitäre Notlage nach dem ersten arabisch-israelischen Krieg reagieren.

Im Laufe der Zeit entwickelte sie sich jedoch zu einer Institution mit humanitärer, politischer und symbolischer Bedeutung. Heute ist ihre Zukunft ungewisser denn je. Auf den ersten Blick geht es in der Debatte um eine Organisation der Vereinten Nationen. Tatsächlich prallen jedoch zwei grundlegend unterschiedliche Vorstellungen von Frieden aufeinander.

Für die einen bleibt die UNRWA unverzichtbar, solange keine endgültige politische Lösung gefunden wurde. Ihre Abschaffung würde Millionen von Menschen gefährden, die weiterhin auf ihre Hilfe angewiesen sind.

Für die anderen – allen voran Israel – trägt gerade der Fortbestand dieser Institution dazu bei, den Konflikt zu verfestigen, indem Mechanismen fortgeführt werden, die ihren Ursprung im Jahr 1949 haben. Nach dieser Auffassung kann Frieden nur entstehen, wenn auch jene Institutionen verändert werden, die den Konflikt seit nahezu achtzig Jahren begleiten.

Damit erschöpft sich die Zeit nach Gaza nicht mehr im Wiederaufbau zerstörter Städte. Entscheidend ist vielmehr die Frage, welche Institutionen dieses Gebiet künftig verwalten werden – und auf welcher Grundlage.

Warum Israel die UNRWA heute ablehnt

Die israelische Ablehnung beruht nicht allein auf den Vorwürfen, die nach den Anschlägen vom 7. Oktober 2023 erhoben wurden. Da wurde bekannt, dass einzelne Mitarbeiter der Organisation an den Operationen der Hamas beteiligt gewesen sein oder diese unterstützt haben sollen. Für die israelischen Behörden bestätigten diese Enthüllungen eine seit Langem vertretene Überzeugung: Die UNRWA sei nicht länger Teil der Lösung, sondern Teil des Problems. Israel wirft der Organisation mehrere Fehlentwicklungen vor.

Der erste Vorwurf betrifft die Vererbung des Flüchtlingsstatus. Anders als beim Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) wird der von der UNRWA anerkannte Flüchtlingsstatus an die Nachkommen weitergegeben. Aus den rund 700.000 im Jahr 1949 registrierten Flüchtlingen sind auf diese Weise mehrere Millionen Anspruchsberechtigte geworden.

Folgen Sie uns auf Facebook und X!
Melden Sie sich für den Newsletter an!

Aus israelischer Sicht hält dieser Mechanismus die Vorstellung eines Rückkehrrechts aufrecht, das mit der Existenz des Staates Israel unvereinbar sei. Der Konflikt verliere dadurch nicht mit der Zeit an Bedeutung, sondern werde institutionell von Generation zu Generation fortgeschrieben.

Der zweite Kritikpunkt betrifft die Beziehungen zum Hamas-Regime im Gazastreifen. Israel wirft der islamistischen Organisation vor, über Jahre hinweg die zivile Infrastruktur des Gebiets genutzt zu haben, darunter auch Einrichtungen der UNRWA. Zwar weist die Organisation jede institutionelle Mitverantwortung zurück, doch haben diese Vorwürfe ihre Glaubwürdigkeit in den Augen der israelischen Behörden erheblich beschädigt.

Schließlich ist Israel der Auffassung, dass die für eine Organisation der Vereinten Nationen vorgeschriebene politische Neutralität nicht immer gewahrt worden sei. Die Diskussionen über Schulprogramme, bestimmte Unterrichtsmaterialien und das ideologische Umfeld, in dem mehrere Generationen junger Palästinenser aufwachsen, stehen inzwischen im Mittelpunkt dieser Kritik

Eine Organisation als Ausnahme

Die UNRWA nimmt innerhalb des Systems der Vereinten Nationen eine Sonderstellung ein. Während das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen darauf ausgerichtet ist, die Zahl der Flüchtlinge schrittweise zu verringern, indem es ihre Integration, ihre Neuansiedlung oder – sofern möglich – ihre Rückkehr fördert, betreut die UNRWA ausschließlich die palästinensische Flüchtlingsbevölkerung auf der Grundlage eines besonderen Mandats.

Gerade diese Besonderheit nährt seit Langem die Kritik jener, die der Auffassung sind, dass dieses System das Problem eher aufrechterhalte, als zu seiner Lösung beizutragen.

Zu dieser institutionellen Dimension kommt eine politische Realität hinzu, die nur selten thematisiert wird: Seit 1948 haben die arabischen Nachbarstaaten – von wenigen Ausnahmen abgesehen – die palästinensischen Flüchtlinge kaum dauerhaft integriert. Jordanien bildet hierbei die wichtigste Ausnahme, da ein großer Teil der Bevölkerung palästinensischer Herkunft die jordanische Staatsangehörigkeit erhielt. In den meisten anderen Staaten blieb dagegen der Flüchtlingsstatus bestehen.

Nach Auffassung einiger Beobachter ist die UNRWA damit im Laufe der Zeit eher zum Symbol des Fehlens einer politischen Lösung geworden als zu einem Instrument, das zu ihrer Verwirklichung beiträgt. Die internationale Finanzierung hat es ermöglicht, die humanitären Folgen eines Konflikts aufzufangen, ohne dessen Ursachen dauerhaft zu beseitigen.

Die Schule – ein zentrales Thema

Kaum ein Bereich sorgt für so kontroverse Diskussionen wie das Bildungswesen. Die UNRWA unterhält eines der größten Schulnetzwerke im Nahen Osten. Hunderttausende Kinder besuchen ihre Bildungseinrichtungen. Für die Befürworter bieten diese Schulen eine unverzichtbare Ausbildung in Regionen, die von Armut und Konflikten geprägt sind.

Die Kritiker hingegen werfen dem System vor, dass einzelne Generationen in einem Umfeld aufgewachsen seien, in dem Israelfeindschaft, die Verherrlichung des „Märtyrertums“ oder das Fehlen gegenseitiger Anerkennung in bestimmten Unterrichtsmaterialien oder deren praktischer Verwendung ihren Platz gefunden hätten.

Untersuchungen der vergangenen Jahre veranlassten mehrere Geberstaaten, strengere Kontrollen sowie eine Überarbeitung der Unterrichtsinhalte zu verlangen. Die UNRWA erklärt, inzwischen strengere Kontrollverfahren eingeführt zu haben. Die Organisation verweist darauf, dass sie offiziell die Neutralitätsstandards der Vereinten Nationen anwende.

Dennoch ist die Debatte keineswegs beendet. Denn hinter der Frage nach Schulbüchern steht letztlich eine weit grundsätzlichere Überlegung: Wie kann ein dauerhafter Frieden entstehen, wenn mehrere Generationen weiterhin mit völlig unvereinbaren nationalen Geschichtsbildern aufwachsen?

Die Zeit „nach Gaza“ verändert die Spielregeln

Der Krieg hat die diplomatischen Kräfteverhältnisse tiefgreifend verändert. Die Vereinigten Staaten unterstützen inzwischen die Idee, dass in Gaza künftig eine neue Verwaltungsstruktur geschaffen werden müsse. Israel teilt diese Auffassung und schließt aus, dass die UNRWA seine bisherige Schlüsselrolle beibehält.

Mehrere europäische Staaten zeigen sich dagegen deutlich zurückhaltender. Viele von ihnen finanzieren die Organisation weiterhin, weil sie davon ausgehen, dass derzeit keine andere Struktur über die notwendigen logistischen Kapazitäten verfügt, um die humanitäre Hilfe unmittelbar sicherzustellen.

Die Debatte geht deshalb weit über reine Haushaltsfragen hinaus. Sie stellt diejenigen gegenüber, die trotz aller Unzulänglichkeiten am bestehenden System festhalten möchten, und jene, die überzeugt sind, dass ein dauerhafter politischer Wiederaufbau nur gelingen kann, wenn die Institutionen der vergangenen Jahrzehnte ersetzt werden.

Damit steht die UNRWA heute im Mittelpunkt einer echten diplomatischen Auseinandersetzung zwischen Washington, Jerusalem, den Vereinten Nationen und einem Teil der wichtigsten Geberstaaten.

Eine Frage, die über die UNRWA hinausgeht

Letztlich geht es vielleicht gar nicht mehr in erster Linie darum, ob die UNRWA reformiert, ersetzt oder aufgelöst werden sollte. Die eigentliche Frage reicht weit darüber hinaus.

Kann Frieden entstehen, wenn jene Institutionen bestehen bleiben, die den Konflikt seit nahezu achtzig Jahren begleitet haben? Oder setzt jeder dauerhafte Lösungsversuch zugleich eine grundlegende Neuordnung der politischen, administrativen und bildungspolitischen Strukturen voraus, die aus diesem Konflikt hervorgegangen sind?

An dieser Trennlinie stehen sich heute Israel, die Vereinten Nationen, die Vereinigten Staaten, mehrere europäische Staaten und ein Teil der arabischen Welt gegenüber.

Die Debatte über die UNRWA reicht damit weit über die Zukunft einer humanitären Organisation hinaus. Sie offenbart zwei unterschiedliche Vorstellungen von Frieden: Die eine geht davon aus, dass institutionelle Kontinuität die Bevölkerung schützt, bis eine politische Einigung erreicht ist. Die andere vertritt die Auffassung, dass eben diese Kontinuität inzwischen selbst zu einem Hindernis für eine solche Einigung geworden ist.

Die Zukunft wird zeigen, welcher dieser beiden Ansätze tatsächlich geeignet ist, den Konflikt zu überwinden. Eines aber steht bereits heute fest: Die Zeit nach Gaza entscheidet sich ebenso in den Institutionen wie auf dem Boden der Realität.

Von: Francis Moritz

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien

Schreiben Sie einen Kommentar

20 Kommentare

  1. UNRWA hat ihre Existenzberechtigung verspielt, seit sie sich der Kumpanei mit den Extremisten in Gaza wie der Hamas und vorher der PLO schuldig gemacht hat. Wer als Hilfsorganisation allzu lange in einem solchen Umfeld arbeitet, nimmt mit der Zeit dessen Farbe an.
    SHALOM

    1. Das heißt, ein Volk das zu lange von einer rechtsradikalen Regierung geleitet wird, nimmt auch dessen Farbe an. Da stimme ich Ihnen zu lieber Klaus.

      Das Existenzrecht anderer zu leugnen, während man Israeli ist… ich weiß ja nicht so recht ob man das tun sollte. Es existiert nur ein einziger Staat, bei dem das leugnen des Existenzrechtes unter Strafe gestellt werden kann. Und genau dieses Land stellt das Existenzrecht vieler anderer in Frage. Wenn Sie 1+1 addieren können, kommen Sie womöglich darauf was ich meine.

      1. So ein Quatsch. Sie haben eine grandiose Obsession: Israel ist an allem schuld.

      2. @Blub
        Sie meinen also, den Helferleins von Terroristen gehört das Existenzrecht zugesprochen?
        Klaus ist übrigens Jude, aber Deutscher und kein Israeli. Wenn Sie nur 1+1 zusammen zählen könnten, wäre uns allen hier geholfen. Es existiert ein Staat Israel, es existiert kein Staat Palästina, weil Hamas das nicht will. Wenn es Palästina als Staat gäbe, würde es allerdings die Existenzgrundlage der UNRWA zu Recht verändern. Will man das?

      3. Sie verwechseln mal wieder Orangen mit Tomaten, Blub. Anders als in Gaza gibt es in Israel eine Menge Mitspieler, die mitmischen und was das Existenzrecht anderer Staaten zu leugnen angeht, das hat Israel nie getan, höchstens ein paar Idioten vom Schlage eines Ben Gvir. Aber keine israelische Regierung hat die Existenzrecht irgendeines bestehenden Staates angezweifelt oder geleugnet, da lügen Sie sich selbst was in den Sack, und im Falle der Palästinenser steht eine ordnungsgemäße Staatsbildung noch aus, auf welchem Fundament auch immer. Von der Staatengemeinschaft ist bisher lediglich das Recht der Palästinenser auf einen eigenen Staat anerkannt. Doch wenn die künftige Verfassung eines solchen Staates die Vernichtung eines bereits bestehenden Staates beinhaltet und auch weiterhin darauf besteht, können die Palästinenser noch sehr lange auf ihren Staat warten. Also kann Israel auch garnicht leugnen, was nie existiert hat und bis dato nicht existiert.

        1. @Klaus
          Blub verwechselt mal wieder Orangen mit Tomaten. Ernesto, unser Gärtner, könnte ihm helfen.

        2. @Ella&Klaus „Es existiert ein Staat Israel, es existiert kein Staat Palästina, weil Hamas das nicht will.„

          Da liegen Sie faktisch einfach falsch. Palästina wird von mehr als 100 Ländern anerkannt. Weil Israel oder die USA, Palästina nicht anerkennen bedeutet das also für Sie das es diesen Staat nicht gibt? So einfach ist das also für Sie? Was sagen Sie dann dazu das Iran und Jemen, Israel nicht anerkennen? Greift dann ihre Logik hier auch?

          Klaus, lesen Sie die Definition von Existenzrecht lieber noch einmal nach. Hier ein kleiner Abschnitt davon:
          „Das Existenzrecht eines Landes anzuerkennen bedeutet, den Fortbestand dieses Staates innerhalb seiner Grenzen zu akzeptieren und sein Recht auf Sicherheit sowie Schutz vor Vernichtung nicht infrage zu stellen.“

          Grenzen… da war doch was. Gazastreifen? Teil von Palästina? halbiert.
          WJL? Bau von Siedlungen? Klingelt da was?
          Libanon? 1/3 des Landes? Reicht das?
          Syrien? Golanhöhen? Wem gehören die? So so, die israelische Regierung hat also nie das Existenzrecht dieser Staaten infrage gestellt?
          Der Angriff in Doha?
          Und nein, nicht von all diesen Staaten ging eine Gefahr aus. Sie träumen sich wohl ihr Israel etwas zu schön in den Sack.

          1. Sie phantasieren ja schon wieder, Blub. Existiert der palästinensische Staat?
            In den Köpfen der Befürworter vielleicht, faktisch nicht. Eine wie auch immer geartete Proklamation ist nicht Realität. Ich kenne die Definition des Existenzrechtes anderer Staaten, der Libanon und Syrien existieren, auch wenn diesen Staaten durch die Kriege ein Eckchen fehlt. Im Falle des Libanon (wie kommen Sie auf ein Drittel, wenn es gerade mal fünfzehn Prozent sind?) wird das nicht von Dauer sein,daran wird von der Staatengemeinschaft gearbeitet. Im Falle des Golan hat es strategische Gründe, daran arbeitet die Staatengemeinschaft,obwohl sie dieses Gebiet nicht als Teil Israels anerkennt, sondern als umstritten bezeichnet, erstaunlicherweise nicht, warum wohl ? Und Doha war gewiss ein Fehler, aber keine Anzweifelung des Existenzrechtes Qatars.
            Wird mit Gebietsverlusten im Krieg oder mit einer fragwürdigen Attacke zu begrenzten Zielen auch gleich das Existenzrecht eines Staates in Frage gestellt? Per Definintion? Hat Israel das behauptet, ja oder nein?

          2. @Blub
            Fakt: Staatsvolk, Staatsgebiet, Staatsgewalt. Gut, das Volk haben wir. Jedoch fehlen mir die festen Grenzen zu Boden, Wasser und Luft. Und dann wäre da noch die wirksame und unabhängige Regierung, die Staatsgewalt. Da das letzte Merkmal nicht erfüllt ist, kann anerkennen wer will, was nicht existiert. Nicht nur ich habe diese Logik, auch DE, Österreich, Schweiz und viele andere westl. Staaten erkennen Palästina nicht als Staat an. Selbst bei den Vereinten Nationen besitzt Palästina nur den Status eines Beobachterstaates. Ihr Vergleich mit Israel hinkt, denn Israel erfüllt alle 3 Merkmale eines Staates.

          3. @Ella & Klaus

            Ein Staat mit eigenen Grenzen, welche von Israel besetzt gehalten werden. Ein Staat das von 150 Staaten anerkannt wird mit Ihren Grenzen, ist für euch faktisch immer noch kein Staat? Dankeschön, ihr bestätigt das ihr wahre BILD Leser auf dem höchsten Stand seid. Einem Staat das Existenzrecht in Frage zu stellen während 150 andere Staaten diese anerkennen, dann aber versuchen eine Gesetz durchzusetzen das die infrage Stellung des Existenzrechtes für Israel strafrechtlich verfolgt. Und dann fragen Sie sich warum die Israel Kritik wächst, warum Israelis immer mehr verachtet werden. Diese Ignoranz ist wirklich Bodenlos.

            Und ja der Angriff auf Doha ist eine Verletzung des Existenzrechtes, da die Sicherheit des Nachbarn nicht mehr gewährleistet wird. So wie in Syrien.
            Israel will Libanon die Gebiete zurück geben? Und das glaubst du ernsthaft?

  2. Israelfeindschaft, die Verherrlichung des Märtyrertums, das Fehlen gegenseitiger Anerkennung in Unterrichtsmaterialien: „eine Landkarte, die nicht Gaza zeigt, das Westjordanland und Ostjerusalem, sondern ein einziges Palästina.“ Das ist es, was UNRWA in den Schulen vermittelt. „Was eigentlich als vorübergehende Unterstützung gedacht war, entpuppt sich als stark nationalistische Prägung, Lehrer und Schulleiter neigten entweder zu Fatah oder waren als Hamassymphatisanten bekannt.“ (Abu Howidy)
    Die Vereinten Nationen scheinen sich nicht für die Schüler und für das Volk zu interessieren, weisen jegliche Kritik zurück und bezeichnen weiter die UNRWA als unverzichtbar, aber weder Schutzbedürftigkeit noch soziale Not oder Armut gehören zu den UNRWA-Kriterien, es reicht allein der Flüchtlingsstatus. Lange war es der UNRWA gelungen, ihre politische Agenda zu verschleiern und die Geberländer schauten bereitwillig weg und tun es immernoch. Wieviel Beweise braucht es noch, um die UNRWA verbunden mit Hamas zu erklären? Shani Louk wurde zusammen mit 3 anderen getöteten Geiseln in einem Tunnel unter einem UNRWA Gebäude gefunden. Im Febr 24 fand die israel.Armee 18 m unter dem UNRWA Hauptquartier eine Hamaszentrale.
    Aber klar, Kritik an UNRWA, ist absolut tabu. UNRWA nutzt Humanität als Fassade und diese UNnütz-Org. darf nicht in Frage gestellt werden.
    Wer schrieb hier letztens: Alles, was mit UN anfängt, gehört weg? Dem kann ich mich nur anschließen.

    1. @ Blub, zu Ihren letzten beiden Fragen: Ja,ich glaube daran, ebenso wie Sie sich an Ihrer feindseligen Haltung festklammern. Wenn Sie die Leugnung des Existenzrechtes eines Staates durch einen kurzen militärischen Überfall auf ein ganz bestimmtes Areal des angegriffenen Staates definieren, was ist denn mit den Terroranschlägen durch Hamas, Hizbollah und andere Organisationen nicht nur auf Israel,sondern auch auf Staaten in der ganzen westlichen Welt, sind das dann nicht auch Angriffe besagter Organisationen, im Falle Gazas sogar durch die defakto Regierung namens Hamas, auf die Souveränität und das Existenzrecht der angegriffenen Staaten?
      Und was den zugegebenermaßen durch 150 Nationen anerkannten ,,Staat“ Palästina betrifft, so muss auch dieser die völkerrechtlich verbindlichen Bedingungen erfüllen, was er bislang in keiner Weise tut. Ob dieser ,,Staat“ dem Terror gegen seine souveränen Nachbarn abschwören wird und dies unter Beweis stellt, gehört nämlich auch zu diesen Bedingungen.
      Was Deutschland betrifft so ist das Existenzrecht Israels Staatsräson, ob Deutschland Palästina jemals als Staat anerkennt hängt auch von den nachweislich zu erfüllenden oben genannten Bedingungen ab .
      Denken Sie mal daran, daß es auch Phasen gab, wo diese Chance in greifbare Nähe rückte, wo bis auf einige wenige Attentate wirklich Ruhe herrschte, so selten diese Phasen auch waren.
      Wie zum Beispiel 1979 Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten oder 1994 zwischen Israel und Jordanien oder der Oslo-Prozess 1993 zwischen Israel und der PLO Arafats, was beinahe geklappt hätte.
      Fortsetzung folgt

  3. Francis Moritz ist ein ausgewogener und hervorragend informierter Analyst. Er schreibt auch für eine französische jüdische Online-Zeitung – Tribune Juive, derzeit in Ferien wie die meisten Franzosen 🙂 – auch da gebe ich gerne meinen Senf dazu und bekomme oft eine nette Antwort von ihm. Francis Moritz kennt sich übrigens hervorragend in Deutschland aus und liefert auch da gute Analysen.

  4. @Ella
    Alles, was mit UN anfängt (UNO, UNmenschenrechtsrat, UNRWA) klingt nicht so gut, sagt meine Ehefrau, Gesangslehrerin.

  5. Die Araber in dem historisch so genannten Gebiet Palästina bekommen die Bezeichnung „Palästinenser“ durch Arafat in der PLO-Charta 1968, um seinen Krieg gegen Israel zu legitimieren. Es gab und gibt keinen Staat Palästina. Die Araber in Palästina beanspruchen aber das Gebiet vom Fluss bis zum Meer. Das bedeutet die Auslöschung Israels, Steht auch in der Charta der Hamas. Tötung aller Juden weltweit.

  6. @ Blub, Fortsetzung:
    Die Phasen der Ruhe nach den beiden Friedensverträgen wurden durch die Ermordung Sadats 1981 und die Ermordung Rabins 1995 durch Terroristen beendet, also jedesmal durch einen mörderischen Paukenschlag, wobei ich keinen Unterschied mache zwischen jüdischen oder moslemischen Attentätern und Terroristen.
    Auch die Oslo-Prozesse kamen mit der Ermordung Rabins zum Erliegen, wobei nachfolgende Versuche wie die Wye-Beratungen oder die Roadmap aufgrund der Wiederwahl Netanjahus und des Likudblocks bis dato im luftleeren Raum hängengeblieben sind und bis heute nicht wieder aufgenommen wurden. Es gab also genug Versuche, den nahen Osten zur Ruhe zu bringen, Bestrebungen von beiden Seiten führten aber durch innere Widerstände,auch auf beiden Seiten bislang nicht zum Erfolg, und wo seit dem schwarzen Shabbat auch noch der Iran mit seinen Proxys eingestiegen ist, kann man das ganze eh fürs Erste in die Tonne kloppen. Solange die noch mitspielen, ist ein Frieden dort weit entfernt. Die Knessetwahlen mögen da etwas ändern, Israel intern, aber ausserhalb?
    Sehr zweifelhaft . Eine Frage zum Schluss, Blub, wie würden Sie auf die Israelis, die Juden schauen in der Rolle, in der Situation der Palästinenser? Egal ob mit oder ohne Kenntnisse der ganzen vorherigen Zeit ?
    Und bitte eine ehrliche Antwort !

  7. Ich danke Ihnen für Ihre aufmerksame Lektüre.

    Es gibt meines Erachtens zwei grundlegende Probleme. Zum einen hat sich die UNO im Laufe der Zeit weit von ihrer ursprünglichen Aufgabe entfernt. Israel wurde ebenso oft verurteilt wie alle übrigen Mitgliedstaaten zusammen. Zum anderen vertreten die für das UNRWA-Dossier verantwortlichen Personen überwiegend eine entschieden israelkritische Haltung. Die Durchdringung des UNRWA ( von Hamas)durch diese Strukturen ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass eine grundlegende Reform objektiv kaum noch Hoffnung bietet.

    Das Projekt eines Friedensrats für Gaza macht zwar nur langsame Fortschritte, könnte jedoch langfristig – wenn nicht die Lösung, so doch zumindest einen Lösungsansatz – hervorbringen.

    Sollte sich die tatsächliche Entwaffnung der Hamas bestätigen, wäre dies ein bedeutender Schritt auf dem Weg zu einer politischen Lösung.
    MFG

    1. Werter Herr Moritz, ich nehme an, daß Sie uns alle meinen, wir haben im Gegenteil zu danken da wir ganz offensichtlich nicht in einen leeren Raum hineinkommentieren, sondern es ein Echo und sogar ein Feedback gibt.
      Zu ihrer Antwort möchte ich eigentlich nur hinzufügen, daß Roosevelts ursprüngliche Idee ein wenig von Naivität, und sehr viel Hoffnung geprägt war, in der Theorie sogar großartig, aber in der Praxis beinahe direkt nach der Gründung schon korrumpiert und durch die Machtinteressen der großen Fünf entscheidungsunfähig wurde. Hammarskjöld und Annan haben zu ihrer Zeit dem entgegenzuwirken versucht aber auch leider nur mit sehr begrenztem Erfolg.
      Unter Guterres hingegen hat die UNO insgesamt kaum noch irgendetwas bwegt, ausser den wachsenden Antisemitismus beinahe noch zu fördern. Hoffnung für die Zukunft, Hoffnung auf eine Änderung der Haltung der UNO und aller ihrer Unterorganisationen zu Israel sehe ich im Moment jedenfalls nicht, es sei denn der Ewige zeichnet den Verantwortlichen ein neues Menetekel an die Wand.
      SHABBAT SHALOM

Israelnetz-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen